News VII

31. Mai / Th

Gestern Nacht wars mal wieder ruhig. Wir konnten segeln, wenn auch nur mit einem Segel. Das andere mussten wir unten lassen, weil wir in der Nacht davor nochmals in so einen Gewittersturm gekommen sind. Diesmal ist die Befestigung des hintern Segels am Baum gerissen und , wahrscheinlich als Folge davon, ist die Gaffel kaputt gegangen. Das massive Alugestänge wurde verbogen und ist an zwei Stellen gebrochen. Wir konnten aber den Schaden mit Bordmitteln beheben, so dass wir wieder beide Segel benutzen können. Nur fehlt bis jetzt der dazu nötige Wind und so laufen wir zur Zeit unter Motor.
Langsam sind wir alle froh, wenn wir mal wieder irgendwo ankommen und eine ganze Nacht schlafen können.

 

29. Mai / Th

Gestern Nacht hatten wir einen kleinen Tornado (Gewittersturm). Rings herum hat es geblitzt und gedonnert und geregnet, der Wind war sehr böig und kam immer mal wieder aus einer andern Richtung, dafür mit einer Spitzengeschwindigkeit von 56 Knoten. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei. Wir haben dann die Segel heruntergelassen und uns den Rest der Nacht treiben lassen. Unser Ziel kommt immer näher, noch ein paar Tage. Alle sind gesund und mehr oder weniger munter.

 

27. Mai / Th

Gestern hatten wir so richtiges Doldrum-Wetter: meist hat es geregnet, der Wind hat mal von da, dann wieder von dort geblasen, mal ganz fest, dann war wieder beinahe windstill. Zu allem Übel hatten wir die Batterien so weit entladen, dass wir den Motor nicht mehr starten konnten. In dem wir eine der Batterien ausgebaut und ganz nahe beim Anlasser mit kurzen, dicken Kabeln angeschlossen hatten, gings dann wieder. Bis heute morgen um 4 sind wir unter Motor gelaufen, seit da segeln wir wieder, wenn auch sehr langsam (2-4 Knoten).
Vor uns liegen noch ca. 500 Meilen, bis wir mal wieder den Anker werfen und die ganze Nacht durchschlafen können. Das Wetter ist wieder schön, aber wir haben nur wenig Wind aus Südwesten.

 

24. Mai / Th

Gestern war nicht wirklich unser Glückstag. Zuerst habe ich gemerkt, dass der elektronische Kompass wieder ein wenig spinnt. Dann wurde der Wind immer schwächer und die Nacht durch sind wir mehr oder weniger gedümpelt. Zum Glück haben wir noch mitlaufende Strömung.
Aus Langeweile spielte ich ein wenig mit dem GPS herum; mal schauen, was der noch so alles kann. Und plötzlich, nichts geht mehr, keine Reaktion auf gedrückte Tasten. Nicht einmal mehr der Ausschalter funktioniert. Also Strom weg zum Ausschalten und dann wieder einschalten. Aber das blöde Teil bleibt bei WILLKOMMEN bei FURUNO GPS stehen. Noch ein paar mal ein und ausschalten, aber es geht definitv nicht weiter. Sch...., kein GPS mehr. Zum Glück haben wir noch ein oder zwei Ersatzgeräte. Das erste funktioniert leider auch nicht. Aber wenigstens mein kleines Bluetooth Teil funktioniert. Zur Not geht es.
Ich zerbreche mir den Kopf: was kann da los sein mit dem blöden GPS? Ich lese das Manual: wie kann man das Ding reseten? Aber dazu gibt es keine Angaben. Scheint nicht vorgesehen zu sein. Es hat ein Batterie gepuffertes RAM. Ev. muss man das löschen, in dem man die Batterie heraus nimmt. Aber die ist eingelötet. Ich erinnere mich an die Geräte, welche ich selber entwickelt habe. Da gibt es für solche Fälle immer eine Tastenkombination. Also probieren und probieren, leider ohne Erfolg. Im Bett zerbreche ich mir weiter den Kopf. Aber mir fällt dazu nur ein, den Support anzumailen oder Google zu fragen. Goolge weiss keine Antwort und der Support wird frühestens am Montag Antwort geben. Also probiere ich nochmals Tastenkombinationen. Und heute habe ich Glück. Pfeil nach oben drücken beim Einschalten führt einen Reset durch und das Teil läuft wieder wie geschmiert. So geht das!

 

23. Mai / Th

Morgen sollten wir den Äquator erreichen. Eben haben wir einen Fisch gefangen. Zur Zeit fahren wir für ein paar Stunden mit dem Motor, da wir wenig Wind haben und die Batterien langsam leer sind. Sonst alles i.O.

 

19. Mai / Th

Wir sind jetzt seit 9 Tagen unterwegs. Es hatte immer Wind, wir sind nur gesegelt. Den Nullmeridian haben wir bereits überquert, als nächstes steht der Äquator auf der Liste. Das Wetter ist zeitweise sonnig, zeitweise bewölkt, aber immer schön warm.
Die Fische beissen gut und wir haben immer noch frisches Obst und Gemüse.

 

14. Mai / Th

Seit 100 Stunden sind wir jetzt unterwegs und kommen sehr gut voran. Der Wind ist mal stärker, mal schwächer, aber es hat immer und bis jetzt auch immer aus der richtigen Richtung.
Das Wetter ist gut, es ist merklich wärmer geworden, das Wasser hat wieder 24°C. Zur Zeit bolzen wir mit 7.5 Knoten Richtung Äquator. Alle sind gsund und gfrässig.

 

10. Mai / Th

Nachdem es gestern nicht geklappt hat, weil der elektronische Kompass wieder mal nicht funktioniert hatte, sind wir wieder zurück an unseren Liegeplatz gefahren. Im Kompass hatte es Kondenswasser. Irgendwie scheint das wasserdichte Gehäuse nicht ganz wasserdicht zu sein. Nach einer gründlichen Reinigung läuft er nun wieder. Sobald der Wind aufkommt, werden wir nochmals in See stechen.

 

9. Mai / Ju

Na, ja, es hat wieder nicht sollen sein - jedenfalls nicht im ersten Anlauf. Statt mit gutem Wind aus der grossen Bucht rauszusegeln, muss Thomas am Autopilot-Kompass herum "päschelen" und ich schreibe mir den Frust von der Seele. Denn wenn man sich einmal darauf eingestellt hat, wirklich zu gehen, auch wenn es eigentlich ungern ist, dann ist ein jedes wieder Umkehren müssen frustrierend. Ohne funktionierenden Autopiloten, ganz klar, reisen wir aber nicht ab. Ganz zu schweigen von den Vorbereitungsarbeiten: alles wieder stausicher und rutschfest untergebracht, das neue Dinghi mit der Ankerwinsch an Bord gehievt (es ist 20 kg schwerer als das alte, dafür, juppie, endlich keine Badewanne mehr mit knöcheltief Wasser, zumal bei diesen Temperaturen hier) und von Millionen von schwarzen Flieglein notdürftig gespült, das Velo "zusammengefaltet" und verstaut, den Windgenerator abmontiert, Schaufelweise Sand und Fliegen über Bord gekippt, Segel ausgepackt und schon gesetzt, den Anker auf Deck angebunden und das Ankerkettenloch an der Bugspitze mit der Metallplatte verschlossen etc. Das hat alles so seine 3 Stunden gedauert und deshalb hoffen wir alle, dass wir doch heute noch los können und nicht mehr an Land müssen. Jetzt haben wir nämlich wieder an der Mooringboje festgemacht.  - Es besteht die Hoffnung, dass er wieder funktionieren wird, aber wir müssen ihn neu kalibrieren, d.h. langsam einen 360 ° Weg fahren. Das ist jetzt bei diesem starken Wind und Wellengang jeweils ab dem Mittag nicht möglich, also müssen wir es morgen früh probieren und noch eine Nacht da an der Mooring bleiben. Grrrr. Aber wenn es, hoffentlich!!, morgen dann klappt, sind wir glimpflich davon gekommen. Aufs Ganze gesehen kommt es auf einen Tag mehr oder weniger sicher nicht an.

Zu Simbabwe möchte ich noch mehr schreiben. Das Land macht ja nur negative Schlagzeilen. Das Positive vorneweg: die allerfreundlichsten Menschen haben wir dort angetroffen! Zu lachen haben sie allerdings nicht viel. Die Stadt Victoria Falls ist dank der Wasserfälle das einzige, mit dem sich in S. noch etwas Geld verdienen lässt. Eben in harter  Währung, sogar wenn es der US $ ist, deshalb war es auch für uns dort sehr teuer. Touristisch war aber nicht grad viel los und in unserer einfachen Lodge sagten sie uns auch, dass viele Buchungen storniert würden. Kein Wunder. Obwohl wir also bezüglich Sicherheit oder Prozedere beim Grenzübertritt nicht das Geringste beanstanden können. Wir sind auch in der Dunkelheit nur zu zweit auf unbeleuchteten und unbefestigten Strassen, aber mitten in Vic Falls wohlverstanden, zur Lodge zurück gelaufen. Ohne jegliche Unsicherheitsgefühle, es war auch kaum jemand unterwegs, auch keine dunklen Gesellen. Die vielen Agenturen für Aktivitäten rings um die Fälle waren zwar schön eingerichtet, aber ohne Kundschaft. Gut, nicht gänzlich ohne, wir und eine Handvoll andere waren ja auch noch da. Aber Vic Falls hat definitiv die besten Zeiten gesehen und mittlerweile wird auf der anderen Seite, im Ort Livingstone in Sambia, touristisch hochgerüstet. Das Strassenbild in Vic Falls ist ruhig, die Taxis stehen herum und in den Geschäften ist es leer, aber wirklich leer. Wenn ich mich nicht geniert hätte zu fragen, hätte ich vom BATA-Schuhgeschäft gerne ein Foto gemacht. Grosses Geschäft, zentrale Lage, 4 Herren in Anzügen am Warten, viele Schuhgestelle und darauf etwa 12 Paar Schuhe im Angebot. Sonst gähnende Leere. Dito in Boutiquen, viele Schaufensterfronten sind verrammelt. Der einzige Supermarkt  SPAR hatte ein sehr eingeschränktes und nicht sehr gesundes Warenangebot, das bisschen Gemüse im Laden an der Ecke würde bei uns niemand mehr kaufen, da kompostreif. Die 4, 5 gediegenen und teuren Hotels beschäftigen wesentlich mehr Angestellte als dass sie Gäste haben, in unserer Lodge gab es ein sehr eingeschränktes Frühstück und sich gegen einen kleinen Hunger schnell auf der Strasse verpflegen ist nicht möglich. Sämtliche Holz- und Steinsouvenirs (Tierfiguren, Schalen, Bestecke, Masken, Schmuck) des südlichen Afrika werden in Simbabwe und Mozambique (billig) produziert und dann als "lokale Ware" weiterverkauft. Die Verkäufer dieser Curios, Souvenirs, hier und insbesondere die illegalen Strassenhändler stürzen sich nun logischwerweise in Scharen auf die paar frei laufenden Touristen. Das ist ein bisschen lästig, war aber nie aggressiv. Auch das Betteln war nie penetrant - aber traurig. Alles in allem war es uns hier mit unserem Wohlstand nicht so wohl, da die Zimbabwer so wenig haben. Jeder zweite Satz war statt Geld ein Tauschangebot: ein Curio "best prices", "because it's Sunday", "sundowner price", "very cheap for you" gegen ein T-shirt oder unsere Sandalen (auch kaputte). Dabei geht es den Einwohnern von Vic Falls noch vergleichsweise gut, ich möchte mich auf dem Land gar nicht umsehen! Jedenfalls kämpften wir uns eines Nachmittags durch die rund 34 Buden des offenen Curiomarktes hindurch. Diese stehen Wand an Wand, proppenvoll mit der genau gleichen Ware und wir haben uns 34mal dieselben Sprüche angehört und 34mal dieselben Sprüche von uns gegeben: heute würden wir nur mal schauen, wir kämen morgen wieder. Nachher war ich kaputt ..., aber wir haben nichts gekauft. Stattdessen haben wir uns Gedanken gemacht und in der Lodge die Rucksäcke ganz ausgepackt. Da wir tatsächlich ein **Finanzproblem  hatten, wollten wir keinen einzigen Dollar ausgeben, sondern v.a. Tauschhandel machen und ein bisschen was in namibischen $ bezahlen.  **Wir hatten uns bei der Berechnung des benötigten Bargeldes in Simbabwe gründlich vertan. Die willkommenen Hartwährungen wie botswanischer Pula, südafrikanischer Rand und der US$ schmolzen angesichts der Preise (Essen, Visum Sambia, Transporte, jedes Getränk 3 US$) nur so dahin. Um jeden Preis vermeiden wollten wir aber ein Dollarproblem beim notwendigen Grenzübertritt nach Sambia, unser Überlandbus zurück nach Walvis Bay fuhr auf der sambischen Seite des Grenzflusses  Sambesi ab). Die ausreichenden namibischen $ hatten wir versäumt, 1:1 in Rand umzutauschen. So waren wir dauernd am Rechnen. Am zweitletzten Abend konnte ich mit allen Pula und Rand zusammen gerade eben unseren Essensanteil im "Mama Africa" bezahlen, die Münzen klimperten als Trinkgeld, dann war das Portemonnaie leer. Für den letzten Abend mussten wir ein Hotel mit Resti finden, in dem das Bezahlen mit Kreditkarte (deren hatten wir 2) möglich war. Im historischen 'Victoria Falls Hotel' im Kolonialstil, es soll das älteste Hotel überhaupt in S. sein, hatten wir denn auch eines gefunden. Sonst  wären effektiv unsere Mägen leer geblieben. Was sicher meiner Laune gar nicht zuträglich gewesen wäre, aber für einmal auch nicht allzu schlimm. Allerdings wussten wir auch schon vom kleinen Frühstück am nächsten Morgen ... und anschliessend die 20 Stunden Busfahrt .... Die Simbabwer übrigens sehen nicht hungernd aus, weil sie sich dreimal am Tag von Milliemehlbrei ernähren. Das enthält viel Stärke und das "macht die Leute fett", wie mir die Receptionistin erklärte. Dazu Kohl mit ein bisschen Rüben.  Abschliessend zu den Finanzen fand ich unser "Problem"damit in diesem Land eigentlich noch ganz sinnig. Obwohl ich Besitzerin einer 50 Millionennote in Sim $ bin! ** Also zurück zum Markt und zum nächsten, unserem letzten Tag. Die Notlage der Leute wollten wir nicht ausnutzen und die Preise ganz kaputt machen. Also haben wir uns nebst den aussortierten Kleidungsstücken inklusive Socken (allerdings gebrauchte und auch zerschlissene Reisekleidung) auf unsere härteste Währung besonnen: die Taschenmesserli der Rebschule Müller, Mels. Herzlichen Dank den Spendern, wir haben auf dem Markt an sie gedacht. 14 Stück hatte ich auf dem Schiff in unser Gepäck verteilt. Alle gingen sie weg, natürlich mit feilschen und tauschen. Es hatte sich dann auch herumgesprochen und einzelne Händler waren ganz scharf darauf. Wieder 34mal dieselbe Begrüssung und 34mal dieselben Antworten. Nachher war ich kaputt ...., und wir haben viel gekauft, einen ganzen Zoo. Und enttäuscht waren sie, wenn ich nicht hier, sondern dort etwas erstand. Wobei man schon auch sehen muss, dass alle oder viele irgendwie miteinander verbandelt sind und sich das Geschäft aufteilen. Sie hatten denn schon auch verstanden, dass wir uns von unseren geschliffenen Sonnenbrillen und einzigen Sonnenhüten und Sandalen nicht trennen konnten und wollten. Und dass wir halt auch nicht jedem etwas geben konnten. Schon in Südafrika hatten wir 2 simbabwischen Kellnerinnen Kleider abgegeben und Kasidi habe ich gefragt, ob er jemanden wisse, der meine grossen Goretex Trekkingschuhe gebrauchen könne. Er wusste.

So gut es ging, hatten wir natürlich die Zeitungsmeldungen zu den Wahlen verfolgt und v.a. auch  unsere Tourguides immer mal wieder darauf angesprochen. Wir haben zu den Statements anderer afrikanischer Regierungen den Kopf geschüttelt, das Waffenschiff der Chinesen verurteilt (hier wird es als "ship of shame" betitelt) und zur Abladeverweigerung der (schwarzen) Dockarbeiter von Durban Beifall geklatscht. Sisiba, der Tourführer, hatte jeweils v.a. abgewiegelt. Ich glaube, er meinte in unseren Fragen eine Angst in Bezug auf unsere Sicherheit oder drohende Unruhen zu hören. Kasidi, der Koch, hatte eher erzählt. Er habe nicht mitwählen können, da er am Tag X nicht in seinem Heimatort sein konnte (nix mit brieflicher Stimmabgabe). Viele Leute würden das freimachen oder die Reise in den Heimatort nicht bewerkstelligen können. Rund 4 Millionen Simbabwer sind mittlerweile im Exil, viele als Gastarbeiter in Südafrika. So ja auch unser Koch. Die städtische Bevölkerung und die Jungen seien alle für den Wechsel, also für die Opposition. Nur seien mittlerweile viele Junge wieder zurück in die Dörfer gekehrt, da sie auch in den Städten keine Existenz fänden. In den Dörfern sei Mugabe wegen der Landreformen nach wie vor beliebt, bzw. bei den Chiefs, die er sich bei der Stange halten könne. Und die Chiefs sagten, wer nicht für Mugabe stimme, der werde fortgejagt (nix mit Wahlfreiheit). Und den Wählern werde gesagt, sie müssten den Wahlzettel an den Urnen hochhalten, um die Richtigkeit des Papiers und somit die Gültigkeit zu gewährleisten, irgendwie so (nix mit geheimer Wahl). Jetzt kann man sich vorstellen, wie erdrückend die Mehrheit gegen Mugabe eigentlich wäre - und wie mühsam sich das Resultat auf die 47,9% herunterfrisieren lassen musste (nix mit Demokratie in schweizerischem Sinn). Warum Mugabe denn trotz der alle Rekorde schlagenden Zahlen zur Wirtschafts- und Finanzlage so am Sessel klebe, meinte jemand, weil er, Mugabe, Angst habe, beim Amtsverlust sofort vor ein internationales Gericht gestellt zu werden. Soll ihm doch jemand Asyl anbieten, um diesem Land endlich eine Chance zu geben. Simbabwe galt früher als der Brotkorb Afrikas. Seine Natur und die Tierwelt bieten auch soviel wie die anderen Länder hier unten - und die Menschen verdienen es am allermeisten.

 

3. Mai / Th

Unser Landurlaub ist vorbei, wir sind wieder zurück auf dem Schiff. Die Tour durch Namibia und Botswana bis zu den Victoria Fällen war ein voller Erfolg.
In Swakopmund, wo für uns die Reise begann, war ein Tag zur freien Verfügung angesagt. Da wir den Schnee ein wenig zu kurz hatten, entschlossen wir uns, mit dem Snowboard die Sanddünen hinunterzuflitzen. Ausrüstung wie im Schnee, einfach nicht so warm angezogen. Das Brett muss vor jeder Abfahrt gewachst, bzw. eingeschmiert werden und hinauf gehts zu Fuss. Die Düne ist etwa 80 Meter hoch, die Abfahrt dauert ein paar Sekunden. Uns hats grossen Spass gemacht.
Unsere Reisegruppe war nicht sehr gross: 1 amerikanisches und 1 australisches Paar, 2 deutsche Krankenschwestern, eine Spanierin, die in Angola arbeitet, ein Portugiese, der auch in Angola arbeitet und ein Franzose, der in der Schweiz lebt. Zwei Guides aus Zimbabwe und ein Stift aus S.A.
Am zweiten Tag gings dann los. Das Fahrzeug war ein zum komfortablen Gefährt umgebauter Lastwagen. Man sitzt bequem und ziemlich hoch (gute Aussicht). Zudem hatten wir sehr viel Platz, da es 24 Sitze hatte, wir aber nur 11 waren. Unser Ziel war eine Lodge in der Nähe des Etosha Nationalparks. Nach der Ankunft gings gleich nochmals weiter in ein Dorf der Himba. Diese leben noch nach alter Tradition in ihren Hütten irgendwo im Busch.
Am andern Morgen fuhren wir dann in den Etosha NP, wo wir zwei Nächte innerhalb des Parkes verbrachten. Wir sahen wieder viele Tiere, darunter Springböcke, verschiedene Gazellenarten, Giraffen, Warzenschweine, Gnus, Zebras, Schakale und Löwen. In der Nacht, am beleuchteten Wasserloch, bekamen wir noch die Nashörner und Elefanten zu Gesicht. Einer der Höhepunkte war ein Wasserloch, wo sich hunderte von Zebras tummelten, eines war, wahrscheinlich in der Nacht, von Raubtieren erlegt worden. Die waren wohl schon satt, wir sahen nur noch die Geier und die Schakale, die sich an den Resten gütlich taten.
Unser nächstes Ziel war Windhoek, die Hauptstadt von Namibia. Hier verliess uns ein Teil der Gruppe und der verbliebene Rest fuhr am nächsten Tag weiter nach Botswana. Wir nächtigten in der Tautona Lodge. Am Abend war ein Besuch bei den Bushmen angesagt. Ums Feuer sitzend wurden uns traditionelle Gesänge und Tänze vorgetragen. Das war eher ein bisschen komisch für uns, da für uns alles immer in etwa gleich tönte und aussah. Am andern Morgen machten wir dann noch einen 'Bush Walk' mit den 'Bush Men', der hingegen sehr interessant war.
Weiter gings dann nach Maun, von wo aus wir mit einem Kleinflugzeug ins Okawango Delta, einem riesigen Feuchtgebiet im Nordosten Botswanas, flogen. Der drittlängste Fluss Afrikas speist dieses Delta von beinahe 16000 km2, das gesamte Wasser verdunstet oder versickert hier. Je nach Wasserstand sind viele Gebiete unter Wasser, fortbewegen kann man sich nur im Boot oder im Flugzeug. Hier verbrachten wir zwei sehr schöne Tage und sahen Elefanten, Flusspferde, Giraffen, Affen, Warzenschweine, Gazellen und viele Vögel. Geschlafen wurde in grossen, bequemen Zelten mit Balkon. Mitten in der ersten Nacht erwachten wir wegen komischen Geräuschen. Als wir nachschauten, war direkt vor unserem Zelt ein Flusspferd am grasen.
Nach 20 Minuten Flug, diesmal im noch kleineren Flugzeug (Julia und ich plus die Pilotin) waren wir wieder in Maun. Von dort ging es dann nach Gweta, wo wir  in der Planet Baobab Lodge übernachteten, wo viele von diesen riesigen Baobab Bäumen stehen.
Tags darauf gings dann bis zum Chobe River, nach Kasane. Dort gab es auf einer Flussfahrt wieder viele Tiere zu sehen. Elefanten, Affen, Flusspferde, Büffel, ein Krokodil und viele Vögel. Am nächsten Morgen dann nochmals ein Game Drive im Chobe NP. Wieder viele Tiere, Elefanten, Büffel, Gazellen, Schakale. An einer Stelle hat es fürchterlich gestunken: ein toter Elefant und jede Menge Geier, die ihn verspeisten.
Nach einer halben Stunde erreichten wir die Grenze zu Zimbabwe. 30 US$ für das Visum und dann noch 70 km bis zu den Victoria Fällen. Zur Zeit hat der Sambesi Hochwasser (Ende der Regenzeit) und schon von weitem sieht man die Gischtwolke. Auf dem Spaziergang zu den verschiedenen Aussichtspunkten wurden wir 'seichnass', aber eindrücklich war es alleweil. Übernachtung war im ***** Hotel Elephant Hill.
Hier war unsere Tour zu Ende. Da unser Bus zurück nach Windhoek erst zwei Tage später ging, hatten wir den Montag und den Dienstag noch Zeit. Da man vom Boden aus die Fälle bei so viel Wasser nicht wirklich sieht (Gischt, Gischt, Gischt), wollten wir uns die Ansicht aus der Luft nicht entgehen lassen. In einem Helikopter machten wir einen 15 Minuten Rundflug über die Victoria Fälle. Und das war wirklich ein atemberaubender Anblick.
Zimbabwe ist nicht ganz billig. Ein Bier kostet etwa 200'000'000 (Zweihundert Millionen) Dollar, Zimbabwe Dollar. Der offizielle Wechselkurs ist 1 US$ = 30'000 Zim$. Der Schwarzmarktkurs ist hingegen 1 US$ = 80'000'000 Zim$. Also gezahlt wird in US$ und dann sind die Preise wieder vernünftig, allerdings wesentlich höher als in Namibia oder Botswana.
Unser Bus ging dann am Mittwoch ab Livingstone, auf der sambischen Seite der Victoria Falls. Für die paar Stunden, die wir in Sambia verbrachten, mussten wir ein volles Visum für US$ 50 kaufen. Nach gut 20 Stunden Busfahrt (vorderste Plätze im zweiten Stock) erreichten wir am 1. Mai morgens um 7 Uhr Windhoek.
 

14. April / Th

Nach 45 Stunden Segeln und 2 Stunden Motoren haben wir heute Walvis Bay erreicht. Wir haben noch an der Boie in Lüderitz die Segel gesetzt und sind dann aus dem Hafen gesegelt. Mit sehr gutem Wind sind wir schon bald wieder 7 Knoten gelaufen. Der Wind wurde stärker und stärker, so dass wir wieder die Segel reffen mussten. Und wir waren viel zu schnell zum Fischen. Die Meilen flossen dahin und es sah so aus, als ob wir bereits am Abend des zweiten Tages, nach etwa 30 Stunden am Ziel sein würden. Aber es kam mal wieder anders. Der Wind hat immer mehr nachgelassen, so dass wir am Morgen des zweiten Tages wieder auf 'Fischfanggeschwindigkeit' (5-6 Knoten) waren und prompt auch wieder einen Yellow Tail gefangen haben.
Zuerst sah es so aus, als ob wir schon am Abend des zweiten Tages ankommen würden, dann in der Nacht. In einem unbekannten Hafen ist das nicht so eine angenehme Sache. Insbesondere, da die namibische Küste bekannt ist für Nebel. Das hätte dann eine klassische Nacht- und Nebelaktion geben und dazu hatten wir keine Lust. So waren wir nicht allzu sehr enttäuscht, dass wir während der Nacht immer langsamer wurden. Als es dann hell wurde, waren wir noch 10 Meilen von der Bucht entfernt, der Wind war weg und so sind wir unter Motor eingelaufen. Wir haben immer wieder Seehunde, Delfine und viele Vögel gesehen. In der grossen Bucht von Walvis Bay gibt es auch Pelikane, riesige Kaliber. Wenn die ganz knapp über der Wasseroberfläche segeln, sieht das schon grossartig aus. Am Abend sahen wir dann noch ein ganzes Geschwander in Pfeilformation fliegen. Ein grossartiger Anblick.
Wir trafen hier auch wieder andere Boote, denen wir schon früher begegnet waren.
Die Stadt hier sieht ganz anders aus als Lüderitz. Die Strassen sind rechtwinklig angelegt und durchnummeriert.
Julia und ich brechen morgen zu unserem Tripp durch Namibia und Botswana auf. Also wird es in den nächsten zwei Wochen eher Funkstille von unserer Seite her geben.
 

11. April / Ju

Tatsächlich benötigten wir 4 Tage. Aber - wenn wir am 2. Tag nicht eine Flaute von 22 Stunden gehabt hätten, während der wir motoren mussten, hätten wir bestimmt alle Geschwindigkeitsrekorde (sicher die der Wahoo) gebrochen. Wir segelten fast immer mit 8 Knoten und mehr. Über die Wellenkämme surften wir mit 9.5 bis 10 Knoten. Super, wie der Autopilot das sicher bewältigt hatte, so dass wir nie von Hand steuern mussten. Was notabene bei solchem Wind und den entsprechenden Wellen für mich eh ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre. Nachdem der Wind immer noch mehr zulegte und wir Spitzen von 30 Knoten hatten, wurden in beide Segel je ein Reff gesetzt. Trotzdem rasten wir immer noch mit permanent mehr als 8 Knoten durch die Wellentäler, ziemlich nahe der namibischen Küste und auf den Leuchtturm und somit die Hafeneinfahrt von Lüderitz zu. Schon bis zu 30 Seemeilen draussen hatten wir einige Seelöwen gesichtet und hier in Küstennähe surften sie grüppchenweise in den Wellen. Sobald sie uns, also das Schiff, aber richtig wahrgenommen hatten, tauchten sie unter und erst in unserem Kielwasser wieder hoch. Das Herunternehmen der Segel unter diesen Bedingungen gestaltete sich dann ein wenig schwierig. Zumal immer in solchen Situationen etwas nicht reibungslos klappt, so verklemmte sich das Tuch vom vorderen Segel in diesem Fall und wollte einfach nicht herunter. Aber mit Klettern und Zerren ging es schliesslich doch, wie immer ...  Jedenfalls hatten wir dann zur Belohnung eine ruhige und stille Nacht im Hafen, festgemacht an einer Mooringleine, und wir schliefen wie die Toten. Lüderitz ist klein, sehr übersichtlich und wirkt recht verschlafen. Gestern allerdings war es für ein paar Stunden anders, als nämlich am Morgren früh das Kreuzfahrtschiff (in 72 Tagen von Florida, ringsum Afrika im Gegenuhrzeigersinn, bis nach Lissabon) hier angelegt hatte und der Ort mal kurz mit an die 500 Touristen, Amerikanern, überschwemmt wurde. Die ersten, die mir über den Weg liefen, hatte ich natürlich gleich angequatscht, woher, wohin, deshalb kenne ich diese Zahlen. Namibia ist schon länger unabhängig als Südafrika, erlebte zum Glück eine weniger krasse Apartheid, aber doch auch!, und hat vor allem den kolonialen Hintergrund der Deutschen. So sind  Strassennamen hier Deutsch, Bismarckstrasse, und so, viele Beschriftungen sind auf Deutsch (Turnhalle, Kegelbahn, Grossebucht) und die Kaffee und Kuchen sind - lecker. Noch leckerer als in Südafrika. Die Unterschiede nach einem ersten kurzen Einblick per Mietauto um die grosse Hafenbucht und zur Geisterstadt Kolmanskop mit ein bisschen Umgebung sind gross. Hier ist es sehr sandig-felsig, braun-rötlich-beige, trocken-karg, weiteste Strecken ohne menschliche Anzeichen ausser Strasse und Elektroleitungen. Wir freuen uns beide auf die Safari, die am 16.4. starten  und uns in die Wüste, in den Etoshapark, ins Okavango-Flussdelta und bis zu den Victoria-Wasserfällen führen soll. Einer der schönsten Aspekte dieser Reise ist der Kontakt zu anderen Menschen. Wir lieben es, Gäste zu haben und über deren Reisen zu plaudern. Am Dienstag war Henning, der dänische Einhandsegler, auf der Wahoo und Thomas war der Chefkoch. Am Mittwoch waren das australisch-südafrikanische Paar Kirsti und Daryl bei uns und ich habe die kulinarischen Komplimente einheimsen dürfen. Die beiden hatten wir auf der Touri-i getroffen und nach sofortiger Sympathie grad zu uns eingeladen. Sie sind mit einem schweren Töff unterwegs und verbringen ihre Flitterwochen auf einer ausgedehnten Reise hier unten. Also, deren Platz- und Komfortverhältnisse sind noch weit weit unter unseren, da möchte ich gar nicht tauschen! Gestern dann hatten wir keine Lust zu kochen und hatten nach der Abgabe des Mietautos gleich im Restaurant an der Waterfront gegessen. Dabei und schon mal im Café Diaz fiel uns wieder einmal auf, wie störend der Qualm der Raucher sein kann. In Namibia herrscht im Gegensatz zu Südafrika kein striktes Rauchverbot. Das war vorher schon herrlich und wir sind es uns schon gar nicht mehr gewohnt. In ZA darf nur auf den Terrassen oder in speziellen, abgetrennten Räumchen geraucht werden. Alle halten sich daran und keiner kann sich mehr vorstellen, wie es früher ohne war. Gemäss Kirsti gibt es in Australien nicht einmal spezielle Raucherzimmer, da muss man wirklich ganz nach draussen gehen. Insgeheim hoffen wir, dass sich die Schweiz bis zu unserer Rückkehr auch so weit entwickelt haben wird.
Heute wird noch einmal eingekauft, im Yachtclub warm geduscht mit Haare waschen, gut gekocht, ruhig geschlafen und das lecke Dinghi geleimt  um morgen loszusegeln. Schliesslich wollen wir zur Zeit in Walvisbay ankommen um die Tour nicht zu verpassen.

 

8. April / Th

Gestern abend, nach rund 78 Stunden Fahrt, sind wir in Lüderitz, Namibia (Google Earth) angekommen. Dieser Abschnitt war geprägt durch sehr unterschiedliche Verhältnisse. In der Saldanha Bay hatte es am morgen noch Nebel und praktisch keinen Wind. Um 11 Uhr sind wir ausgelaufen und schon bald haben wir gemerkt, dass der Autopilot nicht richtig steuert. Wir haben den Gyrokompass neu kalibriert und danach hat es wieder funktioniert.
Sobald wir aus der Bucht waren, gabs dann immer mehr Wind, so dass wir gut vorankamen. Der Wind nahm immer mehr zu und bald hatten wir bis 30 Knoten von hinten. Wir sind bis zu 8 Knoten gelaufen und die Meilen sind nur so dahingeschmolzen. Aber wir hatten ein Problem mit dem GPS - es schaltete sich immer wieder aus. Nicht tragisch, aber unangenehm. In der Zwischenzeit war es dunkel geworden, der Wind hatte langsam nachgelassen und plötzlich war alles finster. Totaler Stromausfall auf der Wahoo. Klaus hat sofort das Steuer übernommen und ich haben mich, mit der Taschenlampe im Mund, auf die Suche nach dem Fehler gemacht. Der war bald gefunden: irgendwie liess der Solarregler keinen Strom mehr von den Batterien zu den Verbrauchern. Nach einer Überbrückung hatten wir wieder Strom. Am morgen haben wir den Solarregler dann näher angeschaut und festgestellt, dass durch eine kalte Lötstelle ein Kontakt immer heisser geworden war und irgendwann dann halt ganz unterbrochen wurde. Jetzt wussten wir auch, woher der leichte Geruch nach geschmolzenem Plastik jeweils gekommen war. Und das GPS funktionierte auch wieder normal.
Um halb elf in der Nacht hatten wir dann praktisch Windstille und so warf ich den Motor an. Nach ein paar Stunden würde es schon wieder Wind geben. Mit der Zeit hatten wir dann einen leichten Hauch von vorne. Dafür haben wir wieder mal einen Fisch gefangen, einen schönen Yellow Tail. Aber erst gegen Abend fing dann der Wind wieder ein wenig an zu blasen und ab 20 Uhr konnten wir wieder segeln. Zwar nur knapp 4 Knoten, aber immerhin. Im Laufe der Nacht gabs dann immer mehr Wind und wir wurden immer schneller. Um 5 Uhr morgens hatten wir noch gut 100 Meilen vor uns und der Wind legte immer mehr zu. Wir liefen jetzt immer mit 8 bis 10 Knoten und das Schiff hat wacker geschaukelt. Irgendwann mussten wir sogar noch die Segel reffen und trotzdem liefen wir noch mit 9 Knoten. Der Wind hatte bis auf 40 Knoten (Böen) zugelegt. Und so kam es dann, dass wir um 17 Uhr in Lüderitz ankamen. Wir hatten in 12 Stunden gut 100 Meilen zurückgelegt. Das machen wir sonst in 24 Stunden. Das Bergen der Segel war bei gut 30 Knoten Wind nicht ganz einfach, aber auch das haben wir geschafft.
Heute morgen haben wir dann eingecheckt, was sehr einfach und schnell vor sich ging. Danach erste Erkundungen im Städtchen - Lüderitz hat ca. 23'000 Einwohner und ist sehr überschaubar.

 

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