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29.
November 2007 / Ju Unsere
wahrscheinlich letzten ca.150 Seemeilen von Nosy Sakatia - Nosy
Be bis Mahajunga entlang den Inseln und Halbinseln des
madegassischen Festlandes gestalten sich erholsam und
easy-peasy. Wir verbringen nun den 2.Tag und die 3.Nacht in der
Berangomaina Bay, wo wir viel lesen, schnorcheln und wie immer
das Essen geniessen. Die schöne Bucht ist umgeben von
(abgeholzten) rötlich-braunen Hügeln, unten gesäumt mit Bäumen
und Mangroven. Letztere machen eben das Wasser zwar sauber, aber
trübe, so dass das Schnorcheln leider nicht so ergiebig ist.
Heute wollen wir es aber im Riffkanal noch mit den Flaschen
probieren in der Hoffnung, dass in grösserer Tiefe die
Schwebepartikel weniger sind. Hier möchte ich die
Geräuschkulisse beschreiben, die uns jeweils in den Buchten
umgibt. Zwar sind sie abgelegen und wir sehen nie andere
Yachten, sondern nur die einheimischen Pirogen und Poutres (mit
Segel), aber ganz allein sind wir nie. Überall sehen wir
einzelne Hüttchen oder ein Dorf - und deren Bewohner kommen
regelmässig mit Handelsgütern wie Eiern, Mangos, Honig, kleinen
Fischen angerudert. Wennn wir etwas gebrauchen können, versuchen
wir mit Kleingeld und Sackmessern zu handeln, nur können die
einfachen Leute hier wirklich sehr wenig Französisch. So wird es
jeweils eine langsame Angelegenheit mit wenig Worten und vielen
Gesten. Aber Zeit haben wir ja. Also zur Geräuschkulisse: mal
ein bellender Hund, krähender Hahn oder muhendes Zebu,
gelegentlich das Geschnatter oder Lachen der Dörfler (in der
Stille trägt das recht weit), immer das herrliche Rufen und
Tuten der Vögel, das Säuseln oder gar Sausen des Windes und in
der Dämmerung das Sirren der Grillen, das so laut ist, dass man
nach einer Starkstromleitung Ausschau hält. Welche es aber
natürlich nicht gibt. Es gibt auch keinerlei Generatoren- oder
Radiogeräusche, geschweige denn Auto- oder Fluglärm. Einfach
wunderbar. Das Sirren unseres Windgenerators empfinden wir halt
als positiv, da wir schon auch Strom brauchen für Licht,
Kühlschrank, Batterienaufladegräte und die ganze Computerei.
Denn endlich sirrt das Teil wieder, nachdem Thomas eine
überzählige Sicherung aus dem Wassermacher in den Windgenerator
umgebaut hat. Hoffentlich hat das nun auf Dauer den gewünschten
Effekt, denn bis anhin ist der Propeller trotz gutem Wind
nicht zufrieden stellend gelaufen. Wir schlafen auch viel und
gut. Obwohl wir gerade diese Nacht wieder um vier Uhr raus
mussten um alle Luken zu schliessen und vorsorglich das
Sonnensegel abzubauen. Zum fernen Donnern und taghellen
Wetterleuchten kam noch Wind auf, der das Nahen einer Front
ankündigte. Ringsum war alles brandschwarz und gleich nach dem
Montieren der Regenplache der Einstiegsluke fielen auch die
ersten schweren Tropfen. Am Morgen nieselte es nur noch fein und
mittlerweile scheint wieder die Sonne und das Deck ist trocken.
Die meiste Wäsche an der Leine lasse ich jeweils draussen
hängen, da eine Süsswasserspülung den Badesachen und -tüchern
nur gut tut.
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27.
November 2007 / Ju Die kleine
Bucht an der, Nosy Be vorgelagerten, Nordseite von Nosy Sakatia
bot alles: verschiedene Palmenarten am Sandstrand, Muscheln,
Schneckenhäuser, Korallenhörnchen und Baumsamen in
Fünflibergrösse für mich, die grosse"Sammlerin", Felsinselchen
mit Korallenblöcken, grosse Tideunterschiede. Nur die Sicht im
Wasser war nicht sehr gut, dies obwohl es gar keine Mangroven
hatte. So sind wir mit dem Dinghi los und haben Schnorchelplätze
gesucht. Und gefunden. Daneben aber auch Wellengenerator zum
x-ten Mal auseinander genommen und geflickt die einen (die
Lötstellen korrodieren immer wieder), Brot und Zopf gebacken die
anderen. Wir werden immer mehr zu einem Gastroschiff. Schon
Vreni und Michel wurden von uns kulinarisch verwöhnt mit
frischen Fruchtsäften, gegrilltem Wahoo, Sonntagszopf am Samstag
und ofenwarmen Brötchen am Abreisetag. Thomas verfeinert seinen
sterilisierten und in Gläser eingemachten Fisch. Auch hier wird
der Wahoo besser als der Bonito, es schmeckt wie Thonsalat vom
feinsten. Nun hat er auch noch aus Ananas Konfitüre gemacht!
Abends sind wir auswärts Essen gegangen, wahrscheinlich eine der
letzten Möglichkeiten dafür in Madagaskar. Mit dem Dinghi,
barfuss und ohne Schuhwerk, dafür für alle Fälle mit den
Regenmänteln. Denn nun zu Beginn der Regenzeit ist der Himmel
schon oft bedeckt, abends ziehen rabenschwarze Wolken auf, oft
hören wir fernes Grollen und sehen Wetterleuchten. Praktisch
täglich gibt es ein wenig Regen, oft nur ein kurzes, feines
Nieseln, gelegentlich ein rechter Schauer und meist
praktischerweise nachts. Jedenfalls sind wir trocken zum Sakatia
Tower motörlet und haben dort einen wunderbaren Abend verbracht.
Dieses Guesthouse gefällt mir extrem gut. Es ist dezent und
unauffällig in die winzige Bucht eingepasst, alle Bau- und
Möbelmaterialien sind madegassisch und von lokalen Handwerkern
gefertigt, das Energiekonzept ist recht ökologisch: sympathisch
und sehr schön gemacht. John, der Besitzer, Wirt und Ausbildner
seiner Angestellten, erwies sich als interessanter
Gesprächspartner. Als Südafrikaner haben wir ihn natürlich auch
zu Tipps für unsere nächste Etappe dahin gefragt. Er hatte sich
in Sakatia (Insel, nicht Frau) verliebt, liess in Südafrika
alles hinter sich und betreibt nun dieses Hotelchen (max.12
Betten) an einem sehr schönen Ort. Man ist dort paradiesisch für
sich und dennoch nicht weit von allem Zivilatorischen entfernt.
Wir waren die einzigen Gäste und so hat der Hausherr mit uns
mitgegessen. Einfache, aber gute Küche, ausgezeichneten
südafrikanischen Weisswein (ohne schlechtes Gewissen) und
angeregte Unterhaltung für einmal wieder in Englisch über Gott
und die Welt. Es wurde recht spät, aber wir sind "trocken"
wieder aufs Schiff zurückgekehrt.
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24.
November 2007 / Th Den Dienstag
und den Mittwoch haben wir mit Einkaufen und Organisieren
verbracht. Auch so vergeht die Zeit.
Am Donnerstag haben wir dann eine geführte Biketour gemacht.
Zuerst ging es um die halbe Insel nach Norden und von dort dann
auf den höchsten Berg von Nosy Be (329m ;-). Auf der Insel gibt
es 11 Kraterseen, darin soll es auch Krokodile geben. Der Weg
führte auf einer zum Teil asphaltierten, zum Teil gekiesten
Strasse an einigen der Seen vorbei zum Gipfel. Dort hatte man
eine wunderbare Aussicht auf weite Teile der Insel. Dann gings
bergab, zuerst wieder auf einer schmalen, geteerten Strasse, die
sich aber allmählich in eine richtige Downhill-Piste
verwandelte. Unter einem Mangobaum schlugen wir uns die Bäuche
mit Mangos voll (die wachsen da überall). Nach der Abfahrt
erreichten wir wieder ein Dorf und von dort sollte es noch 4 km
bis zu einem Wasserfall gehen, wo Picknick angesagt war. Wir
hielten immer nach einem Berg oder zumindest Hügel Ausschau, von
wo dass Wasser herunterstürzen könnte. Aber Fehlanzeige. Alles
mehr oder weniger flach und ziemlich windstill und sehr heiss.
Doch plötzlich gings einen steilen Trampelpfad hinunter. Unten
angekommen ein kleiner See, stutzige, mit Farn bewachsene
Felswände und ein Wasserfall. Nicht riesig, aber schön kühl. Ein
erfrischendes Bad und danach ein feiner Teigwarensalat auf einer
Felsentafel. Irgendwann mussten wir dann leider weiter und uns
auf den Rückweg nach Hell Ville machen. Klaus war am
Nachmittag wieder zurückgekommen und hatte das Schiff in die
nächste Bucht gebracht.
Von dort wurden wir dann am nächsten morgen abgeholt für einen
Tauchausflug. Unterwegs haben wir Walhaie (die grössten Fische,
die es gibt) gesehen. Zwar eher kleine (so ca. 6m), dafür zwei
auf einmal. Die beiden Tauchgänge waren auch schön, Strömung und
Gorgonien.
Am Abend hatten wir dann Pietro zum Essen eingeladen. Er hat uns
Diesel organisiert und mit vielen guten Tipps versorgt.
Heute morgen sind wir dann nochmals auf den Markt gegangen und
gegen Mittag unter Motor zu einer Nachbarinsel von Nosy Be
gefahren, wo wir jetzt in einer schönen Bucht vor Anker liegen.
Morgen werden wir sicher noch hier bleiben und uns danach dann
auf den Weg weiter Richtung Süden machen.
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19. November 2007
/ Th Am Tag darauf sind wir dann
wirklich zur Russian Bay gesegelt, ca. 15 Meilen Richtung
Südwest. Dort haben wir einen schönen Ankerplatz gefunden, wo
wir über Nacht geblieben sind. Es war wunderbar zum Baden und
zum Relaxen. Am nächsten Morgen haben sich Klaus und ich noch
auf die Suche nach Langusten gemacht - leider ohne Erfolg.
Am Nachmittag ist dann immer mehr Wind aufgekommen, der quer
über die Bucht geblasen hat. Dadurch hat es dann auch immer
grössere Wellen gegeben. Aus diesem Grund haben wir den Anker
gelichtet und sind ein paar Meilen auf die andere Seite der
Bucht gefahren, wo wir ein wenig im Windschatten und vor allem
im Wellenschatten waren.
50 Meter vom Schiff entfernt hatte es Korallenblöcke im Wasser,
wo man Fische und sogar zwei Schildkrötem beobachten konnte.
Julia und ich sind dann noch mit dem Dinghy zum Riff am Eingang
der Bucht gefahren. Es war schön zum Schnorcheln, aber leider
hatte es auch wieder keine Langusten. Also gab es Spaghetti mit
Tomatensauce zum Nachtessen.
Gegen Abend kam dann noch ein Mann mit seinen zwei kleinen
Mädchen im Kanu zu uns gerudert und fragte, ob wir den Akku
ihres Mobiltelefons aufladen könnten, was wir natürlich gerne
gemacht haben.
In der Nacht gab es dann ein sehr heftiges Gewitter, es blitzte
und donnerte und goss aus Wagenladungen von Kübeln. Als es immer
heftigere Böen gab, mussten wir raus und das Sonnendach in
Sicherheit bringen. Der Wind kam immer wieder aus einer anderen
Richtung und wir konnten nur hoffen, das der Anker hält. Am
morgen war dann alles vorbei, wir waren noch am gleichen Ort. Da
zwei Abläufe verstopft waren, lief leider der Motorraum voll
Wasser und das mussten wir natürlich wieder rauspumpen.
Ein Delegation machte sich dann noch auf, der Einladung des
Mobiltelefonbesitzers zu folgen und seine Familie zu besuchen.
Sie wohnte ca. 200m von unserem Ankerplatz entfernt unmittelbar
am Strand. Eine Traumlage, leider ein wenig abgelegen. Wir
brachten zwei Malhefte und Farbstifte als Geschenke für die
beiden Mädchen mit. Diese verschwanden und kamen kurz danach mit
einigen Muscheln wieder, welche sie dann uns schenkten. Von der
Mutter haben wir dann auch noch ganz schöne Muscheln geschenkt
bekommen. Nach einem Spaziergang am Strand, auf welchem uns die
Kinder begleiteten, wuchs der Muschelschatz immer mehr an.
Zurück auf der Wahoo beschlossen wir, in den Eingang der Bucht
zu fahren und dort nochmals zu Schnorcheln. Durch das nächtliche
Gewitter war das Wasser aber so trüb geworden, so dass man
absolut nichts gesehen hätte. Also machten wir uns auf die
Rückfahrt nach Nosy Be. Unterwegs hatten wir nochmals Petri
Glück - schon wieder ein Wahoo. Diesmal noch ein bisschen
grösser als der erste. Zum Abschiedsdinner für unsere Gäste gabs
Wahoo Steaks vom Grill.
Heute morgen früh trat dann unser Skipper seinen Landurlaub an.
Mangels frischen Brotes hat sich Julia um sieben Uhr in der Früh
spontan entschlossen, frische Brötchen zu backen. So hatten wir
dann ein ausgedehntes Frühstück mit frischen, noch warmen
Brötchen,
Nach dem Mittagessen mussten unsere beiden Gäste bereits wieder
aufbrechen um ihren Flieger nach Tana, der Hauptstadt von
Madagaskar zu erwischen. So sind Julia und ich bis am Mittwoch
alleine auf dem Schiff.
Noch eine kleine Bemerkung zum Nachschub von Fotos. Wir haben
natürlich einen Haufen Fotos gemacht in Madagaskar und möchten
die euch auch nicht vorenthalten. Aber bis jetzt haben wir
leider keinen Internetanschluss gefunden, der es erlauben würde,
die Bilder in vernünftiger Zeit auf den Server zu laden. So sind
sie jetzt per Kurier unterwegs in die Schweiz und werden dann in
Bälde auf diesem Kanal zu sehen sein.
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15. November 2007
/ Th Vorgestern abend sind wir in
Hell Ville auf der Insel Nosy Be angekommen. Unterwegs hatten
wir einen WAHOO gefangen, 110cm und ca. 15kg. Ein Riesending. Da
es schon am Eindunkeln war, mussten wir beim Suchen des
Ankerplatzes ein wenig schätzen und uns auf den Tiefenmesser
verlassen. Ein einheimischer Wachmann einer anderen Jacht hat
uns dann gewarnt, dass wir zu nahe am Riff lägen. Wir haben also
nochmals umparkiert und den Mann mit einem Stück Fisch entlöhnt.
Zum Znacht gabs WAHOO Steak, ca ein Pfund pro Stück.
Gestern morgen sind dann Vreni und Michel angekommen, die eine
Woche mit uns auf dem Schiff verbringen. Danach war Einkaufen
auf dem Markt angesagt, um die Vorräte an Frischwaren wieder
aufzustocken. Insbesondere haben wir einen enormen Verbrauch an
frischen Ananas, welche zu meiner Freude hier wunderbar gedeihen
und sehr günstig zu kaufen sind. Gegen Abend sind wir dann noch
3 Meilen in die Crater Bay gefahren, wo es wesentlich ruhiger
ist, als im Hafen von Hell Ville. Zum Abendessen gab es ...
natürlich WAHOO.
Heute wollten wir dann nochmals ein paar Ananans bunkern und
dann in See stechen Richtung Russian Bay, welche ca. 15 Meilen
entfernt auf der Hauptinsel liegt. Als endlich alle wieder an
Bord waren und wir losfahren konnten, war es breits 13 Uhr. Wir
hatten guten Wind, auch wenn wir keinen direkten Kurs laufen
konnten. Nach ca. einer Stunde begegneten wir einem lokalen
Lastensegler, welchem das Segel zerrissen war. Da er
offensichtlich keinen Motor hatte, trieb er mehr oder weniger im
Wind. Wir beschlossen spontan, den armen Kerl an die Leine zu
nehmen und in den Hafen zu schleppen. Das Anbringen der Leine
unter Segel und bei Wellengang war gar nicht so einfach. Im
dritten Anlauf hatte es dann geklappt. So sind wir mit einem
Lastensegler im Schlepptau wieder zurück in die Crater Bay
gesegelt, wo wir jetzt auch wieder vor Anker liegen - zum
Abendessen gibt es keinen WAHOO (dafür morgen zum Mîttagessen
;-)
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11. November 2007 / Ju
Der Motor scheint
repariert. Wir sind um 6 Uhr aufgestanden, um 6.30 Uhr haben wir
die Leinen gelöst, den Motor angeworfen und sind zur Bay von
Diego Suarez (Antsiranana) rausgefahren. Beim Ausgang aus der
grossen Bucht (nach Führer sei es nach der Bucht von Rio mit
Zuckerhut die zweitgrösste, sogar mit 2 Zuckerhüten) waren
Wellen und Strom grad gewaltig. Dies hat uns dann aber förmlich
um das gefürchtete Cap d'Ambre rumzischen lassen. Wir hatten
phasenweise knapp 8 Knoten drauf, allerdings auch die Strömung
und den Wind mit uns. Deshalb ist das Kap auch etwas gefürchtet
- von den Seglern, die nach Diego runter wollen. Unser absolutes
Highlight war natürlich, dass wir dann dort unseren ersten Wal
gesehen haben! Drei-, viermal ist er gänzlich aus dem Wasser
aufgetaucht, gesprungen. Nach rund 2 Stunden hatten wir wieder
einen Fisch an der Leine, ein grosses Teil. Eine Brasse. Das war
der anhin beste Fisch, den wir gegessen haben, inklusive Fisch
in allen Restaurants. Thomas hat auch ein höllisch gutes Znacht
gekocht. Geankert haben wir in der riesigen Bucht nach dem Cap,
vor dem Inselchen Nosy Mpay. Keine Menschenseele ringsum, kein
Geräusch (ausser unserem treuen Begleiter, dem Grillenmännchen).
Aber es wehte die ganze Nacht immer noch sehr stark der Wind,
der lärmte, spitze Wellen machte, die Seile an die Masten
klingen und scheppern liess und für eher kühle Temperatur
sorgte.
Am nächsten Tag, heute, wehte von einem Moment auf den anderen
kein Wind mehr. Also sind wir den ganzen Tag in der Hitze bis
zum nächstmöglichen Ankerplatz motort. So war es uns nicht
möglich, unser Ziel, Nosy Mitsio, zu erreichen. Dafür ist diese
recht grosse Bucht, in der ich den ganzen Text tippe, etwas vom
Feinsten bis jetzt. Zwei Dörfer und ein paar Siedlungen rings
herum. Fünf Pirogen, Holzeinbäume mit Ausleger, sind uns
"schauen" gekommen. Zum Teil waren sie nur gwunderig, zum Teil
wollten sie T-shirts, Taucherbrillen oder Harpunen. Alles in
allem habe ich dann gegen 100 Ariary (6 Rappen) und 3 Sackmesser
eine Papaya, 3 Mangos, 3 Lemonen und eine grosse coquillage
(Muschel) eingetauscht. Der Himmel ist wieder übersät mit
Sternen, unserer Grille zirpt, vom Ufer hört man Käuzchen o.Ä.
rufen, ab und zu ein bellender Hund, mir war auch ein krähender
Hahn, von der Siedlung her Singen,Pfiffe und ein wenig Trommeln.
Praktisch windstill, also warm, das Meer nur sanft wiegend und
glucksernd. Hier sind wir nicht mausallein, sondern eingebettet
in weite, weiche, natürliche Geräusche und Klänge. Kein Motor,
kein Telefon, kein lautes Wort. Wunderbar. |
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9. November 2007 / Ju Am
Freitag, 2.November, hatte ich ja in der Bank beim Geldwechseln
2 Schweizer "gehört" und dann angesprochen, Claudia und Ofi. Ob
sie allenfalls planten, das Ankàrana Reservat zu besuchen. Ja,
täten sie, sie kämen eben von einem Touranbieter. Jedenfalls
haben wir uns dann zu viert zusammengetan, um Kosten zu sparen,
um auch mal was mit anderen Leuten zu unternehmen, sie machten
einen sympathischen Eindruck.
Pünktlich stand der Jeep dann am Samstagmorgen an der Barriere
der Gendarmen am Hafeneingang, die eine rigorose
Zugangskontrolle machen. So hatten sie Ofi und Claudia am
Vorabend, als sie uns auf der Wahoo besuchen wollten, nicht
durchgelassen, auch ein Telefongespräch des zufällig anwesenden
Capitän B. hatte nichts genutzt. Anyway, wir stiegen zu und
fuhren los. Einen Teil der Strecke bis zur Abzweigung zum Ambre
Park kannten wir ja schon. Eine interessante Abwechslung von
trockenem Plateau, steilen Hügelkegeln, Reisfeldern, Dörfern aus
Wellblech, Weideland mit grasenden Zebus, einspurigen Brücken,
etwas Baumwoll- und Zuckerrrohrfeldern, Wäsche waschenden Frauen
in den eher spärlichen Flüsschen, Dörfer aus "schnuckeligen"
Holzhütten folgten. Elend und schreiende Armut haben wir
hier nicht gesehen, aber extreme Kargheit und einfachste
Lebensweise. Sobald es mehr als 5 Hütten hat, gibt es auch
sicher einen Marktstand mit Tomaten, Mangos, Bananen und den
eingemachten Mangochutneys. Da Said, der Fahrer, nur Französisch
spricht, habe vor allem ich die Unterhaltung geführt. Er hat uns
auf dem Weg 2 geweihte Orte gezeigt: ein liegendes Zebu und eine
Frau in irgendwie obzöner Beinstellung. Es brauchte für beides
aber viel Fantasie um das Genannte zu erkennen. So richtig
lokalisiert werden solche Dinge am besten aufgrund der
daliegenden Opfergaben: Plastikflaschen mit Rum (leer) und
Münzen. Der Strassenarbeiter, der dem Zebu unsorgfältigerweise
den Kopf abgeschlagen hatte, soll nach 3 Tagen das Fieber
bekommen haben - tot. Solche Plätze sind "fady", d.h. ein Tabu
und von allen zu beachten. Nach 3 Stunden war dann die
Teerstrasse zu Ende, es folgte bei Mahamasina (ich liebe diesen
Namen) die Piste und der Führer Laurent stieg zu.
Die Piste war für uns ein Erlebnis. Zum Teil nur jeepbreite
Rinnen, über Furten, ein Boord hoch und hinten wieder hinab, um
Bollisteine rumgezirkelt - ohne 4x4 effektiv nicht zu schaffen.
Und in der Regenzeit, hier von Dezember bis März, ist das Ganze
ein unpassierbarer Morast mit reissenden Flüssen. Der rote Staub
wurde wild aufgewirbelt, drang auch durch sämtliche Ritzen
herein und machte sich bei uns in sämtlichen Öffnungen und auf
allen Oberflächen breit. Das Naseputzen war ein Ereignis
... Nach 3 Stunden Geholper und Geruckel kamen wir im Camp
Andrafiabe an. Grosse Zweierzelte, mit Matratze und Leintuch und
sogar mit einem Handtuch bestückt. Die Küchenfrauschaft im
Freien hat uns gut bekocht und mir beim Krabben- und
Crevettenmahl sogar extra was zubereitet. Am selben Nachmittag
ging es dann zur "rivière verte". Es war eine abenteuerliche
Kletter- und Kraxelpartie durch dichten Trockenwald, über
scharfe Kalksteinkanten (die Tsingy-Ausläufer) und durch tiefe
Canyons durch. Am Endpunkt zwischen mächtigen Felsbrocken und
unterhalb einer sicher 100m hohen Felswand erwartete uns ein
grüner Pool, der sich dann als Bach zwischen den Felsen
durchwand. Thomas und ich haben den Marsch als streng,aber sehr
spannend empfunden und uns dann im kühlen Wasser des Naturpools
auch erfrischt. Nachher hiess es dann zwar wieder rein in die
nass verschwitzten Kleider, aber wir sind ja nicht zum
Wellnessen hier. Lemuren und eine grosse schlafende Fledermaus
gesehen. Nachts unter fast freiem Himmel geschlafen, nur eine
Zeltplane dazwischen, den Sternenhimmel geschaut und den
Nachtgeräuschen des Waldes gelauscht. Leider waren darunter auch
Hunde des nahen Dorfes, die ein paar Mal kläffend um die Zelte
herum rasten und alles aufweckten.
Am Montag marschierten wir nach einer Stunde Jeepgerüttel zum
"grand tsingy" mit dem darunter liegenden "lac vert". Äusserst
spektakuläre Kulisse! Der tsingy ist ein Massiv aus
Kalksteinkarst, welcher aber messerscharf und unglaublich spitz
ist. Laurent erklärte uns, der Name komme von tsingy tsingy, was
in der Einheimischensprache auf Zehenspitzen gehe bedeute. Denn
früher seien die Einheimischen hier natürlich barfuss und
infolgedessen auf dem Karst nur auf Zehenspitzen gelaufen. Das
ist für unsereiner kaum vorstellbar, denn ich habe kaum
eine flache, also nicht spitze, scharfe Stelle gefunden, die
auch nur die Fläche für eine grosse Zehe geboten hätte. Nach dem
Lunch im Camp führte uns eine kurze Fahrt und ein kurzer
Fussmarsch zu einer gewaltigen Felsgrotte, in der wir uns
abkühlen und baden konnten. Abends eine "nocturne" mit den
Taschenlampen rund ums Camp. Da hatten wir im parc d'Ambre
nachts mehr gesehen, aber es war o.k.
Am Dienstagmorgen zeigte und Laurent noch eine Grotte voller
Stalaktiten und Stalagmiten und dann führte er uns durch einen
tiefen, engen Canyon im nahen Tsingy beim Camp. Dessen Wände
gehen senkrecht 100m nach oben und am schmalen Grund wachsen
dicht Bäume, Lianen und Büsche. Schwarzer Fels und darin grüner
Wildwuchs. Vor uns öffnete sich der Eingang eines weit
verzweigten Höhlensystems (der ganze Tsingy muss voll davon
sein) mit engeren Passagen und dann wieder kirchenhohen Hallen.
Sandiger Grund und an der Decke ab und zu ein kleiner schwarzer
Punkt: eine Fledermaus. In der Regenzeit sind diese Höhlen zu
weiten Teilen überflutet, wir haben die Wasserlinien sehen
können. Diese Grotten sind berühmt und dienten vor langer Zeit
den Dorfbewohnern als Verstecke bei ihren Konflikten mit
verschiedenen Königen. Dieser dreitägigeAusflug in den Ankàrana
hat sich wirklich sehr gelohnt. Es war auch anstrengend, aber
von den Landschaftsformationen und Sehenswürdigkeiten her
einmalig. Der Tsingy soll in dieser Form auch nur an drei
Stellen in Madagakar vorkommen.
Auf dem Rückweg passierten wir wieder die kleinen Dörfer.
Störende Bäume werden nicht gefällt, sondern abgebrannt, obwohl
die Menschen sowohl Brenn- als auch Bauholz benötigen. Laurent
zeigte uns auf unseren Wunsch Frucht und Kern des Baums, von dem
die Cashewnüsse gewonnen werden. Deren Ernte ist wirklich eine
riesige Arbeit, deshalb sind die Cashews auch hier relativ
teuer. Dabei winkten uns überall die Kinder zu, obwohl sie hier
mehrmals wöchentlich die Jeeps mit den Touristen durchfahren
sehen. "Donnez bonbon!" Doch auch ohne zahnschädigende
Zückerli zu bekommen, waren sie sehr neugierig und offen. Ein
Grüppchen hat einstimmig und wie im Chor auf mein "buonazare
-bonjour -ça va?" geantwortet. Ich möchte hier den Begriff
'herzig' verwenden. Sehr schön anzusehen sind die gigantischen,
rund und dicht gewachsenen Mangobäume. Sie geben erstens
zwischen den Häusern einen willkommenen und grossen Schatten ab
und dann liefern sie natürlich die herrlichen Früchte. Wir haben
pletvoll behangene Bäume gesehen. Sie werden offenbar von Hand
gepflückt, was von selber runterfällt, bleibt für die Hühner und
manchmal auch Schweine liegen. Thomas hat sowieso Glück: Oktober
bis Dezember ist Saison für Mangos, Melonen und seine
heissgeliebten Ananas. Bananen und Papaya gibt es ganzjährig. In
Diego hat er sich, bzw. uns allen, sogar den lange gesuchten
Stabmixer gekauft um die frischen Fruchtsäfte an Bord selber
machen zu können. Gefunden hatten wir den Mixer mit tausend
anderen nützlichen Sachen im Geschäft von Herrn Shakir. Sein
Ladenschild besagt:"Lentement mais surement". Küchen-,
Haushalt-, Elektrogerät, Werkzeug, Batterien, Toilettenartike,
Töffs:alles. Auf meine Frage, wie man denn einem solchen
Geschäft nun sage, meinte seine Schwester spontan:"la caverne d'
Ali Baba".
Zurück zu unserer Rückfahrt vom Ankàrana. Da Ofi und Claudia
nach Nosy Be übersetzen wollten, fuhren sie mit Said im Jeep
weiter westwärts zur Küste. Said und Laurent erfragten für uns
in Ambilobe ein taxi-brousse für zurück nach Diego. Das sind
komplett überfüllte Sammeltaxis, deren Fahrer allesamt
geschwindigkeitsbesessen sind. Wie alle Taxifahrer; Zeit ist
Geld. Wir hatten aber noch Glück. Unseres war ein Kleinbus mit
4x 4 Sitzplatzreihen inklusive Fahrer. Anfangs waren wir statt
16 "nur" 19 Passagiere, schon bald stieg aber eine Frau aus
unserer Reihe aus, also konnte Thomas vom "zwischen den Stühlen
sitzen" auf einen der schmalen richtigen Sitze wechseln. Im
Gegensatz zu Said hat dieser Fahrer die Schlaglöcher aber nicht
umzirkelt, sondern voll "abgefedert". Dafür waren wir in gut
zwei Stunden zurück in Diego. Viel schneller, als wir aufgrund
der Zeitangaben im Führer gedacht hatten. Staubig, müde, eine
Blase an der Ferse, viele tolle Fotos in der Kamera, glücklich.
Thomas hat schon dreimal versucht, unsere Madagaskarbilder ins
Netz zu stellen. Die Verbindungen sind aber dermassen langsam,
dass es halbe Tage dauern würde. Hoffentlich gibt es in der
Touristenhochburg Nosy Be ausser den erhöhten Preisen auch ein
schnelleres i-café. Am Dienstagabend , 14.11., müssen wir dort
sein, um am nächsten Morgen unseren Besuch, Michel und Vreni,
Schwester und Neffe von Klaus, abzuholen.
An diesem Dienstagabend, 6.11., hoffen wir noch darauf, dass der
Mechaniker morgen die Einspritzdüsen bringt und einbaut und wir
auslaufen können. - Na ja. Am Donnerstag "versüsse" ich mir die
Warterei mit meinem ersten Kinobesuch auf unserer langen Reise.
Das Kulturzentrum, betrieben von der Alliance française, zeigt
"la môme", die glänzende Verfilmung des Lebens der Edith Piaf.
Thomas geht wegen kannixverstan früh ab in die Koje.
Den hoffentlich letzten Abend, Freitag, versüssen wir uns bei
einem letzten Mahl im Restaurant "les pirates", wo wir
mittlerweile Stammgäste sind ... Der kleine Mann spielt
wieder seine Gitarre/Mundharmonika, die Serviererinnen singen
die Schlager inbrünstig mit, auch wir machen mit
Rhythmusinstrumenten und Trommel eifrig mit. Ein schöner Abend.
Es brennt in Madagaskar! Wir
sehen viele Rauchschwaden, flächenweise schwarze verbrannte
Erde, die noch nach Asche riecht. Es ist die bekannte Frage oder
Überlegung, die aus der Not und damit einhergehend auch Unwissen
entsteht. Weideland für das Vieh, was ein kleines Einkommen
bedeutet, oder naturbelassene Savanne mit Artenvielfalt, aus der
vielleicht einmal sogar wieder Wald entstehen könnte?? Denn das
ganze Land war einmal so stark bewaldet wie jetzt nur noch in
den geschützen Reservaten. Nur dort existiert noch die
Flora & Fauna, die Madagaskar so einzigartig macht.
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7. November 2007 / Th Wir
sind dann auch aufgebrochen, aber erst um zwölf, mit einer
kleinen Bucht noch auf der Ostseite als Ziel. In der Bucht
hatten wir Wind genau auf die Nase und mussten daher motoren.
Dabei haben wir bemerkt, dass der Motor nicht die gewohnte
Leistung bringt. Also sind wir wieder umgekehrt und liegen jetzt
wieder im Hafen von Diego.
Das Problem mit dem Motor scheint im Zusammenhang mit dem
schlecht raffinierten Diesel zu sein, den man hier überall
bekommt. Gestern wurden die Einspritzdüsen ausgebaut und
gereinigt, aber das scheint das Problem nicht gelöst zu haben.
Jetzt wird noch die Einspritzpumpe gereinigt und revidiert.
Morgen sollte die fertig sein und dann hoffen wir, dass wir
wieder mit voller Kraft tuckern können.
Julia und ich waren nochmals in einem Nationalpark, aber dazu
später mehr.
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31. Oktober 2007 / Th Am
Montag morgen hat uns unser Taxifahrer wie abgemacht abgeholt
und nach ein paar Zwischenstopps (Bewilligungen und so) an den
Eingang des Nationalparks gebracht. Für die 40km brauchten wir
ca. 2 Stunden. Wie das gehen sollte, wenn es regnet, ist uns
aufgrund der schlechten Strasse ein Rätsel.
Am Parkeingang haben wir uns einen englischsprachigen Führer
gesucht und nach ein paar Formalitäten ging es los. Zuerst drei
Kilometer bis zu einem Camp, wo Julia und ich übernachten
würden. Dort konnten wir einen Teil unserers Gepäcks deponieren.
Von dort aus sind wir zu einer mittellangen Wanderung
aufgebrochen, zuerst zu einem Wasserfall (cascade sacrée), dann zu einem See und
dann nochmals zu einem Wasserfall. Da die Tageszeit eher
ungünstig war, hat man praktisch keine Tiere gesehen.
Klaus wollte da Schiff nicht alleine lassen über Nacht und
musste daher um 14 Uhr wieder aufbrechen. Julia und ich sind
dann nach einer Jause gemütlich zum Camp zurückspaziert, wo wir
Tee und Risotto gekocht haben. Im Camp gibt es eine sehr
einfache, saubere Unterkunft mit vier Zimmern, einem Wohnzimmer und einer
rudimentären Küche. Wir waren aber die einzigen.
Nach Anbruch der Dunkelheit ist unser Führer wieder gekommen und
wir sind zu einer nächtlichen Exkursion mit Taschenlampen
aufgebrochen. Und da waren sie plötzlich da, die Chamäleons,
Geccos, Lemuren, Fledermäuse, ... Eine sehr spannende Sache.
Nach zwei Stunden waren wir ziemlich knülle und nach einem Tee
mit Guzzi haben wir geschlafen wie die Munggen.
Morgens um viertel vor acht stand unser Führer bereits wieder
auf der Matte. Am zweiten Tag haben wir abseits der Haupwege
eine Tour Richtung Westen gemacht, welche nach ca. 2.5 Stunden
auf einem Hügel mit Aussicht nach Norden und Westen geendet hat.
Nach einer ausgiebigen Siesta sind wir zurück Richtung Camp
marschiert und bei einem weiteren Wasserfall haben wir uns von
unserem Führer verabschiedet.
Unterwegs haben wir zweimal Lemuren (Halbaffen) in den Bäumen
herumklettern sehen.
Der Besuch des Nationalparks war sehr eindrücklich, zumal es
eine der letzten intakten Waldflächen auf Madagaskar ist.
Morgen früh werden wir von hier aufbrechen und ca. 40 Meilen um
das Cap Amber herum auf die Westseite der Insel segeln.
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28. Oktober 2007 / Th Da
der Fischer, an dem wir längsseits gelegen sind, auslaufen
wollte, mussten wir die Wahoo an einen andern Standort
verschieben. Auf Grund des sehr hohen Tideunterschiedes
(Ebbe/Flut) ist es schlecht möglich, direkt an der Hafenmauer zu
liegen. Vom Hafenkapitän wurde uns ein Platz längsseits an der
Amel (französische Edeljacht) eines kalifornischen Millionärs
zugewiesen, welche längsseits an der Segeljacht eines Franzosen
liegt, welche wiederum längsseits an einem alten Frachter ...
Frachter ... Frachter, welcher längsseits am Quai liegt. So
haben wir wenigstens kein Problem mit dem Höhenunterschied auf
Grund der Tide. Dafür müssen wir immer eine kleine Klettertour
absolvieren, um an Land zu gelangen.
Der Franzose ist alleine unterwegs und wartet zur Zeit auf sein
Segel, welches er mit einem Frachter auf die Seychellen zur
Reparatur geschickt hat. Der Amerikaner ist 70 und zusammen mit
einer 42 jährigen Engländerin unterwegs, welche seine Crew ist.
Sie will Erfahrung sammeln, damit sie dann mal selber mit einem
Segelschiff über die Weltmeere düsen kann.
Heute wollten die beiden auslaufen, um der Ostküste entlang nach
Süden zu fahren - nach einer Stunde waren sie wieder da - viel
zu viel Wind für die Crew (58 Knoten noch in der Bucht).
In Magaskar ist einiges ein wenig kompliziert. So gibt es für
die meisten Orte zwei Namen, einen madagassischen und einen
französischen (Antsiranana heisst auch Diego Suarez [auch wenn
das nicht sehr französisch tönt ;-]). Dann gibt es auch zwei
Währungen, madagassische Franc und Ariary. Gewisse Preise sind
in Franc, andere in Ariary angeschrieben. Als Geld gibt es aber
nur Ariary und der Kurs zum Franc ist 1:5. Man muss sich also
immer vergewissern, ob es jetzt fünfmal mehr ist oder fünfmal
weniger oder wie oder was. Dann noch in Euro oder CHF umrechnen
- das hält die grauen Zellen jung.
Diego (so nennen es die meisten) macht einen recht modernen
Eindruck. Viele Gebäude und Strassen stammen noch aus der
französischen Kolonialzeit, sind aber zum Teil in sehr
schlechtem Zustand. 80% der Autos hier sind Renault 4, die
allermeisten davon sind gelb und Taxis. Benzin ist sehr teuer,
ca. 1 Euro pro Liter.
Morgen und übermorgen machen wir einen Ausflug in den
Nationalpark Montagne d'Ambre.
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25. Oktober 2007 / Th
Inzwischen ist Vollmond und wir sind heute morgen früh in
Madagaskar eingetroffen. Wir hatten nach langer Flaute und
langem Dümpeln dann plötzlich Wind und zwar ziemlich kräftig, so
dass wir am Schluss noch auf Zeit spielen mussten, damit wir
nicht mitten in der Nacht angekommen sind. Der Wind hat immer
mehr gegen Süden gedreht, so dass wir die letzten 24 Stunden
hart am Wind segeln mussten bei 20-25 kn Wind. Immer wieder
hatten wir kurze, aber heftige Regengüsse und es hat ziemlich
geschaukelt.
Nachdem wir 6 Mahlzeiten lang vom Thunfisch gezehrt hatten,
liessen wir das weitere Fischen bleiben.
Heute morgen sind wir dann in die grosse Bucht von Antsiranana
eingelaufen und im Hafen wurden wir von zwei Delfinen begrüsst.
Nun liegen wir längsseits an einem Fischkutter, der Papierkram
ist erledigt, Geld gewechselt und eine erste Runde durch die
Stadt absolviert. Als nächstes gehts dann nochmals in die Stadt
zum fein Essen.
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21. Oktober 2007 / Th
Seit Freitag sind wir nun unterwegs Richtung Süden. Nachdem der
ganze Papierkram erledigt war, konnten wir um 13:30 Victoria
verlassen und in See stechen. Zuerst mit gutem Wind Richtung
Norden um die Insel herum, dann auf Kurs 219 direkt Richtung
Glorieuse, einer kleinen Insel nordöstlich von Mayotte. Nach ein
paar Stunden, als wir Mahé hinter uns gelassen hatten, war der
Wind plötzlich weg und wir mussten mal wieder dieseln. Bald
stellten wir fest, dass unsere Justierungen an der Wellenanlage
die lästigen Vibrationen im Schiff nicht eliminiert hatten,
sondern, dass wir jetzt eher mehr Vibrationen spüren. Zwei Tage
Arbeit für die Katz.
Der Wind wollte sich auch gestern nicht wieder bemerkbar machen,
erst heute morgen um fünf Uhr konnten wir den Motor abstellen
und segeln. Wir entschlossen uns dann, bei der Insel François
einen Stopp einzulegen, um die Wellenanlage nochmals
anzuschauen. Als wir gegen Abend in die Nähe der Insel kommen,
sehen wir mir dem Fernglas rund um die kleine Insel Brecher, wie
man sie sonst nur an der Küste sieht: das auf der Karte
eingezeichnete Riff liegt also nur knapp unter der
Wasseroberfläche. Die beiden Wracks, die wir auf dem Riff liegen
sehen, bestäigen das. Jetzt heisst es, einen Unterbruch in der
Linie der brechenden Wellen zu finden, wo ein Durchgang durch
das Riff sein könnte. Dahinter absolut ruhiges Wasser, ein Traum
von einem Ankerplatz. Aber leider finden wir keinen Eingang und
die Dunkelheit verhindert weiteres Suchen.
Während wir nach einem Eingang in die Lagune (dem Wasser hinter
dem Riff) suchen, rollt plötzlich die Angelschnur ab und zwar
ziemlich heftig. Da muss was Grosses dran sein. Nach ein paar
Minuten wird es dann immer klarer: ein kleiner Gelbflossenthun,
ca. 10 kg schwer. Mit Abstand der grösste Brocken, den wir bis
jetzt gefangen haben. Julia soll schnell die andere Leine
einholen, die nächsten Tage gibt es Fisch. Warum geht das so
streng, fragt sie. Und, oh Schreck, wir sind wohl durch einen
Schwarm gefahren, an der anderen Leine hängt der Zwillingsbruder.
Den lassen wir aber wieder schwimmen, hoffentlich hat er es
überstanden.
Nachdem das mit dem Ankern bei der schönen Insel nicht geklappt
hat, entschliessen wir uns, direkt nach Madagaskar zu fahren und
setzen Kurs auf Antsiranana am Nordende der Insel. Noch 360
Meilen liegen vor uns.
Es ist jetzt eben Mitternacht vorbei, ich sitze an Deck auf der
Wache (noch bis zwei Uhr), der 65% Mond scheint am Himmel, der
Wind ist nur schwach, wir rollen immer wieder in der Dünung und
dann schlagen die Segel - eine ziemlich nervige Sache.
Hoffentlich frischt der Wind bald auf.
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16. Oktober 2007 / Th Die
Grillade war sehr lecker mit Fisch, Chicken Curry, Reis und
Salat. Dazu eine Flasche montenegrinischen Weisswein. Wir haben
noch eine Horde anderer Schweizer getroffen, welche auf
Segelurlaub sind.
Am Montag Morgen sind wir dann aufgebrochen um nach Victoria
zurückzusegeln. Unterwegs haben wir die Gelegenheit genutzt und
vom Beiboot aus ein paar Fotos der Wahoo unter Volltuch zu
machen.
Mit nur mässigem Westwind sind wir dann am Abend wieder in
Vicotria eingetroffen und haben dort das östreichische Boot mit
dem schweizer Skipper wieder getroffen.
Heute haben wir noch ein paar Reparaturarbeiten durchgeführt und
morgen oder am Donnerstag laufen wir aus Richtung Madagaskar.
Übrigens gibt es neue Fotos unter der Rubrik Bilder.
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14. Oktober 2007 / Th Am
Freitag haben wir uns auf den Weg gemacht zu zwei Inseln ca. 30
Meilen nordöstlich von Mahé: La Digue und Praslin. Nach dem
Segel setzen mussten wir den äusseren Hafen von Victoria
durchqueren. Dabei sind wir mitten im Hafenbecken auf Grund
gelaufen. Der Wind hat uns zusätzlich auf die Steine gedrückt,
so dass wir ziemliche Mühe hatten, wieder frei zu kommen. Zwei
Männer von der Küstenwache haben uns mit ihrem Boot am Bug
herausgezogen und so kamen wir dann wieder frei. Dann haben wir
bemerkt, dass der elektronische Kompass keine vernünftigen Daten
mehr liefert und somit der Steuerautomat auch nicht mehr richtig
steuern konnte. Darum mussten wir die vier Stunden von Hand
steuern.
Danach ging es mit flottem Wind mit 6-7 Knoten nach La Digue.
Leider war der Hafen voll und wir mussten draussen ankern, wo es
ziemlich rollig war. Am andern Morgen konnten wir dann aber in
den Hafen. Einen Tag haben wir dann auf der Insel verbracht und
sie mit dem Velo erkundet. Zum Znacht gabs gegrillten Bonito und
laute Live Musik vom nahen Restaurant. Zum Glück gab es um zehn
Uhr einen Stromausfall und damit Ruhe im Hafen. Leider hat der
Stromausfall bis am nächsten Tag gedauert, so dass es kein
frisches Brot zum Frühstück gab.
Am Samstag sind wir dann wieder in See gestochen mit Ziel
Praslin. Dort gibt es eine kleine Felseninsel mit ein paar
Palmen drauf, wo wir gebadet, geschnorchelt und die Nacht
verbracht haben.
Heute haben wir uns dann des Kompasses angenommen und nach
langem Suchen eine kleine Ansammlung von irgend einem Salz auf
der Leiterplatte gefunden. Wie das ins wasserdichte Gehäuse
kommen konnte, blieb ein Rätsel. Aber Hauptsache der Kompass
funktioniert wieder.
Jetzt liegen wir in einer Bucht auf einer Nachbarinsel von
Praslin und fahren nächstens an Land, wo uns eine Grillade
erwartet.
Morgen geht es dann wieder zurück nach Victoria, wo wir alles
erledigen müssen für die Weiterfahrt nach Süden.
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10. Oktober 2007 / Th Ja,
und das haben wir dann auch gemacht: mit dem Bus zuerst Richtung
Süden, alles der Küste entlang. Am Schluss ging es über einen
kleinen Pass und nach fünf Minuten waren wir auf der Ostseite
der Insel. Überall schöne Sandstrände und Palmen und blaues Meer
- aber praktisch keine Leute. So haben wir einen grossen Teil
der Insel gesehen. Auf der Rückfahrt sind wir mit einem
tollwütigen Busfahrer über eine Art Passstrasse gefahren, da
muss man sogar in der Schweiz lange suchen, bis man so was
findet. Rauf und runter, enge Kurven und immer mehr oder weniger
Vollgas.
Das Wetter ist zur Zeit sehr wechselhaft. Meist ist es bewölkt,
hin und wieder scheint die Sonne (dann ist es sofort sehr heiss)
und dann regnet es plötzlich wieder in Strömen. Die Temperaturen
sind aber sehr angenehm.
Julia und ich waren gestern Tauchen. Dabei haben wir unseren
ersten Hai gesehen, einen riesigen Sting Ray und ein paar
eindrückliche Schildkröten.
Gemäss Gesetz ist Victoria der einzige Hafen auf den Seychellen,
von wo aus man das Land verlassen kann. Wenn man die äusseren
Inseln besuchen will (und die sind bis 600 Meilen entfernt)
müsste man danach wieder nach Victoria zurückkehren, um die
Ausreiseformalitäten zu erledigen. Das bedeutet für uns, dass
wir diese Inseln leider abschminken müssen. Darum brechen wir
morgen zu zwei Inseln in der Nähe auf, kehren dann nach Mahé
zurück und fahren dann direkt nach Madagaskar oder zu den
Komoren.
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6. Oktober 2007 / Th
Gestern sind wir nach knapp 15 Tagen auf hoher See in
Victoria, der Hauptstadt der Seychellen auf der Insel Mahé
eingetroffen. Wir haben dabei knapp 1600 Meilen (ca. 2950 km)
zurückgelegt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 4
Knoten.
Nachdem wir ca. zwei Tage lang praktisch keinen Wind mehr hatten
und motoren mussten, waren die letzten beiden Tage ziemlich
heftig. Wir hatten immer Wind aus Südosten mit 15 bis 25 Knoten,
so dass wir immer zwischen 5 und 7 Knoten liefen. Der relativ
starke Wind hat dann halt auch wieder für ziemlich rauhe See
gesorgt, so dass wir so richtig durchgeschaukelt auf den
Seychellen angekommen sind - aber da gewöhnt man sich daran.
Gestern in der Morgendämmerung haben wir dann auf Steuerbord die
östlichste Insel der Seychellen Gruppe passiert und ein paar
Stunden (und einen fetten Bonito) später sind wir in Victoria
eingelaufen. Von der Port Control wurden wir über VHF Radio
angewiesen, eine bestimmte Position vor dem Hafen anzulaufen und
dort vor Anker zu gehen. Nachdem wir ziemlich hektisch die Segel
geborgen und den Anker wieder montiert hatten (den hatten wir
demontiert, damit wir den Kettendurchlass verschliessen konnten
und somit weniger Wasser in den Bug schwappen konnte), konnten
wir an der zugewiesenen Position den Anker werfen. Bald darauf
erschien ein Pilot Boot mit sage und schreibe sechs Beamten,
welche unser Schiff enterten. Jeder hatte einen Stapel
Formulare, welche ausgefüllt werden mussten. Unter anderem
sollten wir für den Zoll eine Liste mit all unseren Vorräten
erstellen. Die Beamten waren alle sehr freundlich und haben das
Ganze nicht so eng gesehen (die Makaronis wurden auf jeden Fall
nicht nachgezählt, ebenfalls nicht die 5 Flaschen deklarierten
Weines).
Als die offiziellen Jungs wieder abgeentert hatten, konnten wir
den Anker lichten und in den innern Hafen einlaufen. Dort liegen
wir jetzt vor Anker.
Nachdem wir uns ein wenig in der Stadt umgesehen, Geld
gewechselt und frisches Brot eingekauft hatten, trafen wir uns
mit der Konsulin der Schweiz auf einen Drink im Jachtclub ;-).
Von ihr - sie lebt seit bald 30 Jahren auf den Seychellen -
haben wir spannende Informationen und wertvolle Tipps bekommen.
Morgen wollen wir die Insel auf dem Landweg mit dem Bus
erkunden.
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2. Oktober 2007 / Th
Gestern um 16 Uhr haben wir den Äquator bei 60° 30' Ost
überquert. Es war eher unspektakulär. Im Westen sah man die tief
stehende Sonne, im Osten die typische Wolke mit dem grauen
Balken ins Meer, welcher den Äquator markiert.

Natürlich haben wir angestossen und zwar mit einer Flasche
montenegrinischem Sekt.
Jetzt sind wir auf dem Weg nach Victoria und sollten ca. am 6.
Oktober dort ankommen. Seit gestern Nacht um 11 Uhr segeln wir
wieder und hoffen, dass der Wind bis ans Ziel anhält.
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30. September 2007 / Th
Wir sind jetzt mitten in einer Zone, welche Doldrum genannt
wird. In diesem Gebiet, ca 2-3° Grad um den Äquator, herrschen
spezielle Wetterverhältnisse. Im Arabischen Meeres, in dem wir
zur Zeit unterwegs sind, herrscht auf der nördliche Hemisphäre
Südwestmonsun, d.h. der Wind kommt praktisch permanent aus
Südwesten entlang der afrikanischen Ostküste bis nach Indien.
Auf der südlichen Halbkugel gibt es jedoch zur Zeit Südostwind.
Und ca. am Äquator treffen diese beiden unterschiedlichen
Systeme zusammen. Das führt dazu, dass in dieser Zone spezielle
Wind- und Wetterverhältnisse bestehen. Konkret haben wir seit
heute morgen um vier Uhr praktisch Flaute und wir laufen unter
Motor. Ringsherum sieht man die tollsten Wolkenformationen. Zum
Teil fette graue Wolken mit einem Hals bis aufs Meer herunter.
Aus diesen Wolken regnet es dann in einem sehr beschränkten
Gebiet. Heute morgen sind wir durch so eine Zone gefahren.
Plötzlich hat es wie aus Giesskannen gegossen und wir haben es
genossen mal wieder so eine schöne Süsswasserdusche zu bekommen.
Auch dem Schiff hats gut getan. Nach einer halben Stunde war das
Ganze vorbei und wir konnten uns in der Sonne wieder trocknen
lassen.
Gestern haben wir zum ersten Mai wieder Delfine gesehen. Zuerst
zwei in einiger Entfernung und danach eine kleine Schule direkt
in der Bugwelle vor dem Schiff. Kurz darauf sahen wir silbrig
glänzende Fische aus dem Wasser springen und prompt haben beide
Angelleinen einen Fisch signalisiert. So haben wir zwei
wunderbare Goldmakrelen gefangen, eine kleine feine und ein
grosser Brocken von ca. 8 kg. Darum gab es dann gestern frischen
Fisch vom Grill. Und heute wird es nicht mehr ganz frischen
(aber immer noch guten) Fisch ebenfalls vom Grill geben.
Vor ein paar Stunden haben wir den zweiten Breitengrad passiert
und hoffen, dass wir morgen Nacht den Äquator erreichen. Bis zu
den Seychellen sind es jetzt noch gut 500 Meilen, über 1000
haben wir schon zurückgelegt seit wir Oman verlassen haben.
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28. September 2007 / Th
Seit ein paar Tagen segeln wir angenehm, verbringen die Tage mit
Essen, Schlafen, Lesen, ins Meer schauen, ...
Zur Zeit sind wir in der Nähe des vierten Breitengrades und
langsam wir es spannend, wie die Windverhältnisse rund um den
Äquator sein werden.
Julia hat heute wieder Brot gebacken und zum Znacht gibt es
Pizza - die Fische beissen leider zur Zeit nicht so gut.
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26. September 2007 / Th
Am 20. sind die Ersatzteile endlich eingetroffen. Wir haben den
Filter eingebaut, den Motor getesete (i.O.), Wasser gebunkert.
Julia hat nochmals unsere Vorräte aufgefüllt (vor allem
Frischwaren). Danach haben wir mit Mohammed den Papierkram
erledigt und uns zum zweiten Mal von ihm verabschiedet. Um 17
Uhr sind wir in See gestochen. Am ersten Tag wars relativ ruhig,
ebenso am zweiten. Am dritten Tag sind wir dann in die Nähe von
Sokotra gekommen und der Wind hat immer mehr zugelegt, parallel
dazu die Wellen. Angesagt war Wind bis ca. 25 Knoten. Die
nächsten 24 Stunden waren hart. Wir hatten Wind bis 38 Knoten
und hohe Wellen (auf nähere Angaben wird verzichtet, da ihr es
sowieso nicht glaubt ;-). Draussen konnte man nur im Ölzeug
sein, alle Luken mussten dicht geschlossen sein, usw.
Am vierten Tag hat sich dann das Ganze normalisiert und seit da
haben wir anständige Verhältnisse. Im Schnitt haben wir die
geplanten 100 Meilen pro Tag erreicht. Vor ein paar Stunden
haben wir den achten Breitengrad überquert und segeln zur Zeit
(dank einer Westfront) direkt nach Süden auf den Äquator zu.
Gestern gabs Fisch zum Nachtessen, nachdem wir vorher mehr oder
weniger von mühsam gekochten Suppen oder Eintöpfen gelebt
hatten. Ihr müsst euch vorstellen, dass das Schiff stark rollt
und stampft bei solchem Wetter und man sich immer irgendwo
festhalten muss. Auch alles Geschirr und sonstiges Material ist
der Trägheit unterstellt und versucht an Ort und Stelle zu
bleiben, wenn sich das Schiff darunter bewegt.
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17. September 2007 / Th
Gestern waren Julia und ich noch am Strand ausserhalb des
Hafens. Eine schöne Bucht mit weissem Sandstrand und schönen
Wellen. Und weit und breit kein Mensch in Sicht.
Zur Zeit herrscht ja Ramadan hier in der muslimischen Welt. Das
heisst, die Leute dürfen vom Morgengrauen bis Sonnenuntergang
weder essen noch trinken noch rauchen (telefonieren mit dem
Handy ist wohl noch nicht auf dieser Liste ;-). Sobald aber die
Sonne untergegangen ist, wird so richtig zugelangt.
Gestern hat uns Mohammed (unser Agent und Freund) so ein Essen
aufs Schiff gebracht. Jede Menge Reis mit Fleisch und Chicken,
Datteln, frittierte Eier (!), frittiertes Gemüse und viele
andere feine Sachen. Während wir uns alles mal angeschaut haben
und da und dort erste Kostproben genommen haben, hat er sich
richtiggehend vollgestopft. Als wir dann mit dem Essen begonnen
haben, hat er gesagt, dass er jetzt eine Pause brauche, es aber
in drei Stunden weiter gehe. Na ja, ob das die Idee von der
ganzen Sache ist?
Unsere Ersatzteile sind noch immer nicht eingetroffen, so bleibt
uns nichts anderes übrig als weiter zu warten.
Zum Glück hat das Wetter jetzt freundlichere Formen angenommen
als Ende Augst, wo es immer nebelig und feucht war. Jetzt
scheint eigentlich jeden Tag die Sonne und es ist angenehm warm,
an der Sonne heiss wie im Juli in der Schweiz.
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