News V

28. Februar / Th

Am Dienstag sind wir mit dem Auto nach Stellenbosch, einem Zentrum des Weinbaus, gefahren. Die Stadt hat viele schöne und alte kapholländische Gebäude, ist aber auch sehr touristisch und der ganze Verkehr geht mitten durch die Stadt. Zudem hat es sehr viele Bäume, man hat beinahe das Gefühl, in einem Park zu sein.
Gestern haben wir dann das sehr bekannte Weingut Vergelegen besucht. Mandela empfing dort die Clintons, die Queen war da ... und nun wir. Das Gut wurde vor über dreihundert Jahren gegründet und ist riesig (dabei haben wir bei der Besichtigung noch gar keine Reben gesehen). Es gibt alte Gebäude, verschiedene Gärten, einen Rosengarten, einen Gewürzgarten, Teiche, uralte chinesische Kampferbäume und Eichen, eine riesige Rasenfläche und einen sehr modernen Weinkeller (den wir leider noch nicht besichtigen konnten, aber sicher noch werden). Und die Weine waren auch nicht schlecht.
Heute morgen mussten wir früh aus den Federn; Klaus musste auf den Flughafen; er fliegt für zwei Wochen nach Madagaskar. Julia und ich sind danach nach Cape Town weitergefahren, mit dem Ziel, die Stadt weiter zu erkunden. Als wir dort ankamen, sahen wir den Tafelberg unverhüllt (nicht von Wolken verhangen), was eher selten ist. So beschlossen wir spontan, diesen zu erklimmen, die nötige Ausrüstung hatten wir für alle Fälle ins Auto geladen. Wir hatten geplant, zu Fuss auf den Tafelberg zu gehen. Die Kolonnen an der Talstation der Seilbahn bekräftigten diesen Plan. Als wir uns umschauten, rief uns jemand zu: es waren Jelle und Fiona von der Enigma, einmal mehr.
Es gibt eine direkte Route auf den Gipfel, die wurde uns von einem Einheimischen als steil, mit ein paar kleinen Klettereien über ein paar Felsen beschrieben (er weiss das wohl nur vom Hörensagen). Auf den Hinweistafeln wurde die Route als 'very dangerous and difficult to navigate' beschrieben. Das sollte uns aber nicht abschrecken. Schliesslich weiss man diese Hinweistafeln an solchen Touristentreffpunkten zu interpretieren. Und so machten wir uns auf den Weg. Von Anfang an ging es recht steil bergauf und man brauchte hin und wieder die Hände, null Problemo. Nach etwa einer Stunde trafen wir auf eine junge, blonde Frau mit blauen Augen. Sie getraute sich nicht, weiterzugehen. Und wirklich, jetzt waren da ein paar Kletterstellen. Nur ein paar Meter, aber man musste schon schauen, wo man hinstehen und sich festhalten konnte. Wir nahmen die Schwedin in die Mitte und weiter gings. Wie es so ist bei so Routen: je näher man dem Gipfel kommt, umso schwieriger wird es. Und zurück geht es auch nicht wirklich leichter. Es war aber nirgends ausgesetzt und der Fels war sehr gut, nicht brüchig und sehr griffig. Aber doch ein abenteuerlicher Weg mit Adrenalinkicks - definitiv nichts für Kraxeleiungewohnte! Nach gut zwei Stunden kamen wir auf dem Gipfel an und hörten schon von weitem ein uns bekanntes Lachen - Jelle, the Dutch. Na ja, die Welt ist klein und pro Tag fahren ja nur ca. zehntausend Personen auf den Tafelberg. Die Aussicht war herrlich, keine Wolken weit und breit.
Runter ging es dann mit der Bahn, da Julia ein Knie an einem Fels angeschlagen hatte. Bevor wir zurück nach Gordon's Bay fuhren, gings noch zu einem andern Aussichtspunkt hoch über Kapstadt, dem Signal Hill. Schöne Aussicht über den Hafen und die ganze Stadt. Und wen trafen wir da? Zum drittenMal an einem Tag? Ihr dürft dreimal raten ...

 

25. Februar / Th

Nachdem wir uns einen fahrbaren Untersatz besorgt hatten, machten wir erste Erkundigungen in der Gegend. Gordon's Bay liegt am Fusse eines Gebirgszuges und somit geht es hier ziemlich auf und ab. Wir fuhren also der Küste entlang Richtung Süden bis zum Cape Hangklip (dort gab es leider nicht so viel zu sehen). Weiter unten gibt es eine Pinguinkolonie mit hunderten von diesen kleinen Kap-Pinguinen, die da auf den Felsen herumstehen oder -watscheln.
Gestern sind wir nach Simons Town auf der anderen Seite der False Bay gefahren. Dort in der Marina sind einige andere Boote, deren Besatzung wir hier in Südafrika kennengelernt haben. Fiona und Jelle von der Enigma haben uns dann ans Kap der Guten Hoffnung begleitet. Dort waren wir erwartungsgemäss nicht die einzigen.
Es gibt dort eigentlich zwei Kaps. Das Kap Point - dort steht der Leuchtturm (es gibt einen alten Leuchtturm auf ca. 280m über dem Meer, den man aber wegen des häufigen Nebels nicht immer gesehen hat und einen neuen, besser sichtbaren, auf 68m). Das Kap der Guten Hoffnung liegt ein wenig südwestlicher und ist der südwestlichste Punkt des afrikanischen Kontinents (GoogleEarth).
Zurück in Simons Town gabs noch Pizza und danach fuhren wir drei zurück nach Gordon's Bay. Das war nicht wirklich lustig, denn die Strasse führt nahe der Küste entlang, ist zum Teil schmal und schlecht markiert und es war dunkel und hatte immer wieder dichten Nebel.
Heute dann sind wir nach Kapstadt gefahren (ca. 50km von hier) und haben uns mal einen ersten Überblick verschafft. Wir waren an der Waterfront (GoogleEarth) - eine riesige Ansammlung von Shops und Restaurants rund um die verschiedenen Hafenbecken. Und jede Menge Touristen - wir sind da nicht weiter aufgefallen. Da wir noch im Industriegebiet Ersatzteile abholen mussten (und die um 17 Uhr zu gemacht haben), kamen wir genau in die Rush Hour und so haben wir mal so einen richtigen südafrikanischen Stossverkehr kennengelernt.
Noch ein paar Worte zum Wetter hier in der False Bay (die heisst übrigens so, weil früher offensichtlich viele Schiffe in diese grosse Bucht gefahren sind, da sie eines der vielen Kaps mit dem Kap der guten Hoffnung verwechselt haben und meinten, schon um dieses herumgefahren zu sein). Als wir ankamen war es praktisch windstill. Gegen Abend hat dann Südostwind eingesetzt und wir hatten, da wir hinter den Bergen sind, Fallböen mit bis zu 45 Knoten (was Windstärke 9 entspricht). Zum Glück sind wir in einem guten Hafen. Das Ganze hat etwa 48 Stunden gedauert, danach war Flaute und jetzt hat es wieder ein wenig Nordwestwind. Aber das sei hier ganz normal, wurde uns gesagt. Dafür ist es praktisch immer schönes Wetter und angenehm warm an der Sonne (ausser es bläst einem fast die Haare vom Kopf).

 

21. Februar / Th

Ja, wir leben noch. Gestern haben wir das Kap Agulhas (GoogleEarth) umsegelt und liegen jetzt in Gordon's Bay (GoogleEarth) in der False Bay, der grossen Bucht südlich von Kapstadt. Wir mussten in Mossel Bay einige Tage auf ein günstiges Wetterfenster warten und am Dienstag gegen Abend war es dann soweit. Zuerst hatten wir nur mässig Wind, aber in der Nacht auf Mittwoch hat es dann - diesmal korrekt vorausgesagt vom Wetterfrosch - immer mehr aufgefrischt. Und so sind wir dann von anfangs 2-3 Knoten kontinuierlich bis auf 7-8 Knoten (Spitze war 9) beschleunigt worden. Mit Schwung sind wir am Kap Agulhas vorbeigedüst, wenn auch so weit entfernt, dass man den Leuchtturm nur mit dem Fernglas gesehen hat. Damit haben wir den südlichsten Punkt von Afrika und damit auch den unserer Reise überquert.
Um die Wartezeit in Mossel Bay zu überbrücken, haben wir mal wieder ein Auto gemietet und damit die nähere Umgebung erkundet. In der Nähe von Oudtshoorn haben wir eine Straussenfarm besucht und auf einer Führung Interessantes über die grössten heute lebenden Vögel erfahren. Unter anderem, dass ein Straussenei 120 kg Belastung aushalten kann (bin draufgstanden und es hat gehalten), sein Inhalt dem von 24 Hühnereiern entspricht (nicht ausprobiert) und dass es anderthalb Stunden dauert, um ein 'hartes Straussenei' zu kochen.
Danach haben wir die Cango Caves besucht, eines der weltweit grössten Tropfsteinhöhlensysteme. Auch das war sehr imposant (Bilder dazu in der nächsten Serie).
Die Gegend nördlich von Mossel Bay ist wieder sehr gebirgig und wir haben dadurch auf unserer Fahrt einige Pässe über- und eine lange Schlucht durchquert - landschaftlich sehr schön.

 

12. Februar / Th

Na ja, da gab es wohl ein kleines Kommunkationsproblem zwischen Wettervorhersager und Wettermacher. Auf jeden Fall hatten wir heute statt wie angekündigt 18 kn Südost mehr oder weniger tote Hosen. Und darum sind wir jetzt in Mossel Bay (GoogleEarth), 50 Meilen westlicher als gestern.

 

11. Februar / Th

So, morgen früh geht es weiter Richtung False Bay, wahrscheinlich nach Simons Town (südlich von Kapstadt). Dabei umrunden wir das Kap Agulhas, den südlichsten Punkt Afrikas (das Kap der guten Hoffnung ist der südwestlichste Punkt). Wir rechnen mit 2 Tagen für die 250 Meilen.
Und dann gibt es wieder eine neue Bilderserie unter Bilder.

 

10. Februar / Ju

Knsyna wird als 'Naisna' ausgesprochen. Natürlich gibt es in den Souvenirläden entsprechende T-shis: Knysna is nice -na. Es befindet sich auf praktisch 34 Grad Süd, so heisst auch eine der angesagten Fressbeizen. Absolut luxuriös gestylte Fresstempel haben wir auf der vollständig überbauten Marschlandinsel 'Thesen Island' in dieser grossen Bucht bestaunt. Eines beschrieb sich als Zen-Barock, das Interieur und die Aussenbestuhlung mit eleganten Formen und Sofas mit Zebrafellen sahen todschick aus. Eine Karte, gar mit Preisen drauf, war aber nicht zu sehen.  Der Kellner vom Yachtclub, der früher dort arbeitete, meinte allerdings, da sei alles +150%.  Diese ganzen Häuserzeilen sind architektonisch hübsch und nützen den Platz  an der Waterfront, d.h. mit freier Sicht auf die Lagune, optimal aus. Die Farben sind sehr dezent, nicht wie bei uns dieser unsägliche Trend zu knallfarbigen Häuserfassaden. Dazu sind nur zwei  Stockwerke erlaubt. Knysna präsentiert sich also als schnuckelig-gediegen, LEGO- bis hollywoodmässig. Dazu muss man sich unsere Gartenblumen und -sträucher wie Hibiskus, die blauen 'Zierschnittlauche', Lilien, Mittagsblumen,  und einfach alles in üppigerer, fleischiger Form und in grossen Beeten oder sowieso frei am Strassenrand vorstellen. Eine Pracht für meine Augen! Sehr viele der Häuser und Wohnungen stehen aber auch leer. Es ist dieselbe Problematik wie in unseren Ferienhausorten. Die Stromknappheit, von der auch in CH-Zeitungen zu lesen war oder ist, beruht einerseits darauf, dass die Infrastruktur wie Strassen, Strom, Abwasser etc. nicht mit der privaten Bautätigkeit Schritt halten kann. Anderseits hat die Regierung aus Kostengründen einen Teil der Kraftwerke eingemottet und jetzt bei der verzweifelten Wiederinbetriebnahme fehlen die entlassenen (weissen) Techniker und das Wiedereinschalten geht nicht so 'ring' wie das Ausschalten. Jedenfalls werden wir doch eher versuchen, den Tafelberg in Kapstadt zu Fuss zu besteigen - um dann beim Abwärtsfahren wegen Stromausfall steckenzubleiben ... Wer weiss!
Also, Knysna ist weiss und überaltert und reich, sehr reich. Und hier manifestiert sich die Sicherheitsparanoia des weissen, reichen Südafrikas deutlich. Alle Wohnlagen sind mit grosszügig dimensionierten Zäunen, mit oder ohne Stacheldraht oder elektrisch geladen und elektronisch überwacht, versehen. Mit Eingangstor, mit (schwarzem) Wachmann, der Unbefugten den Zutritt verweigert. Positiv daran ist, dass es so einige Jobs gibt. Aber wahrscheinlich ist die Uniform schöner als der Lohn ausreichend. Der Vollständigkeit halber muss hinzugefügt werden, dass auch viele Schwarzensiedlungen und Häuschen mit Stacheldraht umzäunt sind.
Für uns toll an Knysna ist die zentrale Marina (alle Geschäfte, Wäschereien, Bike- und Autoverleih in Gehdistanz), die Ruhe (kein lärmiger Hafen mit Grossschifffahrt und Docks, keine Musik und Gegröle aus den Bars nach 23 Uhr), die vielfältigen Erkundungsmöglichkeiten in der Umgebung, wie sie Thomas beschrieben hat, und auch das Unterhaltungsangebot. Nachdem wir alle zu viert im hiesigen Playhouse eine super Modern Dance Aufführung genossen haben, fand ich mich letzthin an einem regnerischen Tag sogar in der Nachmittagsvorstellung des Kinos wieder. Nach Wasser- und Dieseltankauffüllungen kam auch mal wieder der Kulturtank an die Reihe. Klassisch typisch für den Tanzabend war, dass die Truppe aus Jo'burg aus ausschliesslich schwarzen Tänzer/innen bestand (logo), das Publikum aber nur aus Weissen (bezeichnend).
Gestern Abend fand im Yachtclub, dessen temporäre Mitglieder wir sind, eine 'valentine's party' statt. Griechisches Menu, live Musik und 'dresscode: red' waren angesagt. Die Dekoration war auch in Rot, mit Ballonherzen und so. Noch nett gemacht, halt so britisch mit dem Valentintagszirkus. Hauptsache ein Anlass für eine Fete. Leider aber war die Moussaka längst nicht so fein wie sonst das Essen im Club - und vor allem die Menge :-(  Diese Schnörrlivoll ging grad als kleine Vorspeise durch ... So haben wir halt alles Brot mit allem Tzatziki und allem Salat weggeputzt. Zum Glück gab es noch das Hippieduo; zu ein paar Musikstücken konnte so richtig abgetanzt werden - so war der Abend doch gerettet. Auf dem kurzen Nachhauseweg aufs Schiff um halb zwölf waren dann alle Kaffemaschinen unterwegs bereits abgestellt und so wurde es nix mehr mit Kaffee & Kuchen. Dafür dann heute Sonntagmorgen ein ausgedehntes und spätes Frühstück. Heute wieder Nieseltag und bewölkt, also auch Computertag. Die Leute klagen, es sei viel zu trocken, alle Speicher seien leer und es sollte dringend regnen. Diese Nieseltage bringen schon nichts, sie verderben nur den Touristen die Sommertage. So ein richtiger Regenguss von ein paar Stunden wäre besser. Wenn man mit der Lokalbevölkerung aufs Wetter zu sprechen kommt, ist das Fazit überall, von Oman, über Seychellen und Madagaskar bis Südafrika, nichts ist wie üblich, alles spielt verrückt. Wenn ich dann allenfalls antworte, das sei selbst gemacht und eigenverschuldet, stosse ich kaum auf Opposition. Ausser - dazu eine Episode von unserem Rangerover-Ausflug (!)hoch zum Sanipass. Mit dabei waren zwei junge Amerikaner: Olivia und David aus Phoenix, US. Sympathisches Ehepaar, wir haben geplaudert. Auf dem Rückweg dann begann David im Gespräch mit dem Ranger von PS und Motoren seiner Autos und vom Schiff zu schwadronieren, dass der Benzinpreis drüben viel zu hoch sei. Dass es überhaupt weltweit mehr als genug Ölvorkommen habe, dass leider diese Ökologiebewegungen auch in den Staaten im Aufkommen sei, dass es sowieso zwei Bakterien im Meer habe, die mehr Kohlendioxid freisetzten als der Mensch es je könne ... Auf einmal sehr unsympathisch. Wir waren fast schockiert, solche Ansichten live zu hören und dann noch von so jungen Leuten (unter 30). David hatte sich zwar selber als 'true republican' bezeichnet, aber dass es so was Krasses wirklich gibt ... Wir sind dann verstimmt verstummt.

 

6. Februar 2008 / Th

Heute hat uns Marcel wieder verlassen. Er fährt mit dem Auto noch bis Kapstadt und sieht sich die Gegend auf dem Weg dorthin noch ein wenig genauer an.
Wir haben die letzte Woche verbracht mit:
- Biken - Südafrika ist definitiv nicht das Land für Biker. Wenn man auf Nebenstrassen fährt, kommt oft plötzlich ein Tor, wo es kein Durchkommen gibt (Private Property / privates Grundstück). Und auf den Hauptstrassen ist es sehr unangenehm und auch gefährlich. Trotzdem gehen wir morgen nochmals (über eine stillgelegte Eisenbahnstrecke, da gibt es sicher keine Autos [es hat zwar so einen Typen, der hat einen Quad {so einen vierräderigen Töff} mit Eisenbahnrädern bestückt und fährt damit über die Geleise])
- Tauchen - das hat es auch nicht wirklich gebracht. Schlechte Sicht, kaltes Wasser, starker Seegang, starke Strömung
- Wandern - da gibt es wirklich schöne Sachen zu machen (mehr Optisches dazu im nächsten Fotoset)
- Essen und Trinken - gutes Essen, gute Weine und alles sehr günstig (der Wechselkurs wird von Tag zu Tag besser)
- Schiff reparieren - wir mussten den Masttop (das Teil auf dem Mast, wo alle Seile durchlaufen) des hinteren Mastes herunterholen und revidieren. Mal wieder ein Korrosionsproblem Alu/Chromstahl.
Noch eine kleine technische Anmerkung: die Homepage läuft jetzt auf einem neuen Server und das Kontaktformular sollte wieder funktionieren.

 

30. Januar 2008 / Th

Ja, das mit den Dichtungen war so eine Sache. Sie sind alle gekommen, ausser den wichtigsten, die für den Kolben. Die kamen erst am andern Morgen. Nachdem der Zylinder wieder zusammengebaut war, musste das Öl wieder eingefüllt und das System entlüftet werden. Dann alles wieder einbauen. Nach dem Mittag waren wir dann fertig und bereit zum Auslaufen. Gemäss Wetterbericht sollte es bis Port Elizabeth reichen, bevor der nächste Südwestwind einfahren würde.
Wir hatten meist guten Wind, aber ziemlich rauhe See. Unterwegs sahen wir ein paar Mal grössere Gruppen Delfine und jede Menge Kaptölpel. Diese gänsegrossen Vögel fliegen, oft in Gruppen von 10-30 Tieren, ganz dicht über der Wasseroberfläche, so dass sie mal wieder hinter einer Welle verschwinden und dann wieder auftauchen. Da sie immer in einer Reihe mit ca. 1m Abstand fliegen, sieht das sehr spektakulär aus (wie ein Flugzeuggeschwader). Wenn sie fischen, fliegen sie etwa 10m über dem Wasser. Sobald sie einen Fisch sehen, legen sie die Flügel an und stürzen sich wie ein Pfeil ins Wasser.
Am Sonntag gegen abend liefen wir dann bereits mit Südwestwind in P.E. ein und wurden ein weiteres Mal herzlich willkommen geheissen, inkl. gratis Welcome-Drink im Yachtclub.
Der Wetterbericht sagte für die nächsten 5 Tage sehr wenig Wind voraus und so entschlossen wir uns, bereits am Montag unter Motor nach Knysna zu fahren, da wir dort noch Tauchen gehen können. Marcel mietete ein Auto und erkundete das Hinterland, während dem wir nach Knysna fuhren. Die Einfahrt nach Knysna (Google Earth) ist ein wenig tricky, es geht nur bei guten Wind- und Wellenverhältnissen und nur bei einlaufendem Wasser (zwischen Ebbe und Flut). Bis auf ein paar Stunden mussten wir wirklich motoren, aber wir waren genau im Zeitplan und um 18 Uhr vor der Einfahrt. Unterwegs sahen wir Seehunde und aus einiger Distanz Wale sowie wieder jede Menge Tölpel.
Auf dem östlichen Felsen über der Einfahrt wartete dann bereits Günter vom TO Stützpunkt Knysna und gab uns letzte Anweisungen über Funk, so dass wir die Einfahrt problemlos meisterten.
Nun liegen wir sehr komfortabel in der Marina von Knysna (Google Earth). Es ist hier zwar sehr touristisch mit vielen kleinen Shops und Restaurants, aber während der Nacht sehr ruhig.
 

25. Januar 2008 / Ju

Unser  Safaritag vorgestern war strahlend schön und im Auto ohne AC eher heiss. Dafür konnten wir den Strand geniessen. Dabei haben wir Textil gespart, uns in die Wellen geworfen und am ganzen Körper Sandpeelings gemacht. Die Safari im privaten Inkwenkwezi war a) in Bezug auf die Wildtiere im Vergleich zum ungleich grösseren und unberührteren Hluhluwi eher enttäuschend. Aber b) wegen der Jeepfahrt über die wilden Wege (Berg-und Tal-und Schlaglochfahrt), c) der Löwen und d) der Begegnung mit dem aggressiven Strauss "Pete" doch ein Erlebnis. Der Guide meinte, dass Strausse sehr dumm seien. "Bigger eyeballs than brains". So hatte er unseren Jeep für ein Weibchen gehalten und sein kurliges Balzverhalten gezeigt. Von uns kam natürlich keine der erwünschten Reaktionen ... Da er uns den Weg verstellte, hat der Guide ihn mit dem Wagen etwas (unsanft) angerempelt, worauf er dann recht aggressiv wurde und auf den Jeep los ging. Kopf auf unserer Kopfhöhe, spuckend und wie pickend. Das tun sie zwar nicht, aber ein Strauss kann mit den Füssen so austreten, dass er einen schon erwischen und verletzen kann. Dem Jeep tut es nicht soviel. Er hat auch nicht getreten, aber uns wirklich verfolgt, ist uns Vollkaracho nachgerannt, Flügel schlagend und hartnäckig. Thomas meint, dass der Guide die Attacke provoziert habe, es also zur Show gehört. Das ist wahrscheinlich, aber wir hatten dann doch den Eindruck, dass er schliesslich recht hektisch das Fahrzeug rückwärts in die Büsche manövrierte. So lockte er den Strauss ebenfalls hinter Büsche, was diesem den Fokus auf uns raubte und der Fahrer nutzte den Moment, um mit Vollgas zu "entkommen". Aber es war eine Gaudi, Thomas hat wacker gefilmt. Die Fotos sind, wie meistens, von mir.
Abends waren wir im Buffalo River Yacht Club gleich gegenüber auf der anderen Flussseite mit den anderen Jachties (nur 2 andere Boote) und sonstigen Clubmitgliedern zum Mittwochdinner. Dabei Edith & Dick, die älteren Amerikaner, die wir aus Richards Bay und Durban kennen. Marcel kann fast nicht verstehen, dass und wie diese zwei Senioren - er findet sie mehr scheintot als fit, aber das ist jetzt sehr böse gesagt - diese Routen segeln. Scheinbar haben ihm die 2 Tage auf See bei hier offenbar leider unangenehm rauhem Wellengang doch zugesetzt. Aber erstens ist deren Jacht vollautomatisiert und somit nicht so streng zu segeln wie die Wahoo und zweitens machen sie nur kurze Etappen mit langen Ruhepausen. Dabei auch John & Shirley, die wir erst hier persönlich kennengelernt haben. Gehört und gelesen haben wir von ihrer Trauung auf dem Schiff in Richards Bay, auf der Heraclitus, schon dort oben. Die beiden sind sehr nett, wir sind hier schon ein paar Mal zusammen gesessen. Apéro, Espresso bei uns, auf ein Bier o.ä. auf der Terrasse. Es wäre nett, sie in Mossel Bay oder bei Kapstadt wieder zu sehen.
Gestern war es denn wieder einmal nieslig-kühl, mit einzelnen Regengüssen. Marcel und Thomas haben den Tag fast gänzlich am Computer verbracht. Ich konnte mit Glenda und John, die hier den Bootssteg und einen Marine Service unterhalten, mit in die Stadt fahren. Hier liegen wir im Gegnsatz zu Durban eben wieder weit weg von jeglicher Einkaufsmöglichkeit.  Dafür liegt eine angesagte Beiz direkt vor unserer Nase. Man isst sehr gut und wegen dem tiefen Randkurs für unsere Verhältnisse günstig. Jetzt zum Beispiel sind die drei Herren wieder dort zu einem späten Lunch, während ich arme mich mit einem Müesli zufrieden gebe und mal vom freien Compi profitiere ... Anyway, in der grossen Shoppingmall konnte ich Batterien und eine neue Stirnlampe kaufen. Meine alte hat den Anknipsschalter dermassen korrodiert, dass ich mir eher den Finger verstauche, als sie einschalten zu können. So habe ich mehrere Stunden quasi "untertags"  in den Geschäften verbracht. Bis ich aus dieser Mall wieder auftauchte, beladen mit Esswaren, war das Wetter auch schon wieder besser. So hatte ich dann den Fotoapparat genommen, als ich sah, dass John sich mit einer Gruppe wagemutiger wieder für einen 'wave ride' bereit machte. Ausgerüstet mit Helm und Weste, ohne Schuhe, Uhren und anderen Wertsachen, dafür mit einer Regenjacke, fahren sie in einem offenen Boot mit x-PS los, um auf den Wellen zu reiten und sie auch selber zu machen. So wie das Schwingen bei der Waschmaschine: alle nass und durchgeschüttelt, das gehört zum Spass. Dabei habe ich die junge Hippiefrau angesprochen, die als einzige der Gruppe nicht mitging. Der Dialog war wie folgt: (...) "Where are you from?" - "Switzerland." - "Ig oo." Bern pur. Sie ist Primarlehrerin und als Bagpackerin beim Reisen hier hängengeblieben und arbeitet für eine Organisation, die mit Volontären in ländlichen Schulen Computerunterricht erteilt. Sie kam von einer ermüdenden Busfahrt von einem Kongress in Durban zurück und wollte eigentlich im kleinen Bus etwas nachschlafen. Stattdessen folgte sie unserer Einladung zu einem Glas Wein, Nüssli und CH-Schoggi auf die Wahoo. Spannend, was sie so berichtete.
Wir haben hier einige Weisse kennen gelernt, die auswandern wollen oder schon daran sind. Ihr Tenor: diese Land gehe total den Bach runter, vor allem die Kriminalität nehme immer mehr zu, alles werde nur immer schlechter. *P.S. Je mehr die Weissen getrunken haben, oder auch je ländlicher eine Gegend ist, umso rassistischer äussern sie sich. Mit immer auch wohltuenden Ausnahmen natürlich. Es ist völlig klar, dass nach der  Abschaffung der Apartheid alle Weissen Privilegien und somit Wohlstand, Sicherheit abgeben mussten. Ihre Lebensqualität ist sicher schlechter geworden - weil sie, bzw. ihre Vorfahren, voll auf Kosten der Schwarzen gelebt hatten. Somit ist ihre Frustration nachvollziehbar, niemand gibt gerne ab. SVP-Phänomen. Es wird hier noch viel Zeit brauchen, wie anderswo auch. Die heutige Schweiz oder Europa wurden auch nicht in einem Jahrhundert so geformt. Mittlerweile sind auch viele private Schulen gemischt. Aber wer was arbeitet, wer welche Position inne hat oder wer wo wohnt, das ist immer noch sichtbar getrennt. Alle hoffen auf die nächste(n) Generation(en). Unter den Jungen scheint die Gleichwertigkeit weniger problematisch. Sie wachsen in einem neuen Bewusstsein auf. *P.P.S. Nun hat auch die Bernerin Sonia einiges Ernüchterndes aus dem Erziehungswesen erzählt. Da jetzt an sich begreiflicherweise Schwarze bei Jobs bevorzugt werden, seien viele Leute auch in Positionen, für die sie völlig unqualifiziert seien. Und zwar bis auf höchste Ministerebenen hinauf. Die Würde wird angestrebt und zelebriert, die Bürde wird negiert oder delegiert. Und viele Missstände seien nicht primär eine Frage des Geldes, sondern der Kompetenz und Effizienz und Intelligenz und Konsequenz .... und überhaupt sind wir hier nicht in der Schwenz. Ich habe Sonia eher als freakig beschrieben, aber auch sie, jung, begeisterungsfähig, motiviert, stösst an ihre Grenzen und äussert sich desillusioniert. Es wird spannend sein, die Geschichte dieses Landes zu verfolgen. Immerhin haben sie den Übergang von weiss zu schwarz (nur 5% sind Weisse) ohne Bürgerkrieg geschafft, was sensationell und ziemlich einmalig ist. Über Mandela sind alle ausnahmslos (hier meine ich ausschliesslich Weisse,  wir haben schon weitaus häufiger mit diesen Kontakt) des Lobes voll, aber was dann folgte und gar was nun dann kommen soll ...!
Etwas vom Spannendstens auf unserer Reise sind die Begegnungen mit anderen Menschen. Wir fragen auch allen Löcher in den Bauch und ich suche die Kontakte. Man kann sicher sagen, dass wir aufgeschlossen neugierig sind.

*P.S. Was bedeutet SAMORA? (Buchstaben durchstreichen = erledigt) Zuerst A wie Angola, dann R wie Rhodesien (Zimbabwe), dann MO wie Mocambique und jetzt SA wie Südafrika. (Dazu muss man wissen, dass Samora Machel der schwarze Hoffnungsträger von MO war, sozialistischer Präsident, bei Flugzeugunglück ums Leben gekommen, erledigt ((die Hände soll der weisse südafrikanische Geheimdienst im Spiel gehabt haben))  :-((

*P.P.S. Erzählte uns die weisse B&B-Gastgeberin, sie hat es aber auch aus dritter Hand. Kindergärtler, gemischt. Der weisse Junge lädt die Gspänli zum Spielen ein, darunter ist der schwarze David. Abends wird David von seinem Vater abgeholt, fragt der weisse Bub, warum David's Daddy denn Schwarzer sei. :-))

 

24. Januar 2008 / Th

Die neuen Schläuche haben wir am andern Morgen bekommen und eingebaut. Die grosse Arbeit war aber, das System zu entlüften. Wir haben auch das recht gut hingekriegt. Da der Wetterbericht immer noch Südwestwind angesagt hatte, mieteten wir drei, Marcel, Julia und ich, für den nächsten Tag ein Auto und erkundeten damit die nähere Umgebung. Etwa 30 km der Küste entlang nach Nordosten hatte es auch wieder so einen Wildpark. Dort buchten wir eine 3-stündige Safari für den Nachmittag. Den Rest des Morgens verbrachten wir dann am nahen Strand. Er war sehr schön und einsam, das Wasser aber ziemlich kühl (so um die 21°).
Im Inkwenkwezi Park ging es dann mit Jeep und Guide über ziemlich holprige Wege durch den Parks. Wir haben verschiedene Antilopen, Gnus, Giraffen und Strausse gesehen. Die Parks sind immer von einem Zaun umgeben, damit die Viecher nicht abhauen können. Dieser  Park ist 4500 ha gross und damit eher klein. Innnerhalb dieses Parks hat es nochmals ein Gehege, welches ca. 80 ha umfasst. Darin lebt ein Rudel weisser Löwen (ein Männchen, drei Weibchen und zwei Jungtiere). In dieses Gehege sind wir dann durch eine Art Schleuse (erstes Tor auf -  reinfahren - erstes Tor zu - zweites Tor auf - reinfahren - zweites Tor zu) hineingefahren und nach kurzer Zeit fanden wir die Löwen, im Schatten unter einem Baum dösend. Bis auf 10 m ist der Jeep herangefahren. Der Guide hat seine Pistole durchgeladen und entsichert - für den Notfall. Und so haben wir die Löwen jetzt endlich auch mal gesehen. Diese Gruppe wird zur Zeit noch gefüttert (mit toten Kühen der umliegenden Farmen). Sobald im restlichen Park der Bestand an Beutetieren gross genug ist, werden die Löwen dann 'freigelassen' und müssen ihr täglich Fleisch selber fangen.
Am Abende, zurück auf der Wahoo, sagte uns Klaus, dass irgendetwas mit der Selbststeueranlage doch nicht stimmt. Beim weiteren Entlüften hatte er festgestellt, dass mit dem Zylinder irgend etwas nicht stimmte. So bauten wir ihn am anderen Morgen nochmals aus und stellten mit Schrecken fest, dass die Schubstange mehrere Kratzer aufwies. Wir konnten uns das nicht erklären und darum zerlegten wir den Zylinder. Des Rätsels Lösung war, dass der Federstift, welcher den Kolben auf der Schubstange fixiert gebrochen war. Und so wurde nur noch der Kolben bewegt, ohne dass die Schubstange mitging. Da der abgebrochene Stift ein wenige überstand, zerkratzte er dabei die Schubstange und das ist sehr schlecht, da dann die Dichtungen sehr schnell kaputt gehen. Die Schubstange wurde vom Hydraulikspezialisten am nächsten Morgen wieder poliert, aber die Dichtungen mussten zuerst bestellt werden und sind hoffentlich heute morgen eingetroffen, so dass wir heute abend dann endlich auslaufen können.

 

20. Januar 2008 / Th

Zum Abendessen gab es die schlechtesten Tomatenspaghetti von ganz Südafrika. Und am Lagerfeuer einige interessante Gespräche. Das Frühstück war nicht der Hit, aber akzeptabel. Danach ging es mit dem 4x4 Toyota auf besagten Sani Pass. Wir haben dann schnell gesehen, warum es ein Fahrzeug mit Vierradantrieb, hohem Radstand und Kriechgang braucht. Die Strasse ist zum Teil in einem sehr schlechten Zustand und auf den letzten 8 km müssen noch 1000 Meter überwunden werden. Das allerletzte Stückbesteht aus ca. 10 Haarnadelkurven, die grösste Steigung ist 24° (nicht 24% ;-). Leider war es an diesem Tag ziemlich bewölkt, so dass man keine Aussicht hatte. Der Pass bildet die Grenze zum Königreich Lesotho und ist 2873 m hoch. Im höchsten Pub von Afrika haben wir dann geluncht - es gab das beste Brot von Afrika. Am Abend ging es wieder zurück nach Durban.
Da der Wetterbericht keinen Aufbruch erlaubt hätte, sind Julia und ich nochmals losgezogen, bzw. -gefahren. Zuerst der Küste entlang Richtung Süden. Dort haben wir einen Croco Park besucht. Es gab diverse Sorten von Krokodilen zu sehen, so wie verschiedene Vögel, die dort frei in den Bäumen nisten. Danach fuhren wir Richtung Norden durchs Land mit dem Ziel Pietermaaritzburg (viele Namen hier tönen sehr deutsch oder holländisch). Gegen Abend hat es dann angefangen zu regnen und in Pietermaritzburg hat es den ganzen Abend weitergeregnet, so dass wir mit Schirm zum Nachtessen gehen mussten. Am andern Morgen war es wieder schön und so haben wir die Stadt bei Sonnenschein anschauen können. Pietermaritzburg hat einen interessanten Kern mit verschiedenen gut erhaltenen Gebäuden aus der frühen Burenzeit. Auf dem Rückweg nach Durban sind wir durch eine abgelegene Gegend gefahren und haben uns prompt ziemlich verfahren, da die Karte aus dem Touri-Prospekt sehr ungenau war. Nach einigen Interviews mit zufällig anwesenden Personen haben wir dann den richtigen Weg wieder gefunden und sind über die 1000 Hills Route wieder zurück nach Durban gefahren. Am Abend hatten wir dort ein sehr heftiges Gewitter mit Blitzen, die nur ein paar hundert Meter entfernt eingeschlagen haben.
Der Wetterbericht sagte ein für uns günstiges Wetterfenster ab Freitag voraus und so machten wir die notwendigen Einkäufe, um aufbrechen zu können. Am Donnerstag Nachmittag traf dann Marcel, der Schwiegersohn von Klaus, ein. Er wird die nächsten drei Wochen mit uns mitreisen.
Früh aufstehen und das Schiff klarmachen, hiess es am Freitag morgen. Um 8 Uhr sind wir wie geplant ausgelaufen mit Kurs Richtung Port Elizabeth. Unser Ziel war es, East London auszulassen und direkt bis dort zu segeln. Wir hatten nicht so viel Wind, aber wir kamen dank der Strömung gut voran. Am Samstag gab es dann mehr Wind und wir sind mit Hilfe der Strömung bis zu 10 Knoten gelaufen. Da schmelzen die Meilen nur so dahin. Als wir noch etwa 200 Meilen von Port Elizabeth entfernt waren, meldete der Computer der automatischen Steueranlage: 'Keine Ruderaktivität'. Zuerst dachten wir, dass es zu wenig Hydrauliköl im System hat oder dass eine elektrische Leitung unterbrochen ist. Genauere Untersuchungen kamen aber dann zum Ergebnis, dass ein Hochdruckhydraulikschlauch ein Leck hatte und das Öl dort rausspritzte. Das hiesse, von Hand steuern und das bei ziemlich starkem Seegang. Wir versuchten wie immer das Problem zu beheben, aber diesmal leider ohne Erfolg. Wir konnten zwar den Schlauch notdürftig reparieren, aber das ganze System zu entlüften gelang uns im laufenden Betrieb nicht. So entschlossen wir uns, doch East London anzulaufen. Dort sind wir heute Nacht um 1 Uhr eingetroffen. Morgen sollten wir dann neue Schläuche bekommen. Sobald es geht, werden wir dann Richtung Knysna weitersegeln.

 

12. Januar 2008 / Th

Am Mittwoch sind wir dann nochmals ein wenig durch die Stadt gebummelt. Julia konnte ungestört ihren Souvenirs nachjagen und anschliessend sind wir noch ins Maritme Museum gegangen, wo man einen alten, dampfbetriebenen Schlepper besichtigen kann. Am Abend sind wir dann, edel gekleidet diesmal, nochmals ins Drehrestaurant hoch über der Stadt dinnieren gegangen. Julia hat wilden Hasen (wild rabit) gegessen und Klaus und ich je ein Krokodilsteak. Das hat ganz gut geschmeckt (ein bisschen wie Kalbfleisch oder Turkey). Nachdem der reichbestückte Dessertwagen einen Teil seiner Fracht an unserem Tisch gelöscht hatte, waren noch Espresso und Grappa angesagt.
Eigentlich wollten wir am Donnerstag los, aber wir hatten immer noch Südwestwind. Gemäss Wetterbericht hätten wir am Freitag in Richards Bay gute Bedingungen gehabt, aber weiter unten war für den Samstag praktisch Flaute und dafür Schwell mit 3.5m Höhe angesagt. Dazu hatten wir aber wirklich keine Lust. Da die Aussichten für die nächsten Tage nicht besser waren, entschlossen wir uns, nochmals ein Auto zu mieten und das Hinterland zu erkunden. Etwa 100 km im Landesinneren sind hohe Berge, die Drakkensberge. Dort gibt es einen Pass, den Sani Pass, welcher ein Grenzübergang zu Lesotho ist. Der Pass muss sehr spektakulär sein (über 2800 müM). Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen Abstecher in ein anderes Gebiet, wo es einen Canopy Park gibt. Dabei werden Seile zwischen den Kronen von grossen Bäumen gespannt und an diesen kann man sich dann in den Baumwipfeln fortbewegen. Ursprünglich wurde das zu Forschungszwecken im Regenwald gemacht - um einfach von Baumwipfel zu Baumwipfel den schnellsten Weg zu ermöglichen. Dieser Parcours ist  zu reinen Funzwecken eingerichtet worden. Man bekommt ein 'Gstältli' und so ein Teil mit zwei kleinen Rollen dran. Das wird  am Drahtseil eingehängt und man flitzt dann daran durch den Wald. Das ganze dauerte etwa zwei Stunden und hat echt Spass gemacht. Übernachtet haben wir  in einem B&B in einer alten victorianischen Farm, mit riesigem Garten. Von der Hauswirtin haben wir viel Spannendes erfahren und ein herrliches Frühstück bekommen.
Heute wollten wir dann eben auf diesen Sani Pass. Leider ist das nur mit einem 4x4 Auto erlaubt und so mussten wir dann mit unserem VWchen wieder umkehren. Nun gehen wir morgen mit einer geführten Tour auf den Pass. Jetzt sind wir in einer Pferdefarm mit 100 Pferden und B&B, welche von ein paar 'Hippies' geführt wird.

 

8. Januar 2008 / Ju

Einmal mehr zeigt es sich, dass wir all die Sachen über Orte, Ankerplätze, Gefährdungen etc., von denen wir hören oder lesen, am besten selber überprüfen. Und zwar indem wir trotz Abraten dorthin gehen. Die Informationen und Tipps von Seglern oder vom eh veralteten African Pilot (Handbuch für Segler) haben sich wirklich zum x-ten Mal als widersprüchlich, bzw. nicht zutreffend erwiesen. Auch von Durban wurde uns abgeraten. Nun gefällt es uns da aber ganz gut. Die Marina liegt total im Zentrum, ist aber so gross, dass praktisch kein Stadt- oder Verkehrslärm zu uns dringt. Wir haben die ganze nicht schöne, aber imposante und für uns Landeier fast futuristische Skyline direkt vor uns. Die Angestellte vom Jachtclub war, genauso wie Judy in Richards Bay, sehr nett und das Prozedere war  unkompliziert. Wir können bis zum nächsten Nordwindfenster an diesem Platz bleiben. Es sind noch mindestens 4 weitere Boote, die ich von Richards Bay her kenne, hier und warten auf das Abflauen von Südwind und dem Wellengang. Man grüsst sich, wechselt ein paar Worte. Dieser Südwind hier ist ähnlich wie der "Pföä" sehr heftig mit extremen Böen, welche die Palmenwedel in die Waagrechte blasen und unseren Windgenerator zum Singen bringen, einfach eher kühl, da er ja vom Südpol her kommt. Diese Tage herrschte hier jedenfalls sozusagen Aprilwetter und der nette Kellner von heute beklagte sich, dass das Wetter hier in Durban schon seit Oktober verrückt spiele. Im Führer hat Thomas auch gelesen, Durban sei eine Stadt mit praktisch 365 Tagen Sonnenschein. Wir haben die 10 anderen erwischt ...  Heute gab es auch kurze heftige Regenschauer. Aber das Erkunden einer Grossstadt und auch das Schlafen in den Kojen ist bei bedecktem Himmel und kühleren Temperaturen viel angenehmer, wir möchten uns gar nicht beklagen. Die Schaumkronen auf dem Indischen Ozean waren nicht ohne und kamen bis fast an die lange Strandpromenade heran. Heute haben wir uns die Stadt von oben angesehen. Nicht zu Fuss ging es 126m hoch - auf der 32. Etage eines der Hochhäuser befindet sich ein plüschiges Drehrestaurant. In ca. 75 Minuten hatten wir die Panoramasicht geschafft. Zwischenzeitlich haben wir, im Zigeunerlook und mit der Kamera griffbereit, wie die feinen Schorsche gespiesen. Die Küche war gut und der Espresso der beste bis anhin in Südafrika. Das hat der Kellner (siehe oben, aus Italien stammend) natürlich gern gehört und wir haben dann zusammen ein bisschen über die amerikanisch-englische Nespresso"kultur" geschnödet! Wir überlegen uns, einmal abends hierher zu kommen, um dann, fein gekleidet natürlich, die beleuchtete Stadt beim Dinieren zu geniessen. Anschliessend gingen wir in ein Museum. Nature Science und Art Gallery. Etwas altmodisch, aber gut gemacht, gelegen im schönen Gebäude der City Hall. Dieses im neo-barocken Stil 1910 nach dem Vorbild von Belfast errichtete Rathaus ist eines der alten Wahrzeichen Durbans. Gestern waren wir in der Zitat "grössten und schönsten Moschee der südlichen Hemisphäre". Ich wollte unbedingt mal eine besuchen. Na ja. Gross war sie wohl schon. Eine Sache für sich ist dabei jeweils die in den Prospekten  wie auch vom Führer verbreitete  ..Indoktrination. Es wird versucht, eigentlich verständlich und auch notwendigerweise, mit westlichen Vorurteilen oder falschen  Bildern vom Islam aufzuräumen. Dabei werden unsere "Unterstellungen" mit dem Christentum verglichen. Heraus kommt dabei aber eigentlich nicht, dass unser Vorurteil nicht stimmt, sondern dass in der Bibel zu  jener Sache noch Schlimmeres geschrieben steht! Bloss wenden wir die Bibel nicht mehr wortwörtlich an, sondern interpretieren und adaptieren. Da der gut gebildete Führer, extra nur für Thomas und mich, mit den Propheten aus der Bibel nur so um sich warf und ich diesbezüglich alles andere als sattelfest bin, haben wir einfach zugehört und die für uns interessanten Sachen herausgepickt. Nach dem Studium der Prospekte auf der Wahoo würde es mich aber schon mal reizen, mit einem Muslim in dieser Sache zu streiten. Aber nicht in Englisch und vielleicht auch nur mit theologisch geschultem Beistand...  Morgen dann möchte ich noch einmal in aller Ruhe, das heisst ohne Thomas 10 m vorneweg, im Victoria Market flanieren und souvenierlen.

 

6. Januar 2008 / Th

Da der Wetterbericht schon die nächste Südweststörung angesagt hatte, entschlossen wir uns gestern, vor dem neuen 'Südwester' wenigstens bis Durban zu segeln, obwohl wir da eigentlich keinen Halt einlegen wollten. So sind wir dann gestern um 14 Uhr in Richards Bay ausgelaufen. Mit 15-20 Knoten Südostwind sind wir dann flott vorangekommen (mit Unterstützung der Strömung sind wir bis 8 Knoten gelaufen und haben heute morgen früh um 6 Uhr Durban erreicht. Wir hatten ziemlichen Seegang und gestern musste ich zum ersten Mal auf dieser Reise die Fische füttern. Das 300g Rumpsteak mit Pommes kurz vor der Abfahrt war wohl nicht so optimal.
Skyline von DurbanHier in Durban (der drittgrössten Stadt Südafrikas mit 2.7 Mio Einwohner) liegen wir mitten im Zentrum (GoogleEarth). Der Jachthafen ist riesengross und ziemlich voll. Da heute Sonntag ist, war im Jachtclubbüro niemand zu erreichen und so liegen wir jetzt im Liegeplatz eines uns noch unbekannten Jachtbesitzers und hoffen, dass er heute nicht mehr zurückkommt.
Julia und ich haben dann mal einen ersten Erkundungsgang in die Stadt gemacht. Das Zentrum ist sehr gross und die Hauptstrassen sind rechtwinklig angelegt und meist sechsspurig. Es hat eine riesige Strandpromenade mit Pools und einem Vergnügungspark (es hat sogar einen Sessellift, wozu wissen wir noch nicht ;-).
Wie lange wir hier bleiben, wissen wir noch nicht. Es hängt davon ab, wann das nächste Wetterfenster kommt in dem wir dann bis zum nächsten Hafen segeln können.

 

4. Januar 2008 / Th

Seit gestern haben wir jetzt eben Südwestwindwetter, was soviel heisst wie, bedeckt, windig und zeitweise Nieselregen. Wir wollten eigentlich morgen weiter doch wie es vom Wetterbericht her ausschaut, können wir erst am Sonntag los. Und die nächste Südwestfront ist schon wieder im Anflug, so dass wir wahrscheinlich nur bis Durban kommen, bevor wieder Gegenwind aufkommt.
Hier haben wir wieder einige interessante Leute kennengelernt. Zum Beispiel den Ananas-Farmer Len, der Ananas im grossen Stil anbaut (Ernte ca. 100 Tonnen pro Monat). Pro Hektare haben die 100'000 Ananaspflanzen. Das Ganze ist so konzipiert, dass sie das ganze Jahr über ernten können.
Noch ein kleiner Einschub zum Thema Früchte: hier wachsen jede Menge Früchte, von Äpfeln, über Pfirsiche, Aprikosen, Melonen, Mango, Orangen, Trauben (auch solche, die noch nicht in Flaschen abgefüllt sind ;-), Litchi, Papaya bis hin zu Ananas.
Hier im Yachtclub (GoogleEarth) liegt auch noch ein ganz spezielles Schiff, die Heraclitus, ein grosses Segelschiff aus Beton. Das Schiff fährt seit Jahrzehnten um die ganze Welt und die Leute, die darauf wohnen, machen an den jeweiligen Aufenthaltsorten Projekte wie Theater, Diaschauen, Konzerte, ...
Heute haben wir noch ein paar kleine Arbeiten am Schiff gemacht und wir waren nochmals einkaufen. Morgen können wir noch Diesel bunkern und dann sind wir bereit zum Auslaufen. Ich nutze die Zeit zum mal wieder so richtig im Internet zu surfen, ein wenig auf Entzug war ich schon ;-}

 

3. Januar 2008 / Ju

Jetzt sind wir seit 10 Tagen quasi an Land und schon ist das Leben auf See wieder recht weit weg. Obwohl wir gerade heute wieder mit den Vorbereitungen fürs in See stechen begonnen haben. Das heisst auch, dass wir die paar (wenigen) Kilos, die wir beim Segeln verlieren, schon längst wieder wettgemacht haben. Nicht so sehr wegen Weihnachten, immerhin fehlen hier die leckeren Guetzli vollständig, sondern weil wir ein riesiges Angebot in den Supermärkten haben, die Möglichkeit auswärts zu essen und überhaupt dauernd etwas aus dem gefüllten Kühlschrank zu schnauseln. Zudem haben wir am ersten Tag sozusagen eine Glacé-Diät gemacht. Die snowheaven-ice cream von Roberto's schmeckt wirklich himmlisch. Ich bleibe zwar bei "meinem" Aroma, wir gehen nicht die ganze Geschmackspalette durch. Denn da finden sich Farben und Kombinationen, die chewinggum heissen und noch schlimmer als das aussehen ...  Das Hauptnahrungsmittel der weissen Südafrikaner scheint allerdings Fleisch zu sein, genauer Grillade. Auf Afrikaans 'braai'. Allein auf diesem Gelände befinden sich mindestens 10 riesige gemauerte Feuerstellen, die über die Feiertage schon vormittags von Familien mit Kind und Kegel und Vollausrüstung belegt wurden. Dazu wird fleissig Bier getrunken. Als ich eine Biereinladung dankend ablehnte und auf die Frage "warum nicht?" simpel antwortete, weil ich es nicht gern hätte, erntete ich ein ungläubiges Gelächter. Das gehe doch für Deutschsprechende gar nicht. Das sei ja, wie wenn ein Südafrikaner kein Fleisch essen würde. Tja. Mit Len, dem Ananaspflanzer, der sein Boot drei Liegeplätze weiter hat, sind wir ins Gespräch über dies und das gekommen und als wir dann beim Wein landeten, verprach er uns seinen bevorzugten Wein, "den besten der Welt", vorbei zubringen. Er meinte, wir müssten dann schon sehr mutig sein, um ihn nicht als den besten zu klassifizieren. Es war ein Malbec 2005 und er war gut bis sehr gut, sagen wir mal so in den besten 10 Weinen (die wir kennen und mögen). Unserseits haben wir ihm einen Sauvignon blanc von Montenegro gegeben. Deren haben wir immer noch ein paar Flaschen - soviel haben wir also nicht getrunken oder soviel hatten wir gebunkert!

 

3. Januar 2008 / Th

So, die neuen Fotos (letzter Teil Madagaskar und erster Teil Südafrika) sind jetzt überspielt und unter Bilder zu finden. Viel Vergnügen beim Anschauen.

 

2. Januar 2008 / Th

Ja, jetzt ist schon wieder ein neues Jahr angebrochen. Hier noch kurz, was im alten noch so passiert ist seit der letzten Berichterstattung:
Das 500g T-Bone habe ich immer noch nicht gegessen (erst ein kleineres, und das war eher ein Reinfall), dafür schon zweimal ein ganz kapitales Cordon-Bleu bei Inge und Otto. Die beiden ehemaligen Österreicher führen hier im Small Craft Harbour eine Kneipe, wo man auch ganz gut isst. Da wir aber seit dem 24. im Zululand Yacht Club liegen, ist es ein wenig weit bis dahin. Zwar nur ein paar hundert Meter Luftlinie, aber in Südafrika ohne Auto ist man ziemlich unmobil.
Also am 24. haben wir uns dann ins Central Business District begeben (eine Ansammlung von Einkaufszentren, jedes etwa im Stil des Melser Pizolparks). Dort haben wir dann mal wieder einen Grosseinkauf getätigt.
Am Abend des 25. haben wir im Yachtclub gegrillt, wie das hier so üblich ist. Viel Fleisch und bei uns auch noch Pastasalat. Es waren ziemlich viele Leute hier, die in etwa das selbe gemacht haben. Dazu gab es DJ Musik, zum Teil gar nicht schlecht mit Oldies und so und es wurde wacker getanzt.
Am nächsten Morgen haben sich Julia und ich auf den Weg zum Flughafen gemacht, wo wir ein Mietauto gefasst haben. Damit ging es dann Richtung Norden, zum Eingang des Hluhluwe/Imfolozi Game Reserve. Das ist ein relativ kleiner Nationalpark mit vielen wilden Tieren (siehe Bilder). In diesen Parks bewegt man sich nur im Auto; einerseits weil die Entfernungen sehr gross sind, andererseits damit man von den Tieren nicht gefressen oder niedergetrampelt wird. Auch wenn ihr euch das vielleicht schlecht vorstellen könnt: Julia und ich sind mit dem klimatisierten Toyota durch einen Nationalpark gefahren und haben uns Elefanten, Nashörner, Giraffen, etc. angesehen. Dreimal haben wir dann in einem schönen Hotel in der Nähe übernachtet und uns dort ganz gut von den Segelstrapazen erholt. Natürlich bei gutem Essen und südafrikanischem Wein ohne Dieselabgang. Drei Tage haben wir im Park verbracht, einmal mit einer geführten Game Tour (Safari im offenen Jeep), sonst auf eigene Faust. Dann haben wir noch einen Abstecher in den Greater St. Lucia Wetland Park gemacht, wo es auf einer Flussfahrt (mit Motor, ohne Segel) 1 Krokodil und sehr viele Flusspferde zu sehen gab.
Auf dem Rückweg nach Richards Bay haben wir noch eine Nacht in Ulundi verbracht. Am nächsten Tag sind wir dann gemütlich durchs Zululand zurückgefahren und haben uns noch ein wenig die Zulukultur zu Gemüte geführt.
Am 30. haben wir uns dann nochmals ins Einkaufsgewühl gestürzt und unsere Vorräte wieder so weit aufgestockt, dass wir unsere Reise fortsetzen können.
Silvester haben wir mit vielen andern zusammen im Jachtclub verbracht bei BQ und Rotwein. Um Mitternacht gabs montenegrinischen Sekt und Feuerwerk von allen Seiten. Dazu wieder DJ Musik, bis es wieder hell wurde. Das ganze natürlich bei für Schweizer Verhältnisse hochsommerlichem Klima (die ganze Nacht in kurzen Hosen und T-Shirt).
Noch ein paar Worte zum Land: Für jemand, der noch nie in Amerika war, ist alles einfach riesig. Die Distanzen zwischen Wohnen und Einkaufen sind so gross, dass man ohne Auto wirklich aufgeschmissen ist. Es gibt natürlich Taxis, aber die sind recht teuer. Sonst ist das Leben hier sehr günstig (wir waren sehr überrascht). Ein Menü im Restaurant kostet oft weniger als 10 CHF, ein Cola oder ein Bier ca. 1 CHF und ein gute Flasche Wein gibts schon ab 9 CHF. Benzin kostet etwa 1.30 CHF, ein Kilo Fleisch zwischen 4 und 10 CHF.
Die Strassen sind meist in sehr gutem Zustand und es hat relativ wenig Verkehr. Allerdings warnen einen alle, man solle auf keinen Fall nachts mit dem Auto unterwegs sein. Auch sonst scheint die steigende Krimiminalität ein sehr grosses Problem zu sein (man wird immer wieder gewarnt, zu Fuss nicht zu gehen und nachts nicht alleine ...).
So, jetzt gehts dann ins Club Restaurant zum Nachtessen. Wahrscheinlich am Freitag können wir Diesel bunkern und falls das Wetter passt, am Freitag Nacht oder am Samstag zu unserer nächsten Etappe nach East London (350 Meilen) aufbrechen.

 

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