|
28. Februar / Th Am
Dienstag sind wir mit dem Auto nach Stellenbosch, einem Zentrum
des Weinbaus, gefahren. Die Stadt hat viele schöne und alte
kapholländische Gebäude, ist aber auch sehr touristisch und der
ganze Verkehr geht mitten durch die Stadt. Zudem hat es sehr
viele Bäume, man hat beinahe das Gefühl, in einem Park zu sein.
Gestern haben wir dann das sehr bekannte
Weingut Vergelegen
besucht. Mandela empfing dort die Clintons, die Queen war da ...
und nun wir. Das Gut wurde vor über dreihundert Jahren gegründet
und ist riesig (dabei haben wir bei der Besichtigung noch gar
keine Reben gesehen). Es gibt alte Gebäude, verschiedene Gärten,
einen Rosengarten, einen Gewürzgarten, Teiche, uralte
chinesische Kampferbäume und Eichen, eine riesige Rasenfläche
und einen sehr modernen Weinkeller (den wir leider noch nicht
besichtigen konnten, aber sicher noch werden). Und die Weine
waren auch nicht schlecht.
Heute morgen mussten wir früh aus den Federn; Klaus musste auf
den Flughafen; er fliegt für zwei Wochen nach Madagaskar. Julia
und ich sind danach nach Cape Town weitergefahren, mit dem Ziel,
die Stadt weiter zu erkunden. Als wir dort ankamen, sahen wir
den Tafelberg unverhüllt (nicht von Wolken verhangen), was eher
selten ist. So beschlossen wir spontan, diesen zu erklimmen, die
nötige Ausrüstung hatten wir für alle Fälle ins Auto geladen.
Wir hatten geplant, zu Fuss auf den Tafelberg zu gehen. Die
Kolonnen an der Talstation der Seilbahn bekräftigten diesen
Plan. Als wir uns umschauten, rief uns jemand zu: es waren Jelle
und Fiona von der Enigma, einmal mehr.
Es gibt eine direkte Route auf den Gipfel, die wurde uns von
einem Einheimischen als steil, mit ein paar kleinen Klettereien
über ein paar Felsen beschrieben (er weiss das wohl nur vom
Hörensagen). Auf den Hinweistafeln wurde die Route als 'very
dangerous and difficult to navigate' beschrieben. Das sollte uns
aber nicht abschrecken. Schliesslich weiss man diese
Hinweistafeln an solchen Touristentreffpunkten zu
interpretieren. Und so machten wir uns auf den Weg. Von Anfang
an ging es recht steil bergauf und man brauchte hin und wieder
die Hände, null Problemo. Nach etwa einer Stunde trafen wir auf
eine junge, blonde Frau mit blauen Augen. Sie getraute sich
nicht, weiterzugehen. Und wirklich, jetzt waren da ein paar
Kletterstellen. Nur ein paar Meter, aber man musste schon
schauen, wo man hinstehen und sich festhalten konnte. Wir nahmen
die Schwedin in die Mitte und weiter gings. Wie es so ist bei so
Routen: je näher man dem Gipfel kommt, umso schwieriger wird es.
Und zurück geht es auch nicht wirklich leichter. Es war aber
nirgends ausgesetzt und der Fels war sehr gut, nicht brüchig und
sehr griffig. Aber doch ein abenteuerlicher Weg mit
Adrenalinkicks - definitiv nichts für Kraxeleiungewohnte! Nach
gut zwei Stunden kamen wir auf dem Gipfel an und hörten schon
von weitem ein uns bekanntes Lachen - Jelle, the Dutch. Na ja,
die Welt ist klein und pro Tag fahren ja nur ca. zehntausend
Personen auf den Tafelberg. Die Aussicht war herrlich, keine
Wolken weit und breit.
Runter ging es dann mit der Bahn, da Julia ein Knie an einem
Fels angeschlagen hatte. Bevor wir zurück nach Gordon's Bay
fuhren, gings noch zu einem andern Aussichtspunkt hoch über
Kapstadt, dem Signal Hill. Schöne Aussicht über den Hafen und
die ganze Stadt. Und wen trafen wir da? Zum drittenMal an einem
Tag? Ihr dürft dreimal raten ...
|
|
25. Februar / Th Nachdem
wir uns einen fahrbaren Untersatz besorgt hatten, machten wir
erste Erkundigungen in der Gegend. Gordon's Bay liegt am Fusse
eines Gebirgszuges und somit geht es hier ziemlich auf und ab.
Wir fuhren also der Küste entlang Richtung Süden bis zum Cape
Hangklip (dort gab es leider nicht so viel zu sehen). Weiter
unten gibt es eine Pinguinkolonie mit hunderten von diesen
kleinen Kap-Pinguinen, die da auf den Felsen herumstehen oder
-watscheln.
Gestern sind wir nach Simons Town auf der anderen Seite der
False Bay gefahren. Dort in der Marina sind einige andere Boote,
deren Besatzung wir hier in Südafrika kennengelernt haben. Fiona
und Jelle von der Enigma haben uns dann ans Kap der Guten
Hoffnung begleitet. Dort waren wir erwartungsgemäss nicht die
einzigen.
Es gibt dort eigentlich zwei Kaps. Das Kap Point - dort steht
der Leuchtturm (es gibt einen alten Leuchtturm auf ca. 280m über
dem Meer, den man aber wegen des häufigen Nebels nicht immer
gesehen hat und einen neuen, besser sichtbaren, auf 68m). Das
Kap der Guten Hoffnung liegt ein wenig südwestlicher und ist der
südwestlichste Punkt des afrikanischen Kontinents (GoogleEarth).
Zurück in Simons Town gabs noch Pizza und danach fuhren wir drei
zurück nach Gordon's Bay. Das war nicht wirklich lustig, denn
die Strasse führt nahe der Küste entlang, ist zum Teil schmal
und schlecht markiert und es war dunkel und hatte immer wieder
dichten Nebel.
Heute dann sind wir nach Kapstadt gefahren (ca. 50km von hier)
und haben uns mal einen ersten Überblick verschafft. Wir waren
an der Waterfront (GoogleEarth)
- eine riesige Ansammlung von Shops und Restaurants rund um die
verschiedenen Hafenbecken. Und jede Menge Touristen - wir sind
da nicht weiter aufgefallen. Da wir noch im Industriegebiet
Ersatzteile abholen mussten (und die um 17 Uhr zu gemacht
haben), kamen wir genau in die Rush Hour und so haben wir mal so
einen richtigen südafrikanischen Stossverkehr kennengelernt.
Noch ein paar Worte zum Wetter hier in der False Bay (die heisst
übrigens so, weil früher offensichtlich viele Schiffe in diese
grosse Bucht gefahren sind, da sie eines der vielen Kaps mit dem
Kap der guten Hoffnung verwechselt haben und meinten, schon um
dieses herumgefahren zu sein). Als wir ankamen war es praktisch
windstill. Gegen Abend hat dann Südostwind eingesetzt und wir
hatten, da wir hinter den Bergen sind, Fallböen mit bis zu 45
Knoten (was Windstärke 9 entspricht). Zum Glück sind wir in
einem guten Hafen. Das Ganze hat etwa 48 Stunden gedauert,
danach war Flaute und jetzt hat es wieder ein wenig
Nordwestwind. Aber das sei hier ganz normal, wurde uns gesagt.
Dafür ist es praktisch immer schönes Wetter und angenehm warm an
der Sonne (ausser es bläst einem fast die Haare vom Kopf).
|
|
21. Februar / Th Ja, wir
leben noch. Gestern haben wir das Kap Agulhas (GoogleEarth)
umsegelt und liegen jetzt in Gordon's Bay (GoogleEarth)
in der False Bay, der grossen Bucht südlich von Kapstadt. Wir
mussten in Mossel Bay einige Tage auf ein günstiges
Wetterfenster warten und am Dienstag gegen Abend war es dann
soweit. Zuerst hatten wir nur mässig Wind, aber in der Nacht auf
Mittwoch hat es dann - diesmal korrekt vorausgesagt vom
Wetterfrosch - immer mehr aufgefrischt. Und so sind wir dann von
anfangs 2-3 Knoten kontinuierlich bis auf 7-8 Knoten (Spitze war
9) beschleunigt worden. Mit Schwung sind wir am Kap Agulhas
vorbeigedüst, wenn auch so weit entfernt, dass man den
Leuchtturm nur mit dem Fernglas gesehen hat. Damit haben wir den
südlichsten Punkt von Afrika und damit auch den unserer Reise
überquert.
Um die Wartezeit in Mossel Bay zu überbrücken, haben wir mal
wieder ein Auto gemietet und damit die nähere Umgebung erkundet.
In der Nähe von Oudtshoorn haben wir eine Straussenfarm besucht
und auf einer Führung Interessantes über die grössten heute
lebenden Vögel erfahren. Unter anderem, dass ein Straussenei 120
kg Belastung aushalten kann (bin draufgstanden und es hat
gehalten), sein Inhalt dem von 24 Hühnereiern entspricht (nicht
ausprobiert) und dass es anderthalb Stunden dauert, um ein
'hartes Straussenei' zu kochen.
Danach haben wir die Cango Caves besucht, eines der weltweit
grössten Tropfsteinhöhlensysteme. Auch das war sehr imposant
(Bilder dazu in der nächsten Serie).
Die Gegend nördlich von Mossel Bay ist wieder sehr gebirgig und
wir haben dadurch auf unserer Fahrt einige Pässe über- und eine
lange Schlucht durchquert - landschaftlich sehr schön.
|
|
12. Februar / Th Na ja,
da gab es wohl ein kleines Kommunkationsproblem zwischen
Wettervorhersager und Wettermacher. Auf jeden Fall hatten wir
heute statt wie angekündigt 18 kn Südost mehr oder weniger tote
Hosen. Und darum sind wir jetzt in Mossel Bay (GoogleEarth),
50 Meilen westlicher als gestern.
|
|
11. Februar / Th So,
morgen früh geht es weiter Richtung False Bay, wahrscheinlich
nach Simons Town (südlich von Kapstadt). Dabei umrunden wir das
Kap Agulhas, den südlichsten Punkt Afrikas (das Kap der guten
Hoffnung ist der südwestlichste Punkt). Wir rechnen mit 2 Tagen
für die 250 Meilen.
Und dann gibt es wieder eine neue Bilderserie unter
Bilder.
|
|
10. Februar / Ju Knsyna
wird als 'Naisna' ausgesprochen. Natürlich gibt es in den
Souvenirläden entsprechende T-shis: Knysna is nice -na.
Es befindet sich auf praktisch 34 Grad Süd, so heisst auch eine
der angesagten Fressbeizen. Absolut luxuriös gestylte
Fresstempel haben wir auf der vollständig überbauten
Marschlandinsel 'Thesen Island' in dieser grossen Bucht
bestaunt. Eines beschrieb sich als Zen-Barock, das Interieur und
die Aussenbestuhlung mit eleganten Formen und Sofas mit
Zebrafellen sahen todschick aus. Eine Karte, gar mit Preisen
drauf, war aber nicht zu sehen. Der Kellner vom Yachtclub,
der früher dort arbeitete, meinte allerdings, da sei alles
+150%. Diese ganzen Häuserzeilen sind architektonisch
hübsch und nützen den Platz an der Waterfront, d.h. mit
freier Sicht auf die Lagune, optimal aus. Die Farben sind sehr
dezent, nicht wie bei uns dieser unsägliche Trend zu
knallfarbigen Häuserfassaden. Dazu sind nur zwei
Stockwerke erlaubt. Knysna präsentiert sich also als
schnuckelig-gediegen, LEGO- bis hollywoodmässig. Dazu muss man
sich unsere Gartenblumen und -sträucher wie Hibiskus, die blauen
'Zierschnittlauche', Lilien, Mittagsblumen, und einfach
alles in üppigerer, fleischiger Form und in grossen Beeten oder
sowieso frei am Strassenrand vorstellen. Eine Pracht für meine
Augen! Sehr viele der Häuser und Wohnungen stehen aber auch
leer. Es ist dieselbe Problematik wie in unseren
Ferienhausorten. Die Stromknappheit, von der auch in
CH-Zeitungen zu lesen war oder ist, beruht einerseits darauf,
dass die Infrastruktur wie Strassen, Strom, Abwasser etc. nicht
mit der privaten Bautätigkeit Schritt halten kann. Anderseits
hat die Regierung aus Kostengründen einen Teil der Kraftwerke
eingemottet und jetzt bei der verzweifelten Wiederinbetriebnahme
fehlen die entlassenen (weissen) Techniker und das
Wiedereinschalten geht nicht so 'ring' wie das Ausschalten.
Jedenfalls werden wir doch eher versuchen, den Tafelberg in
Kapstadt zu Fuss zu besteigen - um dann beim Abwärtsfahren wegen
Stromausfall steckenzubleiben ... Wer weiss!
Also, Knysna ist weiss und überaltert und reich, sehr reich. Und
hier manifestiert sich die Sicherheitsparanoia des weissen,
reichen Südafrikas deutlich. Alle Wohnlagen sind mit grosszügig
dimensionierten Zäunen, mit oder ohne Stacheldraht oder
elektrisch geladen und elektronisch überwacht, versehen. Mit
Eingangstor, mit (schwarzem) Wachmann, der Unbefugten den
Zutritt verweigert. Positiv daran ist, dass es so einige Jobs
gibt. Aber wahrscheinlich ist die Uniform schöner als der Lohn
ausreichend. Der Vollständigkeit halber muss hinzugefügt werden,
dass auch viele Schwarzensiedlungen und Häuschen mit
Stacheldraht umzäunt sind.
Für uns toll an Knysna ist die zentrale Marina (alle Geschäfte,
Wäschereien, Bike- und Autoverleih in Gehdistanz), die Ruhe
(kein lärmiger Hafen mit Grossschifffahrt und Docks, keine Musik
und Gegröle aus den Bars nach 23 Uhr), die vielfältigen
Erkundungsmöglichkeiten in der Umgebung, wie sie Thomas
beschrieben hat, und auch das Unterhaltungsangebot. Nachdem wir
alle zu viert im hiesigen Playhouse eine super Modern Dance
Aufführung genossen haben, fand ich mich letzthin an einem
regnerischen Tag sogar in der Nachmittagsvorstellung des Kinos
wieder. Nach Wasser- und Dieseltankauffüllungen kam auch mal
wieder der Kulturtank an die Reihe. Klassisch typisch für den
Tanzabend war, dass die Truppe aus Jo'burg aus ausschliesslich
schwarzen Tänzer/innen bestand (logo), das Publikum aber nur aus
Weissen (bezeichnend).
Gestern Abend fand im Yachtclub, dessen temporäre Mitglieder wir
sind, eine 'valentine's party' statt. Griechisches Menu, live
Musik und 'dresscode: red' waren angesagt. Die Dekoration war
auch in Rot, mit Ballonherzen und so. Noch nett gemacht, halt so
britisch mit dem Valentintagszirkus. Hauptsache ein Anlass für
eine Fete. Leider aber war die Moussaka längst nicht so fein wie
sonst das Essen im Club - und vor allem die Menge :-(
Diese Schnörrlivoll ging grad als kleine Vorspeise durch ... So
haben wir halt alles Brot mit allem Tzatziki und allem Salat
weggeputzt. Zum Glück gab es noch das Hippieduo; zu ein paar
Musikstücken konnte so richtig abgetanzt werden - so war der
Abend doch gerettet. Auf dem kurzen Nachhauseweg aufs Schiff um
halb zwölf waren dann alle Kaffemaschinen unterwegs bereits
abgestellt und so wurde es nix mehr mit Kaffee & Kuchen. Dafür
dann heute Sonntagmorgen ein ausgedehntes und spätes Frühstück.
Heute wieder Nieseltag und bewölkt, also auch Computertag. Die
Leute klagen, es sei viel zu trocken, alle Speicher seien leer
und es sollte dringend regnen. Diese Nieseltage bringen schon
nichts, sie verderben nur den Touristen die Sommertage. So ein
richtiger Regenguss von ein paar Stunden wäre besser. Wenn man
mit der Lokalbevölkerung aufs Wetter zu sprechen kommt, ist das
Fazit überall, von Oman, über Seychellen und Madagaskar bis
Südafrika, nichts ist wie üblich, alles spielt verrückt. Wenn
ich dann allenfalls antworte, das sei selbst gemacht und
eigenverschuldet, stosse ich kaum auf Opposition. Ausser - dazu
eine Episode von unserem Rangerover-Ausflug (!)hoch zum
Sanipass. Mit dabei waren zwei junge Amerikaner: Olivia und
David aus Phoenix, US. Sympathisches Ehepaar, wir haben
geplaudert. Auf dem Rückweg dann begann David im Gespräch mit
dem Ranger von PS und Motoren seiner Autos und vom Schiff zu
schwadronieren, dass der Benzinpreis drüben viel zu hoch sei.
Dass es überhaupt weltweit mehr als genug Ölvorkommen habe, dass
leider diese Ökologiebewegungen auch in den Staaten im Aufkommen
sei, dass es sowieso zwei Bakterien im Meer habe, die mehr
Kohlendioxid freisetzten als der Mensch es je könne ... Auf
einmal sehr unsympathisch. Wir waren fast schockiert, solche
Ansichten live zu hören und dann noch von so jungen Leuten
(unter 30). David hatte sich zwar selber als 'true republican'
bezeichnet, aber dass es so was Krasses wirklich gibt ... Wir
sind dann verstimmt verstummt.
|
|
6. Februar 2008 / Th
Heute hat uns Marcel wieder verlassen. Er fährt mit dem Auto
noch bis Kapstadt und sieht sich die Gegend auf dem Weg dorthin
noch ein wenig genauer an.
Wir haben die letzte Woche verbracht mit:
- Biken - Südafrika ist definitiv nicht das Land für Biker. Wenn
man auf Nebenstrassen fährt, kommt oft plötzlich ein Tor, wo es
kein Durchkommen gibt (Private Property / privates Grundstück).
Und auf den Hauptstrassen ist es sehr unangenehm und auch
gefährlich. Trotzdem gehen wir morgen nochmals (über eine
stillgelegte Eisenbahnstrecke, da gibt es sicher keine Autos [es
hat zwar so einen Typen, der hat einen Quad {so einen
vierräderigen Töff} mit Eisenbahnrädern bestückt und fährt damit
über die Geleise])
- Tauchen - das hat es auch nicht wirklich gebracht. Schlechte
Sicht, kaltes Wasser, starker Seegang, starke Strömung
- Wandern - da gibt es wirklich schöne Sachen zu machen (mehr
Optisches dazu im nächsten Fotoset)
- Essen und Trinken - gutes Essen, gute Weine und alles sehr
günstig (der Wechselkurs wird von Tag zu Tag besser)
- Schiff reparieren - wir mussten den Masttop (das Teil auf dem
Mast, wo alle Seile durchlaufen) des hinteren Mastes
herunterholen und revidieren. Mal wieder ein Korrosionsproblem
Alu/Chromstahl.
Noch eine kleine technische Anmerkung: die Homepage läuft jetzt
auf einem neuen Server und das Kontaktformular sollte wieder
funktionieren.
|
|
30. Januar 2008 / Th Ja,
das mit den Dichtungen war so eine Sache. Sie sind alle
gekommen, ausser den wichtigsten, die für den Kolben. Die kamen
erst am andern Morgen. Nachdem der Zylinder wieder
zusammengebaut war, musste das Öl wieder eingefüllt und das
System entlüftet werden. Dann alles wieder einbauen. Nach dem
Mittag waren wir dann fertig und bereit zum Auslaufen. Gemäss
Wetterbericht sollte es bis Port Elizabeth reichen, bevor der
nächste Südwestwind einfahren würde.
Wir hatten meist guten Wind, aber ziemlich rauhe See. Unterwegs
sahen wir ein paar Mal grössere Gruppen Delfine und jede Menge
Kaptölpel. Diese gänsegrossen Vögel fliegen, oft in Gruppen von
10-30 Tieren, ganz dicht über der Wasseroberfläche, so dass sie
mal wieder hinter einer Welle verschwinden und dann wieder
auftauchen. Da sie immer in einer Reihe mit ca. 1m Abstand
fliegen, sieht das sehr spektakulär aus (wie ein
Flugzeuggeschwader). Wenn sie fischen, fliegen sie etwa 10m über
dem Wasser. Sobald sie einen Fisch sehen, legen sie die Flügel
an und stürzen sich wie ein Pfeil ins Wasser.
Am Sonntag gegen abend liefen wir dann bereits mit Südwestwind
in P.E. ein und wurden ein weiteres Mal herzlich willkommen
geheissen, inkl. gratis Welcome-Drink im Yachtclub.
Der Wetterbericht sagte für die nächsten 5 Tage sehr wenig Wind
voraus und so entschlossen wir uns, bereits am Montag unter
Motor nach Knysna zu fahren, da wir dort noch Tauchen gehen
können. Marcel mietete ein Auto und erkundete das Hinterland,
während dem wir nach Knysna fuhren. Die Einfahrt nach Knysna (Google
Earth) ist ein wenig tricky, es geht nur bei guten Wind- und
Wellenverhältnissen und nur bei einlaufendem Wasser (zwischen
Ebbe und Flut). Bis auf ein paar Stunden mussten wir wirklich
motoren, aber wir waren genau im Zeitplan und um 18 Uhr vor der
Einfahrt. Unterwegs sahen wir Seehunde und aus einiger Distanz
Wale sowie wieder jede Menge Tölpel.
Auf dem östlichen Felsen über der Einfahrt wartete dann bereits
Günter vom TO Stützpunkt Knysna und gab uns letzte Anweisungen
über Funk, so dass wir die Einfahrt problemlos meisterten.
Nun liegen wir sehr komfortabel in der Marina von Knysna (Google
Earth). Es ist hier zwar sehr touristisch mit vielen kleinen
Shops und Restaurants, aber während der Nacht sehr ruhig.
|
|
25. Januar 2008 / Ju
Unser Safaritag vorgestern war strahlend schön und im Auto
ohne AC eher heiss. Dafür konnten wir den Strand geniessen.
Dabei haben wir Textil gespart, uns in die Wellen geworfen und
am ganzen Körper Sandpeelings gemacht. Die Safari im privaten
Inkwenkwezi war a) in Bezug auf die Wildtiere im Vergleich zum
ungleich grösseren und unberührteren Hluhluwi eher enttäuschend.
Aber b) wegen der Jeepfahrt über die wilden Wege (Berg-und
Tal-und Schlaglochfahrt), c) der Löwen und d) der Begegnung mit
dem aggressiven Strauss "Pete" doch ein Erlebnis. Der Guide
meinte, dass Strausse sehr dumm seien. "Bigger eyeballs than
brains". So hatte er unseren Jeep für ein Weibchen gehalten und
sein kurliges Balzverhalten gezeigt. Von uns kam natürlich keine
der erwünschten Reaktionen ... Da er uns den Weg verstellte, hat
der Guide ihn mit dem Wagen etwas (unsanft) angerempelt, worauf
er dann recht aggressiv wurde und auf den Jeep los ging. Kopf
auf unserer Kopfhöhe, spuckend und wie pickend. Das tun sie zwar
nicht, aber ein Strauss kann mit den Füssen so austreten, dass
er einen schon erwischen und verletzen kann. Dem Jeep tut es
nicht soviel. Er hat auch nicht getreten, aber uns wirklich
verfolgt, ist uns Vollkaracho nachgerannt, Flügel schlagend und
hartnäckig. Thomas meint, dass der Guide die Attacke provoziert
habe, es also zur Show gehört. Das ist wahrscheinlich, aber wir
hatten dann doch den Eindruck, dass er schliesslich recht
hektisch das Fahrzeug rückwärts in die Büsche manövrierte. So
lockte er den Strauss ebenfalls hinter Büsche, was diesem den
Fokus auf uns raubte und der Fahrer nutzte den Moment, um mit
Vollgas zu "entkommen". Aber es war eine Gaudi, Thomas hat
wacker gefilmt. Die Fotos sind, wie meistens, von mir.
Abends waren wir im Buffalo River Yacht Club gleich gegenüber
auf der anderen Flussseite mit den anderen Jachties (nur 2
andere Boote) und sonstigen Clubmitgliedern zum Mittwochdinner.
Dabei Edith & Dick, die älteren Amerikaner, die wir aus Richards
Bay und Durban kennen. Marcel kann fast nicht verstehen, dass
und wie diese zwei Senioren - er findet sie mehr scheintot als
fit, aber das ist jetzt sehr böse gesagt - diese Routen segeln.
Scheinbar haben ihm die 2 Tage auf See bei hier offenbar leider
unangenehm rauhem Wellengang doch zugesetzt. Aber erstens ist
deren Jacht vollautomatisiert und somit nicht so streng zu
segeln wie die Wahoo und zweitens machen sie nur kurze Etappen
mit langen Ruhepausen. Dabei auch John & Shirley, die wir erst
hier persönlich kennengelernt haben. Gehört und gelesen haben
wir von ihrer Trauung auf dem Schiff in Richards Bay, auf der
Heraclitus, schon dort oben. Die beiden sind sehr nett, wir sind
hier schon ein paar Mal zusammen gesessen. Apéro, Espresso bei
uns, auf ein Bier o.ä. auf der Terrasse. Es wäre nett, sie in
Mossel Bay oder bei Kapstadt wieder zu sehen.
Gestern war es denn wieder einmal nieslig-kühl, mit einzelnen
Regengüssen. Marcel und Thomas haben den Tag fast gänzlich am
Computer verbracht. Ich konnte mit Glenda und John, die hier den
Bootssteg und einen Marine Service unterhalten, mit in die Stadt
fahren. Hier liegen wir im Gegnsatz zu Durban eben wieder weit
weg von jeglicher Einkaufsmöglichkeit. Dafür liegt eine
angesagte Beiz direkt vor unserer Nase. Man isst sehr gut und
wegen dem tiefen Randkurs für unsere Verhältnisse günstig. Jetzt
zum Beispiel sind die drei Herren wieder dort zu einem späten
Lunch, während ich arme mich mit einem Müesli zufrieden gebe und
mal vom freien Compi profitiere ... Anyway, in der grossen
Shoppingmall konnte ich Batterien und eine neue Stirnlampe
kaufen. Meine alte hat den Anknipsschalter dermassen korrodiert,
dass ich mir eher den Finger verstauche, als sie einschalten zu
können. So habe ich mehrere Stunden quasi "untertags" in
den Geschäften verbracht. Bis ich aus dieser Mall wieder
auftauchte, beladen mit Esswaren, war das Wetter auch schon
wieder besser. So hatte ich dann den Fotoapparat genommen, als
ich sah, dass John sich mit einer Gruppe wagemutiger wieder für
einen 'wave ride' bereit machte. Ausgerüstet mit Helm und Weste,
ohne Schuhe, Uhren und anderen Wertsachen, dafür mit einer
Regenjacke, fahren sie in einem offenen Boot mit x-PS los, um
auf den Wellen zu reiten und sie auch selber zu machen. So wie
das Schwingen bei der Waschmaschine: alle nass und
durchgeschüttelt, das gehört zum Spass. Dabei habe ich die junge
Hippiefrau angesprochen, die als einzige der Gruppe nicht
mitging. Der Dialog war wie folgt: (...) "Where are you from?" -
"Switzerland." - "Ig oo." Bern pur. Sie ist Primarlehrerin und
als Bagpackerin beim Reisen hier hängengeblieben und arbeitet
für eine Organisation, die mit Volontären in ländlichen Schulen
Computerunterricht erteilt. Sie kam von einer ermüdenden
Busfahrt von einem Kongress in Durban zurück und wollte
eigentlich im kleinen Bus etwas nachschlafen. Stattdessen folgte
sie unserer Einladung zu einem Glas Wein, Nüssli und CH-Schoggi
auf die Wahoo. Spannend, was sie so berichtete.
Wir haben hier einige Weisse kennen gelernt, die auswandern
wollen oder schon daran sind. Ihr Tenor: diese Land gehe total
den Bach runter, vor allem die Kriminalität nehme immer mehr zu,
alles werde nur immer schlechter. *P.S. Je mehr die Weissen
getrunken haben, oder auch je ländlicher eine Gegend ist, umso
rassistischer äussern sie sich. Mit immer auch wohltuenden
Ausnahmen natürlich. Es ist völlig klar, dass nach der
Abschaffung der Apartheid alle Weissen Privilegien und somit
Wohlstand, Sicherheit abgeben mussten. Ihre Lebensqualität ist
sicher schlechter geworden - weil sie, bzw. ihre Vorfahren, voll
auf Kosten der Schwarzen gelebt hatten. Somit ist ihre
Frustration nachvollziehbar, niemand gibt gerne ab.
SVP-Phänomen. Es wird hier noch viel Zeit brauchen, wie anderswo
auch. Die heutige Schweiz oder Europa wurden auch nicht in einem
Jahrhundert so geformt. Mittlerweile sind auch viele private
Schulen gemischt. Aber wer was arbeitet, wer welche Position
inne hat oder wer wo wohnt, das ist immer noch sichtbar
getrennt. Alle hoffen auf die nächste(n) Generation(en). Unter
den Jungen scheint die Gleichwertigkeit weniger problematisch.
Sie wachsen in einem neuen Bewusstsein auf. *P.P.S. Nun hat auch
die Bernerin Sonia einiges Ernüchterndes aus dem Erziehungswesen
erzählt. Da jetzt an sich begreiflicherweise Schwarze bei Jobs
bevorzugt werden, seien viele Leute auch in Positionen, für die
sie völlig unqualifiziert seien. Und zwar bis auf höchste
Ministerebenen hinauf. Die Würde wird angestrebt und zelebriert,
die Bürde wird negiert oder delegiert. Und viele Missstände
seien nicht primär eine Frage des Geldes, sondern der Kompetenz
und Effizienz und Intelligenz und Konsequenz .... und überhaupt
sind wir hier nicht in der Schwenz. Ich habe Sonia eher als
freakig beschrieben, aber auch sie, jung, begeisterungsfähig,
motiviert, stösst an ihre Grenzen und äussert sich
desillusioniert. Es wird spannend sein, die Geschichte dieses
Landes zu verfolgen. Immerhin haben sie den Übergang von weiss
zu schwarz (nur 5% sind Weisse) ohne Bürgerkrieg geschafft, was
sensationell und ziemlich einmalig ist. Über Mandela sind alle
ausnahmslos (hier meine ich ausschliesslich Weisse, wir
haben schon weitaus häufiger mit diesen Kontakt) des Lobes voll,
aber was dann folgte und gar was nun dann kommen soll ...!
Etwas vom Spannendstens auf unserer Reise sind die Begegnungen
mit anderen Menschen. Wir fragen auch allen Löcher in den Bauch
und ich suche die Kontakte. Man kann sicher sagen, dass wir
aufgeschlossen neugierig sind.
*P.S. Was bedeutet SAMORA? (Buchstaben
durchstreichen = erledigt) Zuerst A wie Angola, dann R
wie Rhodesien (Zimbabwe), dann MO wie Mocambique und
jetzt SA wie Südafrika. (Dazu muss man wissen, dass
Samora Machel der schwarze Hoffnungsträger von MO war,
sozialistischer Präsident, bei Flugzeugunglück ums Leben
gekommen, erledigt ((die Hände soll der weisse südafrikanische
Geheimdienst im Spiel gehabt haben)) :-((
*P.P.S. Erzählte uns die weisse
B&B-Gastgeberin, sie hat es aber auch aus dritter Hand.
Kindergärtler, gemischt. Der weisse Junge lädt die Gspänli zum
Spielen ein, darunter ist der schwarze David. Abends wird David
von seinem Vater abgeholt, fragt der weisse Bub, warum David's
Daddy denn Schwarzer sei. :-))
|
|
24. Januar 2008 / Th Die
neuen Schläuche haben wir am andern Morgen bekommen und
eingebaut. Die grosse Arbeit war aber, das System zu entlüften.
Wir haben auch das recht gut hingekriegt. Da der Wetterbericht
immer noch Südwestwind angesagt hatte, mieteten wir drei,
Marcel, Julia und ich, für den nächsten Tag ein Auto und
erkundeten damit die nähere Umgebung. Etwa 30 km der Küste
entlang nach Nordosten hatte es auch wieder so einen Wildpark.
Dort buchten wir eine 3-stündige Safari für den Nachmittag. Den
Rest des Morgens verbrachten wir dann am nahen Strand. Er war
sehr schön und einsam, das Wasser aber ziemlich kühl (so um die
21°).
Im Inkwenkwezi Park ging es dann mit Jeep und Guide über
ziemlich holprige Wege durch den Parks. Wir haben verschiedene
Antilopen, Gnus, Giraffen und Strausse gesehen. Die Parks sind
immer von einem Zaun umgeben, damit die Viecher nicht abhauen
können. Dieser Park ist 4500 ha gross und damit eher
klein. Innnerhalb dieses Parks hat es nochmals ein Gehege,
welches ca. 80 ha umfasst. Darin lebt ein Rudel weisser Löwen
(ein Männchen, drei Weibchen und zwei Jungtiere). In dieses
Gehege sind wir dann durch eine Art Schleuse (erstes Tor auf -
reinfahren - erstes Tor zu - zweites Tor auf - reinfahren -
zweites Tor zu) hineingefahren und nach kurzer Zeit fanden wir
die Löwen, im Schatten unter einem Baum dösend. Bis auf 10 m ist
der Jeep herangefahren. Der Guide hat seine Pistole durchgeladen
und entsichert - für den Notfall. Und so haben wir die Löwen
jetzt endlich auch mal gesehen. Diese Gruppe wird zur Zeit noch
gefüttert (mit toten Kühen der umliegenden Farmen). Sobald im
restlichen Park der Bestand an Beutetieren gross genug ist,
werden die Löwen dann 'freigelassen' und müssen ihr täglich
Fleisch selber fangen.
Am Abende, zurück auf der Wahoo, sagte uns Klaus, dass
irgendetwas mit der Selbststeueranlage doch nicht stimmt. Beim
weiteren Entlüften hatte er festgestellt, dass mit dem Zylinder
irgend etwas nicht stimmte. So bauten wir ihn am anderen Morgen
nochmals aus und stellten mit Schrecken fest, dass die
Schubstange mehrere Kratzer aufwies. Wir konnten uns das nicht
erklären und darum zerlegten wir den Zylinder. Des Rätsels
Lösung war, dass der Federstift, welcher den Kolben auf der
Schubstange fixiert gebrochen war. Und so wurde nur noch der
Kolben bewegt, ohne dass die Schubstange mitging. Da der
abgebrochene Stift ein wenige überstand, zerkratzte er dabei die
Schubstange und das ist sehr schlecht, da dann die Dichtungen
sehr schnell kaputt gehen. Die Schubstange wurde vom
Hydraulikspezialisten am nächsten Morgen wieder poliert, aber
die Dichtungen mussten zuerst bestellt werden und sind
hoffentlich heute morgen eingetroffen, so dass wir heute abend
dann endlich auslaufen können.
|
|
20. Januar 2008 / Th Zum
Abendessen gab es die schlechtesten Tomatenspaghetti von ganz
Südafrika. Und am Lagerfeuer einige interessante Gespräche. Das
Frühstück war nicht der Hit, aber akzeptabel. Danach ging es mit
dem 4x4 Toyota auf besagten Sani Pass. Wir haben dann schnell
gesehen, warum es ein Fahrzeug mit Vierradantrieb, hohem
Radstand und Kriechgang braucht. Die Strasse ist zum Teil in
einem sehr schlechten Zustand und auf den letzten 8 km müssen
noch 1000 Meter überwunden werden. Das allerletzte Stückbesteht
aus ca. 10 Haarnadelkurven, die grösste Steigung ist 24° (nicht
24% ;-). Leider war es an diesem Tag ziemlich bewölkt, so dass
man keine Aussicht hatte. Der Pass bildet die Grenze zum
Königreich Lesotho und ist 2873 m hoch. Im höchsten Pub von
Afrika haben wir dann geluncht - es gab das beste Brot von
Afrika. Am Abend ging es wieder zurück nach Durban.
Da der Wetterbericht keinen Aufbruch erlaubt hätte, sind Julia
und ich nochmals losgezogen, bzw. -gefahren. Zuerst der Küste
entlang Richtung Süden. Dort haben wir einen Croco Park besucht.
Es gab diverse Sorten von Krokodilen zu sehen, so wie
verschiedene Vögel, die dort frei in den Bäumen nisten. Danach
fuhren wir Richtung Norden durchs Land mit dem Ziel
Pietermaaritzburg (viele Namen hier tönen sehr deutsch oder
holländisch). Gegen Abend hat es dann angefangen zu regnen und
in Pietermaritzburg hat es den ganzen Abend weitergeregnet, so
dass wir mit Schirm zum Nachtessen gehen mussten. Am andern
Morgen war es wieder schön und so haben wir die Stadt bei
Sonnenschein anschauen können. Pietermaritzburg hat einen
interessanten Kern mit verschiedenen gut erhaltenen Gebäuden aus
der frühen Burenzeit. Auf dem Rückweg nach Durban sind wir durch
eine abgelegene Gegend gefahren und haben uns prompt ziemlich
verfahren, da die Karte aus dem Touri-Prospekt sehr ungenau war.
Nach einigen Interviews mit zufällig anwesenden Personen haben
wir dann den richtigen Weg wieder gefunden und sind über die
1000 Hills Route wieder zurück nach Durban gefahren. Am Abend
hatten wir dort ein sehr heftiges Gewitter mit Blitzen, die nur
ein paar hundert Meter entfernt eingeschlagen haben.
Der Wetterbericht sagte ein für uns günstiges Wetterfenster ab
Freitag voraus und so machten wir die notwendigen Einkäufe, um
aufbrechen zu können. Am Donnerstag Nachmittag traf dann Marcel,
der Schwiegersohn von Klaus, ein. Er wird die nächsten drei
Wochen mit uns mitreisen.
Früh aufstehen und das Schiff klarmachen, hiess es am Freitag
morgen. Um 8 Uhr sind wir wie geplant ausgelaufen mit Kurs
Richtung Port Elizabeth. Unser Ziel war es, East London
auszulassen und direkt bis dort zu segeln. Wir hatten nicht so
viel Wind, aber wir kamen dank der Strömung gut voran. Am
Samstag gab es dann mehr Wind und wir sind mit Hilfe der
Strömung bis zu 10 Knoten gelaufen. Da schmelzen die Meilen nur
so dahin. Als wir noch etwa 200 Meilen von Port Elizabeth
entfernt waren, meldete der Computer der automatischen
Steueranlage: 'Keine Ruderaktivität'. Zuerst dachten wir, dass
es zu wenig Hydrauliköl im System hat oder dass eine elektrische
Leitung unterbrochen ist. Genauere Untersuchungen kamen aber
dann zum Ergebnis, dass ein Hochdruckhydraulikschlauch ein Leck
hatte und das Öl dort rausspritzte. Das hiesse, von Hand steuern
und das bei ziemlich starkem Seegang. Wir versuchten wie immer
das Problem zu beheben, aber diesmal leider ohne Erfolg. Wir
konnten zwar den Schlauch notdürftig reparieren, aber das ganze
System zu entlüften gelang uns im laufenden Betrieb nicht. So
entschlossen wir uns, doch East London anzulaufen. Dort sind wir
heute Nacht um 1 Uhr eingetroffen. Morgen sollten wir dann neue
Schläuche bekommen. Sobald es geht, werden wir dann Richtung
Knysna weitersegeln.
|
|
12. Januar 2008 / Th Am
Mittwoch sind wir dann nochmals ein wenig durch die Stadt
gebummelt. Julia konnte ungestört ihren Souvenirs nachjagen und
anschliessend sind wir noch ins Maritme Museum gegangen, wo man
einen alten, dampfbetriebenen Schlepper besichtigen kann. Am
Abend sind wir dann, edel gekleidet diesmal, nochmals ins
Drehrestaurant hoch über der Stadt dinnieren gegangen. Julia hat
wilden Hasen (wild rabit) gegessen und Klaus und ich je ein
Krokodilsteak. Das hat ganz gut geschmeckt (ein bisschen wie
Kalbfleisch oder Turkey). Nachdem der reichbestückte
Dessertwagen einen Teil seiner Fracht an unserem Tisch gelöscht
hatte, waren noch Espresso und Grappa angesagt.
Eigentlich wollten wir am Donnerstag los, aber wir hatten immer
noch Südwestwind. Gemäss Wetterbericht hätten wir am Freitag in
Richards Bay gute Bedingungen gehabt, aber weiter unten war für
den Samstag praktisch Flaute und dafür Schwell mit 3.5m Höhe
angesagt. Dazu hatten wir aber wirklich keine Lust. Da die
Aussichten für die nächsten Tage nicht besser waren,
entschlossen wir uns, nochmals ein Auto zu mieten und das
Hinterland zu erkunden. Etwa 100 km im Landesinneren sind hohe
Berge, die Drakkensberge. Dort gibt es einen Pass, den Sani Pass,
welcher ein Grenzübergang zu Lesotho ist. Der Pass muss sehr
spektakulär sein (über 2800 müM). Auf dem Weg dorthin machten
wir noch einen Abstecher in ein anderes Gebiet, wo es einen
Canopy Park gibt. Dabei werden Seile zwischen den Kronen von
grossen Bäumen gespannt und an diesen kann man sich dann in den
Baumwipfeln fortbewegen. Ursprünglich wurde das zu
Forschungszwecken im Regenwald gemacht - um einfach von
Baumwipfel zu Baumwipfel den schnellsten Weg zu ermöglichen.
Dieser Parcours ist zu reinen Funzwecken eingerichtet
worden. Man bekommt ein 'Gstältli' und so ein Teil mit zwei
kleinen Rollen dran. Das wird am Drahtseil eingehängt und
man flitzt dann daran durch den Wald. Das ganze dauerte etwa
zwei Stunden und hat echt Spass gemacht. Übernachtet haben wir
in einem B&B in einer alten
victorianischen Farm, mit riesigem Garten. Von der Hauswirtin
haben wir viel Spannendes erfahren und ein herrliches Frühstück
bekommen.
Heute wollten wir dann eben auf diesen Sani Pass. Leider ist das
nur mit einem 4x4 Auto erlaubt und so mussten wir dann mit
unserem VWchen wieder umkehren. Nun gehen wir morgen mit einer
geführten Tour auf den Pass. Jetzt sind wir in einer Pferdefarm
mit 100 Pferden und B&B, welche von ein paar 'Hippies' geführt
wird.
|
|
8. Januar 2008 / Ju
Einmal mehr zeigt es sich, dass wir all die Sachen über Orte,
Ankerplätze, Gefährdungen etc., von denen wir hören oder lesen,
am besten selber überprüfen. Und zwar indem wir trotz Abraten
dorthin gehen. Die Informationen und Tipps von Seglern oder vom
eh veralteten African Pilot (Handbuch für Segler) haben sich
wirklich zum x-ten Mal als widersprüchlich, bzw. nicht
zutreffend erwiesen. Auch von Durban wurde uns abgeraten. Nun
gefällt es uns da aber ganz gut. Die Marina liegt total im
Zentrum, ist aber so gross, dass praktisch kein Stadt- oder
Verkehrslärm zu uns dringt. Wir haben die ganze nicht schöne,
aber imposante und für uns Landeier fast futuristische Skyline
direkt vor uns. Die Angestellte vom Jachtclub war, genauso wie
Judy in Richards Bay, sehr nett und das Prozedere war
unkompliziert. Wir können bis zum nächsten Nordwindfenster an
diesem Platz bleiben. Es sind noch mindestens 4 weitere Boote,
die ich von Richards Bay her kenne, hier und warten auf das
Abflauen von Südwind und dem Wellengang. Man grüsst sich,
wechselt ein paar Worte. Dieser Südwind hier ist ähnlich wie der
"Pföä" sehr heftig mit extremen Böen, welche die Palmenwedel in
die Waagrechte blasen und unseren Windgenerator zum Singen
bringen, einfach eher kühl, da er ja vom Südpol her kommt. Diese
Tage herrschte hier jedenfalls sozusagen Aprilwetter und der
nette Kellner von heute beklagte sich, dass das Wetter hier in
Durban schon seit Oktober verrückt spiele. Im Führer hat Thomas
auch gelesen, Durban sei eine Stadt mit praktisch 365 Tagen
Sonnenschein. Wir haben die 10 anderen erwischt ... Heute
gab es auch kurze heftige Regenschauer. Aber das Erkunden einer
Grossstadt und auch das Schlafen in den Kojen ist bei bedecktem
Himmel und kühleren Temperaturen viel angenehmer, wir möchten
uns gar nicht beklagen. Die Schaumkronen auf dem Indischen Ozean
waren nicht ohne und kamen bis fast an die lange Strandpromenade
heran. Heute haben wir uns die Stadt von oben angesehen. Nicht
zu Fuss ging es 126m hoch - auf der 32. Etage eines der
Hochhäuser befindet sich ein plüschiges Drehrestaurant. In ca.
75 Minuten hatten wir die Panoramasicht geschafft.
Zwischenzeitlich haben wir, im Zigeunerlook und mit der Kamera
griffbereit, wie die feinen Schorsche gespiesen. Die Küche war
gut und der Espresso der beste bis anhin in Südafrika. Das hat
der Kellner (siehe oben, aus Italien stammend) natürlich gern
gehört und wir haben dann zusammen ein bisschen über die
amerikanisch-englische Nespresso"kultur" geschnödet! Wir
überlegen uns, einmal abends hierher zu kommen, um dann, fein
gekleidet natürlich, die beleuchtete Stadt beim Dinieren zu
geniessen. Anschliessend gingen wir in ein Museum. Nature
Science und Art Gallery. Etwas altmodisch, aber gut gemacht,
gelegen im schönen Gebäude der City Hall. Dieses im neo-barocken
Stil 1910 nach dem Vorbild von Belfast errichtete Rathaus ist
eines der alten Wahrzeichen Durbans. Gestern waren wir in der
Zitat "grössten und schönsten Moschee der südlichen Hemisphäre".
Ich wollte unbedingt mal eine besuchen. Na ja. Gross war sie
wohl schon. Eine Sache für sich ist dabei jeweils die in den
Prospekten wie auch vom Führer verbreitete
..Indoktrination. Es wird versucht, eigentlich verständlich und
auch notwendigerweise, mit westlichen Vorurteilen oder falschen
Bildern vom Islam aufzuräumen. Dabei werden unsere
"Unterstellungen" mit dem Christentum verglichen. Heraus kommt
dabei aber eigentlich nicht, dass unser Vorurteil nicht stimmt,
sondern dass in der Bibel zu jener Sache noch Schlimmeres
geschrieben steht! Bloss wenden wir die Bibel nicht mehr
wortwörtlich an, sondern interpretieren und adaptieren. Da der
gut gebildete Führer, extra nur für Thomas und mich, mit den
Propheten aus der Bibel nur so um sich warf und ich
diesbezüglich alles andere als sattelfest bin, haben wir einfach
zugehört und die für uns interessanten Sachen herausgepickt.
Nach dem Studium der Prospekte auf der Wahoo würde es mich aber
schon mal reizen, mit einem Muslim in dieser Sache zu streiten.
Aber nicht in Englisch und vielleicht auch nur mit theologisch
geschultem Beistand... Morgen dann möchte ich noch einmal
in aller Ruhe, das heisst ohne Thomas 10 m vorneweg, im Victoria
Market flanieren und souvenierlen.
|
|
6. Januar 2008 / Th Da
der Wetterbericht schon die nächste Südweststörung angesagt
hatte, entschlossen wir uns gestern, vor dem neuen 'Südwester'
wenigstens bis Durban zu segeln, obwohl wir da eigentlich keinen
Halt einlegen wollten. So sind wir dann gestern um 14 Uhr in
Richards Bay ausgelaufen. Mit 15-20 Knoten Südostwind sind wir
dann flott vorangekommen (mit Unterstützung der Strömung sind
wir bis 8 Knoten gelaufen und haben heute morgen früh um 6 Uhr
Durban erreicht. Wir hatten ziemlichen Seegang und gestern
musste ich zum ersten Mal auf dieser Reise die Fische füttern.
Das 300g Rumpsteak mit Pommes kurz vor der Abfahrt war wohl
nicht so optimal.
Hier
in Durban (der drittgrössten Stadt Südafrikas mit 2.7 Mio
Einwohner) liegen wir mitten im Zentrum (GoogleEarth).
Der Jachthafen ist riesengross und ziemlich voll. Da heute
Sonntag ist, war im Jachtclubbüro niemand zu erreichen und so
liegen wir jetzt im Liegeplatz eines uns noch unbekannten
Jachtbesitzers und hoffen, dass er heute nicht mehr zurückkommt.
Julia und ich haben dann mal einen ersten Erkundungsgang in die
Stadt gemacht. Das Zentrum ist sehr gross und die Hauptstrassen
sind rechtwinklig angelegt und meist sechsspurig. Es hat eine
riesige Strandpromenade mit Pools und einem Vergnügungspark (es
hat sogar einen Sessellift, wozu wissen wir noch nicht ;-).
Wie lange wir hier bleiben, wissen wir noch nicht. Es hängt
davon ab, wann das nächste Wetterfenster kommt in dem wir dann
bis zum nächsten Hafen segeln können.
|
|
4. Januar 2008 / Th Seit
gestern haben wir jetzt eben Südwestwindwetter, was soviel
heisst wie, bedeckt, windig und zeitweise Nieselregen. Wir
wollten eigentlich morgen weiter doch wie es vom Wetterbericht
her ausschaut, können wir erst am Sonntag los. Und die nächste
Südwestfront ist schon wieder im Anflug, so dass wir
wahrscheinlich nur bis Durban kommen, bevor wieder Gegenwind
aufkommt.
Hier haben wir wieder einige interessante Leute kennengelernt.
Zum Beispiel den
Ananas-Farmer Len, der Ananas im grossen Stil anbaut (Ernte
ca. 100 Tonnen pro Monat). Pro Hektare haben die 100'000
Ananaspflanzen. Das Ganze ist so konzipiert, dass sie das ganze
Jahr über ernten können.
Noch ein kleiner Einschub zum Thema Früchte: hier wachsen jede
Menge Früchte, von Äpfeln, über Pfirsiche, Aprikosen, Melonen,
Mango, Orangen, Trauben (auch solche, die noch nicht in Flaschen
abgefüllt sind ;-), Litchi, Papaya bis hin zu Ananas.
Hier im Yachtclub (GoogleEarth)
liegt auch noch ein ganz spezielles Schiff, die
Heraclitus, ein
grosses Segelschiff aus Beton. Das Schiff fährt seit Jahrzehnten
um die ganze Welt und die Leute, die darauf wohnen, machen an
den jeweiligen Aufenthaltsorten Projekte wie Theater,
Diaschauen, Konzerte, ...
Heute haben wir noch ein paar kleine Arbeiten am Schiff gemacht
und wir waren nochmals einkaufen. Morgen können wir noch Diesel
bunkern und dann sind wir bereit zum Auslaufen. Ich nutze die
Zeit zum mal wieder so richtig im Internet zu surfen, ein wenig
auf Entzug war ich schon ;-}
|
|
3. Januar 2008 / Ju Jetzt
sind wir seit 10 Tagen quasi an Land und schon ist das Leben auf
See wieder recht weit weg. Obwohl wir gerade heute wieder mit
den Vorbereitungen fürs in See stechen begonnen haben. Das
heisst auch, dass wir die paar (wenigen) Kilos, die wir beim
Segeln verlieren, schon längst wieder wettgemacht haben. Nicht
so sehr wegen Weihnachten, immerhin fehlen hier die leckeren
Guetzli vollständig, sondern weil wir ein riesiges Angebot in
den Supermärkten haben, die Möglichkeit auswärts zu essen und
überhaupt dauernd etwas aus dem gefüllten Kühlschrank zu
schnauseln. Zudem haben wir am ersten Tag sozusagen eine
Glacé-Diät gemacht. Die snowheaven-ice cream von Roberto's
schmeckt wirklich himmlisch. Ich bleibe zwar bei "meinem" Aroma,
wir gehen nicht die ganze Geschmackspalette durch. Denn da
finden sich Farben und Kombinationen, die chewinggum heissen und
noch schlimmer als das aussehen ... Das
Hauptnahrungsmittel der weissen Südafrikaner scheint allerdings
Fleisch zu sein, genauer Grillade. Auf Afrikaans 'braai'. Allein
auf diesem Gelände befinden sich mindestens 10 riesige gemauerte
Feuerstellen, die über die Feiertage schon vormittags von
Familien mit Kind und Kegel und Vollausrüstung belegt wurden.
Dazu wird fleissig Bier getrunken. Als ich eine Biereinladung
dankend ablehnte und auf die Frage "warum nicht?" simpel
antwortete, weil ich es nicht gern hätte, erntete ich ein
ungläubiges Gelächter. Das gehe doch für Deutschsprechende gar
nicht. Das sei ja, wie wenn ein Südafrikaner kein Fleisch essen
würde. Tja. Mit Len, dem Ananaspflanzer, der sein Boot drei
Liegeplätze weiter hat, sind wir ins Gespräch über dies und das
gekommen und als wir dann beim Wein landeten, verprach er uns
seinen bevorzugten Wein, "den besten der Welt", vorbei
zubringen. Er meinte, wir müssten dann schon sehr mutig sein, um
ihn nicht als den besten zu klassifizieren. Es war ein Malbec
2005 und er war gut bis sehr gut, sagen wir mal so in den besten
10 Weinen (die wir kennen und mögen). Unserseits haben wir ihm
einen Sauvignon blanc von Montenegro gegeben. Deren haben wir
immer noch ein paar Flaschen - soviel haben wir also nicht
getrunken oder soviel hatten wir gebunkert!
|
|
3. Januar 2008 / Th So,
die neuen Fotos (letzter Teil Madagaskar und erster Teil
Südafrika) sind jetzt überspielt und unter
Bilder zu finden. Viel Vergnügen beim Anschauen.
|
|
2. Januar 2008 / Th Ja,
jetzt ist schon wieder ein neues Jahr angebrochen. Hier noch
kurz, was im alten noch so passiert ist seit der letzten
Berichterstattung:
Das 500g T-Bone habe ich immer noch nicht gegessen (erst ein
kleineres, und das war eher ein Reinfall), dafür schon zweimal
ein ganz kapitales Cordon-Bleu bei Inge und Otto. Die beiden
ehemaligen Österreicher führen hier im Small Craft Harbour
eine Kneipe, wo man auch ganz gut isst. Da wir aber seit dem 24.
im Zululand Yacht Club
liegen, ist es ein wenig weit bis dahin. Zwar nur ein paar
hundert Meter Luftlinie, aber in Südafrika ohne Auto ist man
ziemlich unmobil.
Also am 24. haben wir uns dann ins Central Business District
begeben (eine Ansammlung von Einkaufszentren, jedes etwa im Stil
des Melser Pizolparks). Dort haben wir dann mal wieder einen
Grosseinkauf getätigt.
Am Abend des 25. haben wir im Yachtclub gegrillt, wie das hier
so üblich ist. Viel Fleisch und bei uns auch noch Pastasalat. Es
waren ziemlich viele Leute hier, die in etwa das selbe gemacht
haben. Dazu gab es DJ Musik, zum Teil gar nicht schlecht mit
Oldies und so und es wurde wacker getanzt.
Am nächsten Morgen haben sich Julia und ich auf den Weg zum
Flughafen gemacht, wo wir ein Mietauto gefasst haben. Damit ging
es dann Richtung Norden, zum Eingang des Hluhluwe/Imfolozi Game
Reserve. Das ist ein relativ kleiner Nationalpark mit vielen
wilden Tieren (siehe Bilder).
In diesen Parks bewegt man sich nur im Auto; einerseits weil die
Entfernungen sehr gross sind, andererseits damit man von den
Tieren nicht gefressen oder niedergetrampelt wird. Auch wenn ihr
euch das vielleicht schlecht vorstellen könnt: Julia und ich
sind mit dem klimatisierten Toyota durch einen Nationalpark
gefahren und haben uns Elefanten, Nashörner, Giraffen, etc.
angesehen. Dreimal haben wir dann in einem schönen Hotel in der
Nähe übernachtet und uns dort ganz gut von den Segelstrapazen
erholt. Natürlich bei gutem Essen und südafrikanischem Wein ohne
Dieselabgang. Drei Tage haben wir im Park verbracht, einmal mit
einer geführten Game Tour (Safari im offenen Jeep), sonst auf
eigene Faust. Dann haben wir noch einen Abstecher in den Greater
St. Lucia Wetland Park gemacht, wo es auf einer Flussfahrt (mit
Motor, ohne Segel) 1 Krokodil und sehr viele Flusspferde zu
sehen gab.
Auf dem Rückweg nach Richards Bay haben wir noch eine Nacht in
Ulundi verbracht. Am nächsten Tag sind wir dann gemütlich durchs
Zululand zurückgefahren und haben uns noch ein wenig die
Zulukultur zu Gemüte geführt.
Am 30. haben wir uns dann nochmals ins Einkaufsgewühl gestürzt
und unsere Vorräte wieder so weit aufgestockt, dass wir unsere
Reise fortsetzen können.
Silvester haben wir mit vielen andern zusammen im Jachtclub
verbracht bei BQ und Rotwein. Um Mitternacht gabs
montenegrinischen Sekt und Feuerwerk von allen Seiten. Dazu
wieder DJ Musik, bis es wieder hell wurde. Das ganze natürlich
bei für Schweizer Verhältnisse hochsommerlichem Klima (die ganze
Nacht in kurzen Hosen und T-Shirt).
Noch ein paar Worte zum Land: Für jemand, der noch nie in
Amerika war, ist alles einfach riesig. Die Distanzen zwischen
Wohnen und Einkaufen sind so gross, dass man ohne Auto wirklich
aufgeschmissen ist. Es gibt natürlich Taxis, aber die sind recht
teuer. Sonst ist das Leben hier sehr günstig (wir waren sehr
überrascht). Ein Menü im Restaurant kostet oft weniger als 10
CHF, ein Cola oder ein Bier ca. 1 CHF und ein gute Flasche Wein
gibts schon ab 9 CHF. Benzin kostet etwa 1.30 CHF, ein Kilo
Fleisch zwischen 4 und 10 CHF.
Die Strassen sind meist in sehr gutem Zustand und es hat relativ
wenig Verkehr. Allerdings warnen einen alle, man solle auf
keinen Fall nachts mit dem Auto unterwegs sein. Auch sonst
scheint die steigende Krimiminalität ein sehr grosses Problem zu
sein (man wird immer wieder gewarnt, zu Fuss nicht zu gehen und
nachts nicht alleine ...).
So, jetzt gehts dann ins Club Restaurant zum Nachtessen.
Wahrscheinlich am Freitag können wir Diesel bunkern und falls
das Wetter passt, am Freitag Nacht oder am Samstag zu unserer
nächsten Etappe nach East London (350 Meilen) aufbrechen.
|
|
ältere News |
|